Milliarden-Zoff beim Pommes-Riesen: McCain-Erbin will raus – doch es gibt Haken

Überall auf der Welt und auch in Deutschland findet man sie in den Tiefkühltruhen von Supermärkten – die Marke McCain. Sie ist der größte Hersteller von Tiefkühlpommes und beliefert seit 1977 auch die Fast-Food-Kette McDonald‘s.

Nun will Eleanor McCain, Tochter des Mitbegründers Wallace McCain, ihre Anteile des Unternehmens McCain Foods verkaufen und fordert mehr als eine Milliarde kanadische Dollar (620 Millionen Euro). Darüber berichtet die „Financial Times“.

Eleanor McCain
Eleanor McCain IMAGO / ZUMA Press

Milliarden-Poker: Familien-Zoff um Pommes-Giganten McCain

Der geplante Ausstieg droht nun in einer Schlammschlacht zu enden. Während Eleanor McCain mehr als eine Milliarde kanadische Dollar fordert, lehnen andere Familienmitglieder diese Bewertung strikt ab. Derzeit laufen zähe Verhandlungen hinter den Kulissen. Die Dimensionen sind gewaltig: McCain Foods erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 16 Milliarden kanadischen Dollar (ca. 11 Milliarden Euro).

Ein solcher Machtkampf hat in der McCain-Dynastie Tradition. Bereits in den 1990er-Jahren lieferten sich die Gründer Wallace und Harrison McCain eine erbitterte gerichtliche Auseinandersetzung, die Harrison schließlich für sich entschied. Damals verschlang der Streit allein für Anwälte mehr als 20 Millionen kanadische Dollar. Nun muss der Wert von Eleanors Anteilen erneut intern geprüft werden, wie die "Financial Times" berichtet.

Die singende Erbin: Eleanor McCains Rolle im Imperium

Operativ hat die 56-Jährige mit dem Pommes-Geschäft wenig zu tun. Eleanor McCain verfolgt stattdessen eine Karriere als Sängerin. Laut dem "Times Colonist" produzierte sie 2017 zum 150-jährigen Jubiläum Kanadas ein Album mit Klassikern des Landes – ein Projekt, das sie selbst finanzierte.

Details über ihr beträchtliches Privatvermögen kamen erstmals während ihrer Scheidung von Jeff Melanson ans Licht. Ende 2017 wurde ihr Besitz auf rund 356 Millionen kanadische Dollar (etwa 245 Millionen Euro) geschätzt. Ihr aktueller Ausstiegsversuch verdeutlicht nun, dass ihr Anteil am Familienimperium weitaus wertvoller sein könnte, als bisher öffentlich bekannt war.