Aufbruchstimmung bei den Ampel-Parteien

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In wenigen Wochen werden die Wähler bundesweit wieder an die Urnen gerufen – oder können die Briefwahl nutzen. © Bernd Feil/M.i.S.

Seit dem Bruch der Berliner Ampel-Koalition im November verzeichnen die Parteien bundesweit steigende Mitgliederzahlen. Auch im Landkreis Dachau ist dieser Trend zu beobachten.

Dachau - Vor allem die Grünen und die FDP profitieren hier vom Bedürfnis vieler Menschen, sich im kommenden Wahlkampf engagieren zu wollen.

Eine „gute liberale Grundstimmung“

Dr. Frank Sommerfeld, Vorsitzender der FDP im Landkreis, sieht im Dachauer Land grundsätzlich eine „gute liberale Grundstimmung“. Umso mehr habe es ihn ge㈠schmerzt, dass ihm das Stammklientel in den vergangenen Ampel-Jahren von der Fahne ging. „15 Prozent unserer Mitglieder sind ausgetreten“, erzählt er. Vor allem ältere FDP-Mitglieder hätten die „links-grüne“ Politik der Ampel nicht gut gefunden und beklagt, dass die Hauptstadt-Liberalen „vielleicht zu sehr auf die jüngeren Wähler“ gesetzt hätten.

Doch seit dem Bruch der Koalition aus SPD, Grünen und FDP habe die Kehrtwende eingesetzt, wie Sommerfeld erklärt. Vor allem das „Lindner-Papier“, mit dem der scheidende Finanzminister seinen Plan für eine künftige Ausrichtung der Wirtschaftspolitik in Deutschland beschreibt, hätte dazu geführt, dass vor allem Menschen „zwischen 25 und 40 Jahren sagen würden: ,Da wollen wir mitmachen!‘“. Die Folge, so der Kreisvorsitzende: „Wir holen auf, wir haben schon wieder zehn Prozent Mitglieder gewonnen.“ Aktuell liege der Kreisverband bei knapp 100 Mitgliedern.

Vom Wahlkampfauftritt des FDP-Urgesteins Wolfgang Kubicki am Donnerstag, 16. Januar, ab 18 Uhr im Puchheimer Kulturcentrum PUC hofft er sich einen weiteren Schub. Nur acht Tage später, am Freitag, 24. Januar, kommt mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann ein weiteres liberales Schwergewicht in den Wahlkreis. Auch diese Kundgebung beginnt um 18 Uhr, Veranstaltungsort sind die Puchheimer Bürgerstubn. Motto des Abends: „Zeitenwende“.

Susanne Seehofer, Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten und aktuelle FDP-Bundestagskandidatin, sei nach den Worten des Kreisvorsitzenden überdies eine „tolle Kandidatin“, die dafür sorgen könnte, die „Delle“ der für die FDP schlechten bayerischen Landtagswahl 2023 wieder auszuwetzen.

Auch bei den Gründen ist die Stimmung gut

Bei den Kreis-Grünen ist nach dem Ende der Ampel-Regierung die Stimmung ebenfalls gut. Laut Kreis-Sprecher Alexander Heisler seien die Mitgliederzahlen „merklich“ angestiegen. So hätten die Kreis-Grünen seit November 30 neue Mitglieder gewonnen und damit nun 270 Mitglieder. Heisler sagt, in seiner Partei herrsche gerade eine „Aufbruchstimmung, so was habe ich noch nie erlebt“! Das Motto, vor allem der neuen Mitglieder, sei ganz klar: „Jetzt erst recht!“ und „Das war eine Sauerei, was die FDP gemacht hat!“ Mittlerweile gebe es nur noch wenige Gemeinden im Landkreis – namentlich Schwabhausen, Hebertshausen, Odelzhausen, Sulzemoos, Hilgertshausen-Tandern und Vierkirchen – ohne einen Grünen-Ortsverband.

Doch Heisler gibt auch zu, dass es, wie schon bei der FDP, auch unter Dachauer Grünen eine gewisse Unzufriedenheit mit der Ampel-Politik und damit einhergehend Austritte gegeben habe. Wenn er diese enttäuschten Grünen-Wähler nach ihren Gründen für den Austritt gefragt habe, seien vor allem die „zu harte Linie in der Migrationspolitik“ sowie die Waffenlieferung der Bundesregierung an die Ukraine genannt worden.

SPD sieht sich gestärkt, CSU ist gelassen

Die Noch-Kanzler-Partei SPD geht nach Worten ihres Kreissprechers Luca Zimmermann ebenfalls gestärkt in den Wahlkampf. 400 Mitglieder hat die Kreis-SPD nach seiner Auskunft derzeit, immerhin 15 neue seien seit November dazugekommen.

Doch die mit weitem Abstand mitgliederstärkste Partei im Landkreis ist nach wie vor die CSU. Und die beobachtet die Aufbruchstimmung der Konkurrenz mit großer Gelassenheit, wie Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath betont. Die Mitgliederzahlen seines Kreisverbands lägen stabil bei rund 1300, im Schnitt kämen pro Jahr 40 neue hinzu. Ja, im Jahr 2024 seien nur 34 Neuzugänge zu verzeichnen gewesen, räumt er ein. Dafür seien vor allem Kommunalwahl-Jahre immer überdurchschnittlich beitrittsreiche Jahre. Denn: „Viele Kandidaten für die CSU-Listen werden dann Mitglied.“

Anders als bei Grünen und FDP hätten die Austritte aus der CSU laut Seidenath in den allermeisten Fällen nicht politische, sondern finanzielle Gründe: „Viele ältere Mitglieder sagen uns ganz ehrlich, dass sie sich den Jahresbeitrag von knapp 90 Euro einfach nicht mehr leisten können.“

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