BBV will wieder Leben ins Dorf bringen

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Voller Saal: Mit solch großem Andrang hatte BBV-Kreisobmann Simon Sedlmair (vorne links im grauen Sakko) nicht gerechnet. Über 150 Interessierte kamen. © Höltl

Bauernverband informiert über die Umnutzung alter Wirtschaftsgebäude: Mehr als 150 Besucher kommen ins Gasthaus Göttler.

Dachau - Der Kreisverband Dachau des Bayerischen Bauernverbands (BBV) hat zur Infoveranstaltung „Erfolgreiche Umnutzung alter Wirtschaftsgebäude – Chancen und Herausforderungen“ ins Gasthaus Göttler nach Rumeltshausen geladen. Der Andrang war riesig: Alle Plätze waren besetzt, einige der über 150 Besucher mussten stehen. BBV-Kreisobmann Simon Sedlmair freute sich, dass die Anzahl der Besucher die Voranmeldungen um gut ein Drittel übertroffen hat. Für ihn ein Zeichen, dass es „wirklich ein heißes Thema ist, dass wir hier aufgegriffen haben“.

Viele Gebäude stehen wegen Nichtnutzung leer

Jeder, der durch die Dörfer fährt, sieht, dass vorhandene Gebäude wegen Nichtnutzung leer stehen. Ganz wichtig sei, wie Sedlmair in seiner Begrüßung betonte, „wieder Leben ins Dorf zu bringen“. Statt neue Gewerbegebiete auszuweisen, sollte man die Gelegenheit nutzen, bestehende landwirtschaftliche Gebäude zu revitalisieren und wirtschaftlich neu zu nutzen. Dass dies keine einfache Aufgabe sein wird, zeigen seine ersten Erfahrungen, die letztlich mit den Anstoß für diese Veranstaltung gegeben haben.

Wie sehr ihr dieses Thema „am Herzen liegt“, betonte BBV-Geschäftsführerin Petra Düring, die zusammen mit Rechtsanwalt Wolfgang Raithel praxisnahe Einblicke gab. „Wem fällt spontan ein Gebäude ein, bei dem es schade ist, dass es nicht mehr genutzt wird?“ Diese Frage richtete Petra Düring zu Beginn ihrer Präsentation an die Besucher – und erntete zahlreiche Meldungen.

Vielfältige Möglichkeiten bieten sich für sie an, alte Wirtschaftsgebäude nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll neu zu nutzen. Sie ging zudem auf die Vorteile ein, die sich daraus ergeben. Alte Gebäude verursachen oft viel Arbeit und hohe Kosten, während ihre Fläche bereits versiegelt ist. Zudem können sie bei Nichtnutzung an Wert verlieren und das Ortsbild negativ beeinflussen. Eine gelungene Umnutzung dient der Einkommenssicherung und der Schaffung neuer wirtschaftlicher Perspektiven im ländlichen Raum. Dabei werden bestehende Vermögenswerte erhalten und weiterentwickelt. Beispiele für Umnutzungen sind Mietwohnungen, Ferienunterkünfte für Urlauber und Geschäftsreisende, Veranstaltungsräume, Büroräume, Bauernhofcafés, Kindergärten, betreutes Wohnen sowie Pflegeplätze und Tagesbetreuungen. Darüber hinaus können die Gebäude als Lagerräume, Werkstätten für Handwerker und Dienstleister oder als Selbstbedienungsläden genutzt werden.

Wann die Umnutzung Erfolg verspricht

Für eine erfolgreiche Umnutzung sind zudem verschiedene Faktoren entscheidend, wie sie erklärte. Dazu zählen die Lage des Gebäudes und die wirtschaftliche Situation der Kommune, aber auch die demografische Entwicklung, die Versorgungssituation, touristische Potenziale und das gesellschaftliche Umfeld. Auf betrieblicher Ebene spielen die Perspektiven des Betriebs, die verfügbare Arbeitszeit, persönliche Neigungen und die geklärte Hofnachfolge eine wichtige Rolle. Gebäudespezifisch sind Aspekte wie Bauweise, Zustand, Zufahrtsmöglichkeiten und Wendeflächen zu berücksichtigen.

Mit dem Thema auseinandergesetzt haben sich neben den BBV-Referenten auch die Gemeinde Schwabhausen und dem Landratsamt Dachau. „Das Thema treibt uns alle um“, so Bürgermeister Wolfgang Hörl. Viele dieser Gebäude haben eine Geschichte. „Unsere Chance liegt auch darin“, wie er meinte, die Arbeitsplatzquote positiv zu beeinflussen: „Wir brauchen Bewegung“ in den dörflichen Gebieten“.

hr

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