„Sportmilliarde“: Profitiert neues Hallenbad am Tegernsee von Förderprogramm?

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Der Wiesseer Badepark war marode und wurde schon vor Jahren abgerissen. An seiner Stelle soll ein neues kommunales Hallenbad entstehen. © Thomas Plettenberg

Das Förderprogramm „Sportmilliarde“ der Bundesregierung soll Kommunen bei der Sanierung ihrer Sportstätten helfen. Ob davon auch das neue Hallenbad am Tegernsee profitiert, ist offen.

Bad Wiessee – Um den Kommunen bei der Erneuerung ihrer Sportstätten auf die Sprünge zu helfen, hat die Bundesregierung ein neues Förderprogramm auf den Weg gebracht. „Mit der sogenannten Sportmilliarde schaffen wir einen dringend benötigten Impuls für die Sanierung von Turnhallen, Schwimmbädern und Sportplätzen“, betont der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan aus Rottach-Egern in einer Pressemitteilung. Ob das Förderprogramm auch als Geldquelle fürs geplante Hallenbad im Tegernseer Tal taugt, konnte Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (SPD) noch nicht sagen. Um sich um Fördermittel bewerben zu können, müsse erst eine konkrete Kostenschätzung vorliegen. Dann, so betont Kühn, werde man aber zügig aktiv werden.

Neues Hallenbad könnte um die 30 Millionen Euro kosten

Die Kosten für das Sport- und Familienbad, das die vier großen Talkommunen Bad Wiessee, Tegernsee, Rottach-Egern und Gmund gemeinsam verwirklichen möchten, könnten um die 30 Millionen Euro betragen. „Das sind aber lediglich die Schätzungen aus der Studie“, macht Kühn deutlich. Erst mit der kürzlich gestarteten Ausschreibung der ersten Leistungsstufen – es handelt sich um ein VgV-Verfahren zur Vergabe öffentlicher Aufträge – werde man eine verlässliche Zahl erhalten.

Bürgermeister ist zuversichtlich, dass Fördergelder fließen

„Die Prozesse laufen, sind aber sehr anspruchsvoll“, erklärt der Bürgermeister. Er rechnet nicht damit, dass vor Ende des Jahres die Planer fürs Hallenbad-Projekt gefunden sind und Spruchreifes zu den Kosten vorliegt. Sobald dies der Fall sei, würden sich die Kommunen selbstverständlich um Förderungen – sei es nun von Bund oder Land – bemühen. „Das war von Anfang an so geplant“, sagt Kühn. Er zeigt sich zuversichtlich, dass sich Fördertöpfe für das Hallenbad anzapfen lassen. „Die Bundesregierung möchte ja, dass da etwas vorwärtsgeht.“

Förderprogramm ermöglicht Zuschüsse von bis zu 45 Prozent

Tatsächlich stehen laut Radwan für die Sanierung kommunaler Sportstätten bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2029 bis zu einer Milliarde Euro aus dem Bundesanteil des Sondervermögens zur Verbesserung der Infrastruktur zur Verfügung. Die Zuwendung an die Kommunen erfolge durch einen Zuschuss als Projektförderung, die Zuschusshöhe betrage bis zu 45 Prozent, wobei mindestens 250.000 und maximal acht Millionen Euro gewährt würden. „Damit werden die Städte und Gemeinden beim Sanierungsstau ihrer Sportstätten massiv unterstützt“, erklärt Radwan in der Pressemitteilung.

Antragstellung soll niedrigschwellig verlaufen

Neben der umfassenden baulichen Sanierung von Gebäuden wie Sporthallen und Hallenbädern könnten auch Freibäder und Freianlagen wie Fußballplätze oder Leichtathletikanlagen saniert werden. Die Antragstellung, so betont Radwan, werde „äußerst niedrigschwellig und unbürokratisch verlaufen“. Ob das am Tegernsee geplante kommunale Hallenbad die Förderkriterien erfüllt, bleibt abzuwarten. Hier handelt es sich schließlich um einen kompletten Neubau, nicht um eine Sanierung.

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