Vom Studenten bis zum Rentner: Diese Versicherungen brauchen Sie wirklich

Das Leben verläuft in Phasen – und mit jeder Phase verändern sich nicht nur die Prioritäten, sondern auch der individuelle Versicherungsbedarf. Während junge Menschen meist mit einer Grundabsicherung auskommen, benötigen Familien, Immobilienbesitzer oder Senioren einen deutlich umfangreicheren Schutz.

Versicherungsexperte Bastian Kunkel von Versicherungen mit Kopf erklärt, welche Versicherungen in welcher Lebensphase sinnvoll, notwendig oder verzichtbar sind – und wie sich unnötige Ausgaben vermeiden lassen.

Studenten und Berufseinsteiger – mit Basisabsicherung starten

In der Studienzeit oder zu Beginn der Ausbildung ist das Budget oft begrenzt. Dennoch gibt es einige Policen, auf die auch junge Menschen nicht verzichten sollten.

Unverzichtbare Versicherungen:

  1. Private Haftpflichtversicherung: Sie schützt vor finanziellen Folgen bei Missgeschicken – zum Beispiel wenn ein geliehenes Smartphone kaputtgeht oder ein Wasserschaden in der WG entsteht. Häufig sind Studierende bis zum Ende der ersten Ausbildung über die Eltern mitversichert. Danach wird eine eigene Police nötig.
  2. Krankenversicherung: In der Regel sind Studierende bis zum 25. Lebensjahr familienversichert. Danach müssen sie sich selbst gesetzlich oder privat versichern – hier lohnt sich eine frühzeitige Entscheidung.
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung: Auch junge Menschen können durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig werden. Ein früher Abschluss sichert günstige Beiträge und bessere Bedingungen.

Optional sinnvoll:

  1. Auslandskrankenversicherung bei Auslandsaufenthalten
  2. Hausratversicherung für die eigene Wohnung
  3. Rechtsschutzversicherung – besonders bei Job, Mietverträgen oder Nebenverdienst

Junge Familien – Sicherheit für Partner und Kinder

Mit Familiengründung rückt der Schutz der Angehörigen in den Mittelpunkt. Einkommen und Absicherung müssen neu bewertet werden.

Wichtige Versicherungen:

  1. Risikolebensversicherung: Sie sorgt dafür, dass Partner und Kinder finanziell abgesichert sind, falls ein Elternteil stirbt – besonders bei Krediten oder Alleinverdienern wichtig.
  2. Berufsunfähigkeitsversicherung: Noch immer essenziell, da der Ausfall des Einkommens gravierende Folgen haben kann.
  3. Private Haftpflichtversicherung: Der Vertrag sollte alle Familienmitglieder – insbesondere Kinder – einschließen.

Ergänzend empfehlenswert:

  1. Hausratversicherung beim gemeinsamen Haushalt
  2. Rechtsschutzversicherung bei miet- oder arbeitsrechtlichen Fragen
  3. Beginn einer privaten Altersvorsorge – je früher, desto besser

Tipp: Bestehende Policen sollten überprüft und an die neue Lebenssituation angepasst werden – zum Beispiel durch höhere Versicherungssummen oder geänderte Personenkreise.

Eigentum verpflichtet – der passende Schutz für Hausbesitzer

Ein Eigenheim ist meist die größte Investition des Lebens – entsprechend wichtig ist ein umfassender Schutz vor Schäden und Haftungsrisiken.

Unverzichtbare Versicherungen:

  1. Wohngebäudeversicherung: Sie schützt das Gebäude vor Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel – ein Muss für jeden Hauseigentümer.
  2. Elementarversicherung: Ergänzt die Gebäudeversicherung um Naturgefahren wie Überschwemmungen oder Erdrutsche – besonders in Zeiten des Klimawandels relevant.
  3. Hausratversicherung: Deckt Schäden an Einrichtung und Eigentum, etwa durch Einbruch oder Wasser.
  4. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: Pflicht bei vermieteten Immobilien – schützt vor Haftungsrisiken durch bauliche Mängel oder Verletzung der Verkehrssicherungspflicht.

Zusätzlich sinnvoll:

  1. Photovoltaikversicherung (bei eigener Solaranlage)
  2. Bauherrenhaftpflicht während der Bauphase
  3. Risikolebensversicherung zur Absicherung von Immobilienkrediten

Tipp: Nach einem Hauskauf sollten bestehende Versicherungen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden – um Unterversicherung zu vermeiden.

Berufstätige in der Lebensmitte – Absichern, aufbauen, optimieren

In dieser Phase stehen häufig höhere Einkommen, Verantwortung in Familie und Beruf sowie Vermögensaufbau im Fokus. Die Absicherung sollte umfassend und zukunftsorientiert sein.

Wichtige Versicherungen:

  1. Private Haftpflichtversicherung: Mit zunehmendem Alter oder bei volljährigen Kindern im Haushalt sollte geprüft werden, ob Anpassungen nötig sind.
  2. Private Altersvorsorge: Ob Riester-, Rürup- oder fondsbasierte Rentenversicherung – wer jetzt spart, profitiert langfristig.
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung: Spätestens jetzt ist eine ausreichende Absicherung des Einkommens essenziell.

Ergänzend:

  1. Pflegezusatzversicherung: Sie hilft, im Pflegefall hohe Eigenanteile zu decken.
  2. Rechtsschutzversicherung: Hilfreich bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen, Verkehrsunfällen oder Immobilienstreitigkeiten.
  3. Auslandsreisekrankenversicherung: Sinnvoll für alle, die regelmäßig außerhalb Europas unterwegs sind.

Tipp: Mit wachsendem Vermögen steigen auch potenzielle Risiken. Eine regelmäßige Überprüfung aller Versicherungen ist spätestens jetzt alle zwei bis drei Jahre ratsam.

Senioren – Schutz anpassen, unnötige Kosten vermeiden

Im Ruhestand ändern sich viele Lebensumstände – auch beim Versicherungsschutz. Einige Policen verlieren an Bedeutung, andere werden wichtiger.

Wichtige Versicherungen im Alter:

  1. Krankenversicherung: Sie bleibt essenziell – privat Versicherte sollten Leistungen und Beiträge im Blick behalten.
  2. Pflegezusatzversicherung: Angesichts steigender Pflegekosten sorgt sie für finanzielle Entlastung.
  3. Private Haftpflichtversicherung: Auch im Alter unverzichtbar – spezielle Tarife für Senioren bieten oft Vorteile.

Oft verzichtbar:

  1. Berufsunfähigkeitsversicherung: Mit Renteneintritt meist nicht mehr notwendig.
  2. Risikolebensversicherung: Nur sinnvoll, wenn finanzielle Verpflichtungen bestehen.

Tipp: Versicherungen sollten im Alter nicht nur ausreichend, sondern auch fair kalkuliert sein. Eine altersgerechte Anpassung schützt vor Über- und Unterversicherung.

Fazit: Jede Lebensphase hat ihren Versicherungsbedarf

Der Versicherungsbedarf bleibt nicht konstant – er verändert sich mit der Lebenssituation. Was in jungen Jahren unverzichtbar ist, kann im Ruhestand überflüssig sein. Umgekehrt werden mit Familie, Haus und Vermögen neue Policen notwendig.

Wer regelmäßig prüft, spart Geld, reduziert Risiken und bleibt finanziell geschützt – in jeder Lebensphase, vom Studium bis zur Rente.

Bastian Kunkel, Gründer von „Versicherungen mit Kopf“, ist ein führender Experte in der Versicherungsbranche mit über 850.000 Followern auf Social Media. Seine VMK Versicherungsmakler GmbH zählt zu den besten Maklern Deutschlands. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.