Von Haftpflicht bis Vollkasko: Das kostet der Rundumschutz für den Weihnachtsmann

Stellen Sie sich vor, Sie müssen in einer einzigen Nacht Millionen Geschenke ausliefern. Sie landen auf schneeglatten Dächern, zwängen sich durch enge Kamine und fahren mehr Kilometer als andere in einem ganzen Jahr. Klingt nach einem Alptraum? Für den Weihnachtsmann ist das Alltag.

Verivox hat durchgerechnet, welche Versicherungen Santa für seinen nächtlichen Einsatz wirklich braucht. Das Ergebnis: Ein solider Rundumschutz kostet 2099 Euro im Jahr.

Privathaftpflicht: Wenn die Stiefel das Parkett zerkratzen

Der Weihnachtsmann betritt in wenigen Stunden unzählige Wohnungen. Da bleibt es nicht aus, dass mal etwas zu Bruch geht. Schwere Stiefel hinterlassen Kratzer im Parkett, Ruß vom Kamin verschmutzt den teuren Perserteppich, im Eifer des Gefechts fällt eine Vase um.

Eine Privathaftpflicht fängt solche Missgeschicke ab. Sie kostet nur 29 Euro im Jahr. Wichtig ist der Baustein für Gefälligkeit. Falls Santa spontan gebeten wird, noch schnell den Baum zu schmücken und dabei etwas kaputtgeht, greift die Versicherung. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten und der Verlust von Dienstschlüsseln sind abgedeckt.

Hausrat: Schutz vor Einbrechern und Adventsbrand

In Santas Haushalt lagern hochwertige Geschenke. Ein Einbruch kurz vor dem Fest wäre eine Katastrophe. Besonders ärgerlich: Wenn der Weihnachtsmann selbst vergessen hat, die Haustür richtig zu verschließen.

Genau dafür gibt es den Einschluss grober Fahrlässigkeit. "Bei vielen neueren Tarifen gehört der Schutz bei grober Fahrlässigkeit bereits zum Standard", sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Sein Rat: "Wer seinen Vertrag seit drei Jahren oder länger nicht mehr geprüft hat, sollte das dringend nachholen. Ein Wechsel bringt oft besseren Schutz und senkt gleichzeitig die Kosten."

Die Hausratversicherung schützt auch vor Feuerschäden. Ein trockener Adventskranz, der zu nah am Geschenkesack steht, kann schnell einen Brand auslösen. Für seine 80-Quadratmeter-Wohnung zahlt Santa 68 Euro im Jahr.

Rechtsschutz: Wenn Aussage gegen Aussage steht

Beschwerden am Heiligabend gehören zum Berufsrisiko. Das falsche Geschenk sorgt nicht nur für Enttäuschung, sondern kann Santa im Extremfall sogar vor Gericht bringen.

Aber auch im Straßenverkehr lauern Gefahren. Auf dem Weg zur nächsten Bescherung kommt es in der Hektik zu einem Blechschaden mit einem gestressten Last-Minute-Käufer. Es steht Aussage gegen Aussage.

Für solche Auseinandersetzungen braucht der Weihnachtsmann eine Privat- und Verkehrsrechtsschutzversicherung. Sie kostet rund 167 Euro im Jahr und schützt ihn vor Konflikten zwischen Kamin, Haustür und Parkplatz.

Unfallversicherung: Wenn der Dachziegel zur Todesfalle wird

Der Weihnachtsmann arbeitet unter extremen Bedingungen. Vereiste Dachziegel, glitschige Regenrinnen, enge Kamine - bei jeder Landung riskiert er seine Gesundheit. Ein Fehltritt kann zu schweren Verletzungen führen.

Die Krankenversicherung übernimmt zwar die Akutversorgung, zahlt aber nicht bei langfristigen Folgen. Weil "Weihnachtsmann" in Deutschland keine offizielle Berufsbezeichnung ist, muss Santa sein Risiko privat absichern.

Eine private Unfallversicherung leistet bei dauerhafter Beeinträchtigung - etwa nach einem Sturz vom Dach oder einer Rauchvergiftung im Kamin. Die Invaliditätszahlung sichert seine Existenz, falls Santa nicht mehr arbeiten kann.

Kosten: 105 Euro pro Jahr. Abgesichert sind auch Bergungs- und Rettungskosten sowie langfristige Folgen von Nahrungsmittelvergiftungen, zum Beispiel durch verdorbene Milch. Selbst dauerhafte Beeinträchtigungen beim Retten entglittener Geschenke oder durch starke Kraftanstrengungen deckt die Police ab.

Vollkasko: Rentiere sind in Deutschland nicht zugelassen

Der größte Brocken im Versicherungspaket ist die Kfz-Versicherung. Da Rentiere in Deutschland nicht zulassungsfähig sind, nutzt der Weihnachtsmann einen robusten Pickup mit viel Stauraum als offiziellen Dienstwagen.

Für den Vollkaskoschutz zahlt der 55-jährige Modell-Santa aus Berlin satte 1730 Euro jährlich. Mit abgesichert sind Schäden durch Tiere aller Art und Folgen grober Fahrlässigkeit. Wenn der Stress am Weihnachtstag zu riskanten Manövern führt, summiert sich die Schadenssumme schnell.

Fazit: Santas Job ist teuer abzusichern

Unterm Strich zahlt der Weihnachtsmann 2099 Euro im Jahr für seinen Versicherungsschutz. Das mag nach viel Geld klingen. Aber angesichts der Risiken, die Santa jede Weihnachtsnacht eingeht, ist es vermutlich gut investiertes Geld.

Für die Berechnungen hat Verivox ein sehr erfahrenes Profil gewählt: Der Modell-Santa ist 55 Jahre alt, fährt einen ein Jahr alten Dienstwagen, legt jährlich 20.000 Kilometer zurück und ist in Schadenfreiheitsklasse 20 eingestuft. Die Unfallversicherung wurde mit einer Invaliditätsleistung sowie einer monatlichen Unfallrente von 500 Euro berechnet.