Private- oder Gesetzliche Krankenversicherung? Warum 2026 für viele ein Wendepunkt wird

Ab 2026 müssen viele gesetzlich Versicherte mit spürbar höheren Beiträgen rechnen. Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt von derzeit 66.600 € (2024) auf 69.750 € (2026). Wer am oberen Limit verdient, zahlt dann – bei einem Zusatzbeitrag von rund vier Prozent und inklusive Pflegeversicherung – bis zu 1.300 € im Monat.

Im Jahr 2025 lag der Höchstbeitrag noch bei etwa 1.160 €, was bereits einer Erhöhung um rund zehn Prozent entsprach. Damit steigen die Kosten innerhalb von zwei Jahren um mehr als 13 Prozent – ein Rekordwert.

Die Gründe liegen im weiterhin steigenden Kostendruck des Gesundheitssystems: mehr Pflegebedürftige, höhere Löhne im Gesundheitswesen, teurere Medikamente und eine anhaltend hohe medizinische Inflation. Kurz gesagt: Die GKV erreicht 2026 ein neues Allzeithoch – besonders für Gutverdiener.

Dieter Homburg, unabhängiger Finanzexperte und Bestsellerautor, berät seit über 25 Jahren zu PKV, Risikoabsicherung und Altersvorsorge – mit Fokus auf langfristig stabile, bezahlbare Strategien im Ruhestand. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Wann die Private Krankenversicherung (PKV) eine Option ist

Ab einem Bruttojahreseinkommen von 77.400 € (2026)der sogenannten Versicherungspflichtgrenze (JAEG) – ist der Wechsel in die Private überhaupt möglich.

Das gilt nicht nur für Angestellte, sondern ebenso für Selbstständige und Freiberufler, die aktuell noch gesetzlich versichert sind.

Sie lohnt sich vor allem für

  1. Gesunde Versicherte ohne chronische Diagnosen,
  2. Angestellte unter 40,
  3. Selbstständige mit überdurchschnittlichem Einkommen,
  4. Einzelversicherte, die keinen Partner oder keine Kinder beitragsfrei mitversichern müssten.

Und genau hier wird es interessant:

Die Private Krankenversicherung kann langfristig günstiger sein – allerdings nur, wenn bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sind.

Ein wesentlicher Unterschied: In der privaten Krankenversicherung wird ein Teil des Beitrags nicht verbraucht, sondern als Altersrückstellung angespart. Diese Rücklagen gehören dem Versicherten und dienen später der Beitragsentlastung. Je nach Tarif und Anbieter werden 40–50 % des Beitrags als Kapital für das Alter zurückgelegt.

Ein reales Beispiel:

Ich selbst bin seit 26 Jahren privat versichert, habe bislang rund 101.000 € eingezahlt – und davon liegen heute über 62.000 € als Rückstellungen für mein Alter.

Das ist echtes Vermögen, das mir später zur Verfügung steht. In der gesetzlichen Krankenversicherung wäre dieses Geld jedes Jahr vollständig ausgegeben.

Warum Preisvergleiche in die Irre führen

Viele, die den Wechsel in die PKV erwägen, schauen zuerst auf Online-Vergleiche oder lassen sich von günstigen Einstiegsprämien überzeugen.

Das ist riskant. Denn entscheidend ist nicht der Startpreis, sondern die Stabilität über Jahrzehnte. Ein Tarif, der heute günstig wirkt, kann in zehn Jahren massiv steigen.

Wir sehen in echten Vertragsverläufen regelmäßig Unterschiede von mehreren hundert Euro monatlich zwischen stabil kalkulierten Anbietern und sogenannten „Locktarifen“, die später drastisch teurer werden.

Ein 50-jähriger Versicherter zahlt in schlechten Tarifen heute oft schon über 1.000, während gleichaltrige Kunden in stabilen Tarifen nur gut die Hälfte davon zahlen.

Darum gilt:

Wer sich für die Private interessiert, sollte sich nicht auf Durchschnittswerte oder aktuelle Rankings verlassen, sondern die reale Entwicklung über mindestens 25 Jahre prüfen.

Bei guten Versicherern lassen sich diese Daten belegen, weil die Tarife meist über Jahrzehnte stabil kalkuliert sind – auch wenn sie zwischenzeitlich nur namentlich oder kalkulatorisch angepasst wurden.

Fazit: Die steigenden GKV-Beiträge 2026 sind kein Ausreißer, sondern das Symptom eines Systems, das unter der Last der Kosten ächzt.

Wer gesund ist, gut verdient und seine Zukunft strategisch planen will, sollte prüfen, ob ein Wechsel in eine nachweislich beitragsstabile PKV langfristig sinnvoller ist. Nicht der Scheinrabatt beim Einstieg zählt, sondern die Kalkulationsqualität über Jahrzehnte.

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    Bildquelle: Dieter Homburg

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