Der Amtsinhaber will weitermachen: Anton Ortlieb stellt sich 2026 erneut zur Wahl als Bürgermeister. Die anderen Gruppierungen halten sich noch bedeckt.
Benediktbeuern – In Benediktbeuern, so sagte es der ein oder andere schon vor Monaten hinter vorgehaltener Hand, habe der Wahlkampf bereits begonnen. Bei mancher Debatte konnte man diesen Eindruck tatsächlich gewinnen, zum Beispiel wenn es um den Don-Bosco-Club ging. Mit Blick auf die Bürgermeisterwahl 2026 hat sich aber bislang noch keiner so recht aus der Deckung getraut. Jetzt macht der Amtsinhaber den ersten Schritt: Anton Ortlieb will sich erneut als Rathauschef zur Wahl stellen. Das gibt der 51-Jährige jetzt gegenüber unserer Zeitung bekannt.
Benediktbeuerns Bürgermeister Anton Ortlieb strebt zweite Amtszeit an: „Projekte weiter vorwärts treiben“
Er wolle weitere sechs Jahre für Benediktbeuern anpacken, sagt Ortlieb. Für das Amt des Landrats stehe er – entgegen anderslautender Gerüchte – nicht zur Verfügung. Wie berichtet hatte Josef Niedermaier angekündigt, sich nach dem Ende der Wahlperiode von dem Posten zurückzuziehen.
Ortliebs Ziel in der nächsten Wahlperiode: „Die Projekte, die wir eingeleitet haben, weiter vorwärtstreiben.“ Dazu zähle der Neubau einer Kindertagesstätte an der Bahnhofstraße, für den die Gemeinde einen Millionenbetrag investiert. „Dafür müssen wir alle Kräfte bündeln“, erklärt der Rathauschef. Der Kita-Neubau sei die „Priorität Nummer eins“. Seit seinem Amtsantritt hatte er einige Krisen zu bewältigen, darunter die Folgen von Corona und die Hagelkatastrophe 2023. „Das haben wir alles mit dem Team gut hingebracht“, blickt er zurück.
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Ortlieb ist seit Juli 2019 Bürgermeister Benediktbeuerns. Er folgte auf Hans Kiefersauer, der im März 2019 überraschend verstorben war. Bei der Stichwahl gewann er mit einem knappen Vorsprung von nur 41 Stimmen gegen Hanns-Frank Seller (CSU).
Bürgermeistekandidat offen: CSU diskutiert „seit Längerem“
Ob die CSU bei der Wahl im kommenden Jahr nochmal einen Bürgermeisterkandidaten aufstellt, ist unklar. „Die Entscheidung ist noch offen“, sagt Hans-Otto Pielmeier, der Vorsitzender des CSU-Ortsvereins ist. „Wir diskutieren intern schon seit längerem“, erklärt der Gemeinderat. Entsprechende Namen wolle der Ortsverein bis Mitte Juni öffentlich kommunizieren. An Spekulationen zu Personalien wolle er sich nicht beteiligen, so Pielmeier.
Nicht in die Karten schauen lassen will sich auch Rudi Mühlhans. Er hat bereits zweimal versucht, für die Freie Bürgerliste Miteinander Bürgermeister zu werden – und war jeweils gescheitert. „Manche Dinge brauchen Zeit“, erklärt Mühlhans vielsagend. Im November will die Gruppierung Näheres zu ihrem Personal für die Wahl im März 2026 kommunizieren. Die FBM solle in jedem Fall weiterhin eine sozial-ökologische „Wahlalternative“ zu den anderen Gruppierungen im Gemeinderat darstellen, so Mühlhans.
Freie Wählergemeinschaft ist noch in der Findungsphase
Auch die Freie Wählergemeinschaft Benediktbeuern ist noch in der Findungsphase. Etwa nach Pfingsten wolle die Gruppierung bekanntgeben, mit welchem Personal sie in die Wahl geht, berichtet Gemeinderat Stefan Geiger. Die Frage nach einem möglichen Bürgermeisterkandidaten werde dabei ebenfalls geklärt. Voraussichtlich werde das bisherige FWG-Trio im Gemeinderat, das aus Leonhard Hundegger, Markus Schambeck und eben Geiger besteht, bei der nächsten Wahl wieder kandidieren. (vfi)