Im Landkreis Verden liegt sie, die sogenannte „Mördergrube“. Noch immer zieht der Ort Besucher in seinen Bann. Dort geschah Schreckliches.
Cluvenhagen – Der höchste Leuchtturm Deutschlands, die älteste Familie der Welt oder das giftigste Loch: Wenn es um Superlative geht, dann muss sich Niedersachsen nicht verstecken. Das Bundesland im Norden Deutschlands ist voll mit geheimen Orten, Verborgenem und Sehenswürdigkeiten.
Dazu gehört auch die sogenannte „Mördergrube“ im Landkreis Verden. Sie liegt in Cluvenhagen, ein Dorf in der Nähe von Langwedel. Auch heute zieht der Ort noch Besucher an. Dort, wo nun die Gaststätte Waldschlößchen liegt, geschah in der Vergangenheit Schreckliches.
Bei Besuchergruppen beliebt: Das geschah in der „Mördergrube“ in Niedersachsen
Welche Grausamkeiten sich in der „Mördergrube“ abspielten, zeigt heute ein Schild vor Ort. Denn die Gegend war im 15. Jahrhundert bekannt dafür, dass Raubritter-Banden und Strauchdiebe dort ihr Unwesen trieben. Bürger, die auf dem Weg zwischen Bremen und Verden unterwegs waren, wurden verschleppt, ausgeplündert und zum Teil erst freigelassen, nachdem Lösegeld für sie bezahlt wurde.
Oft wurden die Geiseln dann in der Burg Langwedel festgehalten, von der heute nur noch ein Hügel übrig ist. Dabei sollen auch die Langwedeler Burgvögte Bewohnern und Untertaten Gewalt und „Ungerechtigkeiten“ angetan haben. Ihnen seien wichtige Ämter entzogen worden, heißt es auf der Hinweistafel der „Mördergrube“. Auch wurde ihre Befugnis zur Rechtsprechung einkassiert.
Raubüberfälle nehmen Überhand: Bremer Erzbischof muss Machtwort sprechen
In der „Mördergrube“ überfielen die Räuber bevorzugt Postkutschen und Kaufleute. Aber auch einfache Frauen und Männer zu Fuß, auf Pferden oder im Karren waren vor ihnen nicht sicher.
Meine news
Die Überfälle nahmen ein solches Ausmaß an, dass der damalige Bremer Erzbischof am 18. November 1425 schriftlich festhielt, dafür zu sorgen, dass alle die Straße bei Langwedel sicher passieren können, ohne Gewalt oder dergleichen zu erleiden.
Auch heute noch sagt ein plattdeutsches Sprichwort: „Makt, dat ji bi Dage dör Langwedel kommt!“ Oder auf Hochdeutsch: „Macht, dass ihr bei Tage durch Langwedel kommt!“