Die Stadt Oldenburg trägt möglicherweise eine falsche Zusatzbezeichnung. Eigentlich soll sie diese ändern – zu hohen Kosten. Doch das will die Stadt nicht.
Oldenburg – Ein Name ist normalerweise etwas Bleibendes. Das gilt für Städte noch viel mehr als für Menschen. Doch im Fall von Oldenburg muss jetzt geklärt werden, ob die Stadt möglicherweise seit Jahrzehnten einen falschen Namen trägt oder nicht. Eine Änderung der inkorrekten Bezeichnung wäre allerdings nicht nur aufwändig und ein wenig unangenehm, sondern vor allem auch teuer.
Konkret geht es hier nicht um den Stadtnamen Oldenburg an sich, sondern um die Zusatzbezeichnung (Oldb), welche der Ort in Niedersachsen zusätzlich in Klammern trägt, um sich von dem anderen und deutlich kleineren Oldenburg in Schleswig-Holstein abzugrenzen.
Oldenburg gibt es sowohl in Niedersachsen als auch in Schleswig-Holstein
Wie wichtig eine trennscharfe Unterscheidung der beiden Oldenburgs ist, musste die niedersächsische Stadt vor gar nicht so langer Zeit schmerzlich am eigenen Leib erfahren: Bei der Bestellung neuer Dienstfahrzeuge für ihre Mitarbeiter unterlief der Stadtverwaltung ein peinlicher Fehler. Statt der Silhouette der eigenen Stadt wurde irrtümlicherweise ein Panorama mit dem Rathaus des holsteinischen Oldenburg auf die Wagen gedruckt.
Seit vielen Jahren verwendet die Stadt Oldenburg daher offiziell die Abkürzung Oldenburg (Oldb), um Verwechslungen zu vermeiden. Laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz ist aber die Bezeichnung Oldenburg (Oldenburg) die korrekte. Die Kommunalaufsichtsbehörde fordert deshalb eine Anpassung der Schreibweise.
Wird der Namenszusatz zur Unterscheidung von Oldenburg geändert, wird es teuer
Diese fünf Buchstaben mehr oder weniger würden allerdings für viele Beteiligte sehr teuer werden. Bei der Stadtverwaltung und anderen öffentlichen wie privaten Stellen würde die Änderung enormen Aufwand und Kosten in Millionenhöhe verursachen, teilte die Stadt mit. Nicht nur müsste die Beschilderung am Hauptbahnhof erneuert werden. Nein, auch alle Ausweisdokumente der Bürgerinnen und Bürger müssten geändert werden, da darin die Bezeichnung Oldenburg (Oldb) steht, schreibt die Nordwest-Zeitung.
In der Mitteilung der Stadt heißt es weiter: „Die Schreibweise wird seit Jahrzehnten verwendet und ist Teil der städtischen Identität.“ Die Stadt Oldenburg will die langjährige juristische Unklarheit zur Namensführung deshalb jetzt „bürgerfreundlich, pragmatisch und kosteneffizient“ lösen. Nur wie will sie das umsetzen?
Konkret soll der Name der Stadt im Gesetz von Oldenburg (Oldenburg) in die geläufige Form Oldenburg (Oldb) geändert werden. Die Stadt Oldenburg plant daher, das Kommunalverfassungsgesetz zu ändern und wird dazu einen Antrag beim Innenministerium stellen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Rat der Stadt Oldenburg am Montagabend gefasst – einstimmig. Zuvor war mit einer breiten Zustimmung für das Vorhaben gerechnet worden.
Meine news
Die inkorrekte Zusatzbezeichnung wird schon seit Jahrzehnten verwendet
Die Stadt gibt an, dass die verschiedenen Schreibweisen seit etwa 50 Jahren bestehen. Vermutlich sind sie auf einen Übertragungsfehler während der Gebietsreformen der 1970er Jahre zurückzuführen. Tatsächlich wurde die Bezeichnung Oldenburg (Oldb) aber bereits Jahrzehnte zuvor verwendet, wie historische Dokumente belegen.
So findet sich die Abkürzung beispielsweise in einem Briefkopf von 1939, in Protokollen aus dem Jahr 1941 sowie in einem Dokument der Militärregierung von 1945. Seit 1946 ist die Schreibweise zudem in der Hauptsatzung der Stadt verankert. (mit dpa)