Gemeinderat verabschiedet Haushalt: Odelzhausen geht es gut – noch

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Ein Schaden, der in die Hunderttausende gehen dürfte: die Odelzhauser Schulturnhalle nach dem Sturm im vergangenen Sommer. Die Reparatur des Dachs gehört zu den größten finanziellen Brocken, die die Gemeinde in den nächsten Monaten schultern muss. © Benjamin Küpper

Odelzhausen hat den Haushalt für 2024 verabschiedet. Der Tenor: Die Gemeinde kann „positiv in die Zukunft schauen“, so Bürgermeister Markus Trinkl, der im Gemeinderat Grüße nach Berlin und München schickte – allerdings keine schönen.

Odelzhausen – Davon können andere Kommunen im Landkreis Dachau nur träumen. Odelzhausens Finanzverwaltung hat in den vergangenen zehn Jahren satte 20 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt überführt, sprich die Kommune hat 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Das veranlasste Bürgermeister Markus Trinkl bei der Verabschiedung des Haushalts für das laufende Jahr zu folgendem Fazit: „Es ist die letzten Jahre gut gelaufen!“ Er sagte aber auch, dass das Wirtschaften von nun an „deutlich anspruchsvoller“ werden wird.

Der Etat für 2024, der bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend einstimmig verabschiedet wurde, hat ein Gesamtvolumen von rund 29,6 Millionen Euro (siehe dazu Kasten unten). Das Volumen wird in den Folgejahren allerdings geringer, „insbesondere, weil die Rücklagen weniger werden“, so Trinkl.

Das liegt hauptsächlich daran, dass Odelzhausen in Bälde kräftig investieren muss. Die Beauftragung von Leistungen, wie es im Kämmerei-Deutsch heißt, umfasst 6,95 Millionen Euro. Größte Brocken sind die Renovierung der bei einem Sturm im August schwer beschädigten Turnhalle sowie das Vorhaben Feuerwehrhaus Miegersbach, in das die Brandschützer aus Höfa einst einziehen werden.

Gewerbesteuereinnahmen höher als erwartet

Prima ist diesbezüglich, dass die Gewerbesteuereinnahmen mit 4 Millionen Euro äußerst erfreulich ausfallen. Und dass der Einkommensteueranteil (4,5 Millionen Euro) dank neuer Baugebiete und dem damit verbundenen Wachsen auf 6000 Einwohner üppig ist.

Und noch ein Sachverhalt ließ den Bürgermeister in der Sitzung ein kleines Lächeln entlocken: Odelzhausen hatte im Haushaltsansatz einen Kreisumlagehebesatz von 53,75 Prozent fixiert. Tatsächlich beschloss der Kreistag vor zwei Wochen einen Hebesatz von „nur“ 50,43 Prozent. Bei einer Kreisumlage von nun 4,9 Millionen Euro spart die Kommune also viel Geld.

Trinkls Lächeln gefror jedoch auf der Stelle wieder, als er seine Gedanken an die große Politik richtete. „Wir würden uns durchaus von der Ampelregierung, aber auch von der Landesregierung, deutlich mehr Engagement wünschen, um die Kommunen nicht einfach außen vor zu lassen“, kritisierte er und nannte zwei Beispiele.

Kinderbetreuungskosten sind in den vergangenen Jahren explodiert

Nummer eins: die Wirtschaftsförderung des Bundes. „Schade ist nämlich, wenn die Wirtschaftsförderung zu Lasten der Gemeinden geht. Denn Wachstumschancengesetz und Gewinnreduzierungen heißt weniger Gewerbesteuer. Und das heißt auch, der kommunale Einkommenssäckel wird deutlich geringer.“ Eine Kompensation gebe es nicht, „obwohl die Haushaltslage in vielen Kommunen dramatisch ist“.

Thema Nummer zwei: die Kinderbetreuung. Ein riesiges in Odelzhausen. Da habe es eine „Kostenexplosion“ gegeben, so das Gemeindeoberhaupt, „ein Thema, das wir aus dem Bund haben“. Genauer gesagt macht den Kommunen der seit 2013 geltende Rechtsanspruch auf die Betreuung von Kindern ab dem ersten Lebensjahr zu schaffen. 2014 betrug das Jahresdefizit fürs Kümmern um die jüngsten Gemeindebürger in Odelzhausen noch 650 000 Euro. Heute sind es 1,5 Millionen Euro.

Der Hauptanteil an dem Millionen-Minus fällt auf die Personalkosten. Zwei Drittel der insgesamt 120 Gemeindemitarbeiter ist in den Kitas zu finden. Das Budget für die Angestellten macht im Übrigen insgesamt 40 Prozent der Gesamtausgaben im Etat 2024 aus.

Zahlen zum Odelzhauser Haushalt 2024

Der Haushalt 2024 hat ein Gesamtvolumen von rund 29,6 Millionen Euro; Verwaltungshaushalt rund 16,4 Millionen Euro sowie Vermögenshaushalt etwa 13,2 Millionen Euro. Die Gemeinde plant für heuer ohne Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen. Erwarteter Schuldenstand zum Ende des Jahres: 96 250 Euro. Größte Einnahmen sind der Einkommensteueranteil mit 4,5 Millionen Euro sowie die Gewerbesteuer mit 4 Millionen Euro. Größte Ausgaben sind die Kosten fürs Personal in Höhe von 6,5 Millionen Euro sowie die Kreisumlage von 4,9 Millionen Euro.

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