„Fährt, wenn man ihn braucht“: Neuer Flexbus in Moosburg gestartet – So funktioniert das System

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Moosburg

Kommentare

Über das Flexbus-System, das in der Dreirosenstadt im Angebot ist, freuen sich Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger (l.) und Landrat Helmut Petz. Am Neujahrstag wurde das neue Angebot am Aquapark offiziell gestartet. © Hermann

Das Flexbus-System in Moosburg ist gestartet. Ob das Angebot auch für den Landkreis denkbar wäre, ist noch offen. Dazu braucht es Erfahrungswerte.

Moosburg - Pünktlich am 1. Januar ist der neue On-Demand-Flexbus in Moosburg gestartet. Eines der ersten Ziele war zum Auftakt der Moosburger Aquapark, wo Landrat Helmut Petz und Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger nicht nur beim Neujahrsschwimmen der Wasserwacht Moosburg mit dabei waren, sondern auch das Rufbus-System offiziell in Betrieb nahmen.

Die Grundidee des Flexbus‘ erklärt Tobias Grießer, Pressesprecher des Landratsamts Freising, in wenigen Worten: „Der Bus fährt nicht auf bestimmten Linien zu bestimmten Zeiten, sondern er fährt, wenn man ihn braucht“ – quasi ein „Rufbus-System zum MVV-Tarif“. Er löst damit den bisherigen Moosburger Stadtbus ab.

Drei Kleinbusse, zwei davon behindertengerecht, mit Platz für jeweils bis zu sieben Fahrgästen chauffieren die Moosburger Bürger zu den vorbestellten Haltestellen – werktags von 5 bis 22 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 6 bis 22 Uhr. Die Bestellung der Flexbusse erfolgt (nach einmaliger Registrierung) über die MVV-App, online unter www.mvv-auskunft.de oder telefonisch unter (089) 41 42 43 44. Die Bürger werden dann in Moosburg an virtuellen Flexbus-Haltestellen abgeholt, die nur angefahren werden, wenn Bestellungen vorliegen. Die Wartezeit soll „nicht mehr als eine halbe Stunde“ dauern, so Tobias Grießer, die Gehstrecke nicht mehr als 200 Meter.

Vierjähriger Probebetrieb soll Landkreis Erkenntnisse liefern

Wie vom Kreistag im Dezember 2023 beschlossen, soll der Probebetrieb vier Jahre lang im Gebiet der Stadt Moosburg laufen – von 1. Januar 2025 bis 14. Dezember 2028. Den Betrieb übernimmt die DB Regio Bus Bayern GmbH, die mit 718.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat – der ursprüngliche Kostenrahmen lag zwischen 725.000 und 785.000 Euro. Für den Probebetrieb gibt es auch eine staatliche Anschubförderung, berichtet Grießer – 65 Prozent im ersten, 55 Prozent im zweiten und 35 Prozent im dritten Jahr. Alles in allem sei das neue Angebot „deutlich kostengünstiger als ein neu auszuschreibender Linien-MVV-Stadtbus“.

Sollte der Flexbus-System die Erwartungen aller erfüllen, könnte es auch ein Modell für den Landkreis werden, so Grießer. Sprich: Die Testphase könnte auf ländlich geprägte Teile des Landkreises ausgeweitet werden. Bis es aber soweit ist, gilt es, Erfahrungen zu sammeln, Vorteile herauszuarbeiten, Schwachstellen zu beheben sowie Fahrgastzahlen und Kosten zu kalkulieren. Auf Grundlage der Erfahrungen und Daten müssen die Kreisgremien letztlich entscheiden, ob diese Rufbusse auf den ganzen Landkreis ausgeweitet werden und mögliche unrentable Linien ersetzen sollen.

Dass man den Moosburger Flexbus künftig auch am Aquapark öfter sehen wird, darüber würde sich Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger sicher freuen, schließlich ist der Weg zu dem beliebten Badesee weit und wegen einer fehlenden, direkten Radweganbindung auch nicht ungefährlich.

Erklärvideo zeigt Abläufe rund um eine Flexbus-Fahrt

Auf der Homepage des MVV München gibt es weitere Auskünfte rund um den Flexbus. Dort findet sich auch folgendes Erklärvideo, das für die Nutzer im Landkreis München erstellt wurde:

Auch interessant

Kommentare