Bei den TT-Finals waren erstmals die Seniorenklassen mit dabei. Christiane Ernst und Florian Kaindl holten in Erfurt jeweils Medaillen in ihren Klassen.
Erfurt – Gern hätte Christiane Ernst noch mehr Spiele in den anderen Klassen angeschaut, doch „leider hatte ich wenig Zeit“, berichtete die Tischtennisspielerin aus Weilheim.
Da war zum einen die schiere Größe des Events über drei Hallen hinweg. Die deutsche Tischtennismeisterschaft der Senioren wurde heuer erstmals gemeinsam mit den TT-Finals der Damen und Herren sowie der Jugend 15 und 19 ausgetragen – das Ganze avancierte so zum „größten Tischtennis-Fest Europas“, wie der DTTB mitteilte. Zum anderen war Ernst in der Altersklasse 45 selbst an der Platte voll gefordert; in drei Konkurrenzen trat die Regionalligaakteurin des TSV Da㈠chau an. Am Ende der drei Tage war sie durchaus „erschöpft“, wie sie sagte, aber auch zufrieden. Ernst hatte (wie schon bei der Senioren-DM 2022) zweimal Bronze gewonnen.
Christiane Ernst holt zweimal DM-Bronze
Der Start erfolgte für sie im Mixed-Wettbewerb. Dort war ein Start an der Seite von Marcus Taeffner (DJK Altdorf) geplant, doch der hatte sich diesmal nicht qualifiziert. So trat Ernst mit Florian Leidheiser (TSV Neuried) an. Nach einem klaren 3:1 im Achtelfinale musste sich das neuformierte Duo im Viertelfinale mit 1:3 geschlagen geben. Dennoch habe es Spaß gemacht, so Christiane Ernst, „wir spielen eigentlich auch ganz gut zusammen“.
Im Einzel holte die Weilheimerin nach 2024 und 2022 ihre dritte DM-Medaille. Mit dem Optimum von 3:0 Siegen holte sich Ernst den ersten Platz in ihrer Vorrundengruppe. Aufgrund diverser Verzögerungen im Programmablauf kam sie erst gegen 23.15 Uhr aus der Halle. Bei so einem Großereignis „benötigt man gute Nerven, Durchhaltevermögen und langen Atem“, sagte sie.
Ernst und ihr Comeback nach 0:2-Rückstand
Tags darauf ging es in die K.o.-Runden. Nach einem souveränen 3:0 über Jennifer Kaufmann (TSV Watenbüttel) kam es im Viertelfinale erneut zu einem Treffen mit Silke Stieglitz (TSV Watenbüttel). Im Vorjahr hatte Ernst das Achtelfinale gegen sie gewonnen. Diesmal war die Weilheimerin zunächst „nahezu chancenlos gegen das druckvolle Angriffsspiel der Linkshänderin“. Mit 0:2 Sätzen (6:11, 4:11) lag die Oberbayerin zurück, stand vor dem Aus. Doch während Stieglitz nervöser wurde und einfache Fehler produzierte, zeigte Ernst Nervenstärke. Sie holte die folgenden Sätze (11:5, 11:4, 11:5) und zog so ins Halbfinale ein.
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Dort kam es zur Neuauflage des Duells mit der amtierenden AK45-Meisterin Nikola Jäckel (TTV Hasborn). Ein Satzgewinn war Ernst nicht vergönnt (7:11, 9:11, 4:11), gleichwohl betonte die spätere Turniersiegerin hinterher, dass es ihr die Weilheimerin sehr schwer gemacht habe. Mit Bronze war Ernst „sehr zufrieden“. Ihr Ziel war der Einzug ins Hauptfeld. „Und als Nummer fünf der Setzliste ist es auch nicht selbstverständlich, ins Halbfinale einzuziehen“, so Ernst.
Im Doppel ging Ernst mit ihrer Standard-Partnerin Barbara Seiler (TTC Langweid) als Angriff-Abwehr-Kombination ins Turnier. Das Viertelfinale gegen Stephanie Küppers (TuS Wickrath)/Gabi Franssen (SV Holzbüttgen) gewannen die Bayerinnen klar (11:7, 11:8, 11:5). Im Halbfinale ging es gegen das topgesetzte Duo, bestehend aus Nikola Jäckel (TTV Hasborn)/Anke Brück (TTC Mühlheim-Urmitz). Die Sätze verliefen knapp, mehrmals lagen die Bayerinnen vorn, „konnten die Führung aber nicht ins Ziel bringen“, so Ernst. Am Ende stand es 0:3 (10:12, 10:12, 9:11).
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Florian Kaindl (AK 45) vom Verbandsliga-Aufsteiger TSV Hohenpeißenberg reiste aus Erfurt mit einer Bronzemedaille im Mixed heim. Mit Barbara Seiler (TTC Langweid) gelangen ihm zwei 3:0-Siege und so der Sprung ins Halbfinale. Dort zog das Duo gegen die späteren Goldmedaillengewinner, Nikola Jäckel (TTV Hasborn)/Alexander Krenz (Eintracht Frankfurt), mit 0:3 (6:11, 11:13, 3:11) den Kürzeren.
Fünfsatzspiel mit 118 Punkten
Im Einzel gewann der dreifache bayerische Meister seine Vorrundengruppe mit drei Siegen. Nach einem 3:1 im Achtelfinale verlor Kaindl im Viertelfinale gegen den späteren Silbermedaillengewinner Frank Sternal (MTV Moisburg) mit 0:3 (9:11, 8:11, 4:11). Das Doppel absolvierte der Spieler des TSV Hohenpeißenberg mit Florian Leidheiser (TSV Neuried). Im Achtelfinale verloren die beiden nach umkämpftem Spiel mit 2:3 (9:11, 16:14, 13:11, 13:15, 5:11) gegen Uwe Peters (TTG Niederkassel)/ Thorsten Honefeld (FC Schalke 04).