Die Geduld der Bahnreisenden in Österreich dürften künftig verstärkt auf die Probe gestellt werden. Grund dafür sind Arbeiten an der DB-Infrastruktur.
Wien – Immer wieder sorgen die Zustände bei der Deutschen Bahn für Diskussionen. Regelmäßige Zugverspätungen oder -ausfälle, geschätzte Fahrpläne, dazu eine marode Infrastruktur. Zumindest an letzterem soll sich jedoch schon bald einiges ändern. Es stehen großflächige Generalsanierungen auf dem ganzen Bundesgebiet an. Die Arbeiten dürften aber über Deutschlands Grenzen hinaus Folgen für Bahnreisende haben.
Umfangreiche Streckensperren bei der Deutschen Bahn ab 2026 - Auswirkungen für Österreich
Die lang ersehnte Sanierung des deutschen Schienennetzes wird ab 2026 zu erheblichen Einschränkungen für Bahnreisende in Österreich führen. Wie ÖBB-Chef Andreas Matthä am Freitag (21. März) bekannt gab, stehen Bahnkunden „zwei bis drei sportliche Jahre“ bevor, in denen ihre Geduld „ein Stück weiter strapaziert“ wird. Niederschlagen dürfte sich der Infrastrukturausbau vor allem in deutlich längeren Fahrtzeiten.
Die Auswirkungen des enormen Streckensanierungsprogramms der Deutschen Bahn dürften 2026 mit der Sperrung der Verbindungen Regensburg-Nürnberg (1. Halbjahr) und Passau-Obertraubling (2. Halbjahr) beginnen. 2027 folgt die Sperrung des Deutschen Ecks, 2028 wird die Strecke Rosenheim-München saniert. Wie österreichische Medien, darunter der ORF, berichten, dürften allein 2026 infolge der Arbeiten etwa 80 Güterzüge über Salzburg umgeleitet werden.
Die Auswirkungen für Österreich-Reisende im Überblick:
- Im zweiten Halbjahr 2026 entfallen die ICE-Linien Wien-Regensburg/Nürnberg, Züge können nicht mehr über Passau nach Deutschland fahren und weichen über München aus
- Sperre des Deutschen Ecks 2027: Fernzüge von Wien nach München werden über Passau umgeleitet, was die Fahrtzeit um bis zu 45 Minuten verlängert, wer nach Bregenz und Zürich fährt, muss sogar 90 Minuten mehr einplanen, da die Züge über Bischofshofen umgeleitet werden
- 2027 und 2028 wird der Güterverkehr Richtung Triest über die Pyhrnstrecke und die „alte“ Südstrecke umgeleitet, dort verkehren auch beliebte Nachtzugverbindungen zwischen Deutschland und Italien
- Zwischen Linz und Selzthal sowie zwischen St. Valentin und Steyr könne es Fahrplanänderungen und Zugausfälle geben
- Änderungen im Zugverkehr für 2028 werden noch abgestimmt.
Massive Sanierungsarbeiten an DB-Infrastruktur laut ÖBB-Chef „alternativlos“
Matthä betonte, dass die Sanierung trotz aller Unannehmlichkeiten „alternativlos“ sei. Bereits jetzt sei kein österreichischer Güterzug „planmäßig dort gefahren, wo er fahren sollte“. 50 Prozent der heimischen Zugverspätungen seien auf das Ausland zurückzuführen, so der ÖBB-Chef. Durch die geplanten Sanierungsarbeiten seien weitere Beeinträchtigungen nicht vermeidbar.
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Trotz maximaler Auslastung der österreichischen Schieneninfrastruktur können während der Bauarbeiten nur 80 Prozent der derzeitigen Kapazitäten gesichert werden. Dies führe zwangsläufig zu einer teilweisen Verlagerung des Güterverkehrs auf die Straße. Auch in Südtirol müssen sich Urlauber auf Probleme beim Bahnfahren einstellen, wichtige Zugverbindungen sind von Unterbrechungen betroffen. (jm)