„Albert“ hatte keine Chance: Jetzt spricht das Opfer der Wolfshund-Attacke

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Die 29-jährige Tullingerin mit ihrem Malteser-Yorkshire-Mix „Albert“. Der Hund wurde bei einem Spaziergang von zwei Wolfshunden totgebissen. © Privat

Nach der Wolfshund-Attacke in Steinhöring werden Rufe nach Konsequenzen für den Hundebesitzer laut. Das Opfer, eine 29-jährige Frau, meldet sich zu Wort.

Steinhöring – Wenn sie über ihren kleinen „Albert“ spricht, wird der Frau aus Tulling (Gemeinde Steinhöring) das Herz schwer. Auch zwei Wochen nachdem ihr einjähriger Malteser-Yorkshire-Terrier-Mix von zwei Wolfshunden attackiert, totgebissen und sie selbst an der Hand verletzt worden war, steckt der 29-Jährigen der Schreck noch tief in den Knochen. „Mir ist wichtig, dass das Konsequenzen für den Halter der Wolfshunde hat. Der Tod meines kleinen Albert darf nicht umsonst gewesen sein“, sagt sie im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung.

Blutiges Ende an der Weggabelung

Die Tullingerin war mit ihrem kleinen Hund in den Nachmittagsstunden des Vatertags unweit ihres Wohnhauses spazieren. Mit dabei war ihre Freundin und deren Mops. Alles scheint wie immer an diesem Tag, die Frauen unterhalten sich, die Hunde tollen umher. „Albert“ ist nicht an der Leine. „Der bleibt immer bei mir, der läuft nicht weg“, sagt die 29-Jährige. An der nächsten Weggabelung soll sein Leben ein blutiges Ende finden.

Ein Steinhöringer ist mit seinen zwei ortsbekannten Wolfshunden unterwegs. Sie tragen zwar Geschirr und eine Doppelführleine, doch hält der Mann die Leine nicht in der Hand. „Ich sah, dass er in der Hocke ist, die Leine lag neben ihm am Boden“, sagt die 29-Jährige später gegenüber der Polizei, ihre Freundin bestätigt das Geschilderte. Als die Wolfshunde den kleinen Malteser-Mix erblicken, stürmen sie auf das Tier los. „Der eine hat Albert sofort mit den Zähnen am Rumpf gepackt und geschüttelt, der andere hat ihn in den Nacken gebissen. Meine Freundin und ich haben geschrien.“ Doch die Frauen können Albert nicht mehr helfen. Er ist tot.

Wolfshund-Besitzer sagt: Hört auf zu schreien

An die Reaktion des Wolfshund-Besitzers erinnert sich die Tullingerin folgendermaßen: Er habe nur gesagt, „wir sollen aufhören zu schreien“. Zu seinen Hunden habe er gesagt, „dass das jetzt das letzte Mal“ gewesen sei. Die Frau packt Albert und läuft nach Hause. Ihre Freundin spricht den Mann an und fragt ihn nach Namen und Adresse. Beides erhält sie.

Dann wird die Polizei informiert. Zwei Beamte der Polizeiinspektion Ebersberg fahren nach Tulling und nehmen die Anzeige der Hundebesitzerin auf. Sie leiten Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung ein, weil die Frau an der Hand verletzt worden war. Laut Polizeichef Andreas Petermeier hat die Beschuldigtenvernehmung des Wolfshunde-Halters noch nicht stattgefunden. Deswegen liege der Vorgang noch nicht bei der Staatsanwaltschaft.

Bürgermeisterin Martina Lietsch ist schockiert

Steinhörings Bürgermeisterin Martina Lietsch hatte gegenüber der EZ schockiert auf den Vorfall reagiert und ihn als „unerträglich“ bezeichnet. Der Gemeinde sei der Halter der Wolfshunde bekannt. Vor einiger Zeit habe der Mann aus Gründen der „öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ die Auflage erhalten, den Zaun um sein Grundstück zu erhöhen. Dieser Aufforderung sei der Hundehalter nachgekommen. Man werde den Hundehalter nun erneut zu einem Gespräch einbestellten und dann entscheiden, welche Maßnahmen angebracht sind, so die Rathauschefin, der derzeit im Urlaub ist.

Bei der Tullingerin melden sich unterdessen andere Steinhöringer Hundebesitzer, die angeben, ebenfalls schlechte Erfahrungen mit den Wolfshunden gemacht zu haben. „Da muss jetzt etwas passieren“, fordert die Frau Konsequenzen. „Schließlich leben auch viele kleine Kinder hier“.

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