Wolfshund beißt anderen Hund tot: Nach dem blutigen Zwischenfall in Tulling ermittelt die Polizei. Die Gemeinde kündigt Konsequenzen an.
Steinhöring – Im Steinhöringer Gemeindeteil Tulling hat ein Wolfshund den Hund einer Spaziergängerin angegriffen und totgebissen. Die Frau, die dazwischen ging, um ihr Tier zu retten, wurde an der Hand verletzt. Die Polizeiinspektion Ebersberg bestätigte jetzt auf Anfrage der Ebersberger Zeitung den Vorfall, der sich bereits am Vatertag, 29. Mai, im Bereich des Neubaugebiets ereignet hat.
Vorwurf: Gefährliche Körperverletzung
Der Halter des Wolfshundes, der in Steinhörig wohnt, werde als Beschuldigter in einem Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung vernommen, sagte ein Sprecher der Ebersberger Inspektion. Wann dies geschehe, könne er noch nicht sagen. Seiner Kenntnis nach, habe der Wolfshund ein Hundegeschirr getragen, an dem eine Leine befestigt war. Offensichtlich habe er sich von seinem Besitzer losreißen können und sei dann auf den anderen, deutlich kleineren Hund losgegangen.
Steinhörings Bürgermeisterin Martina Lietsch reagierte entsetzt auf den Vorfall, den sie im Gespräch mit der EZ als „unerträglich“ bezeichnete. Der Gemeinde sei der Halter des Wolfshundes bekannt. Vor einiger Zeit habe der Mann aus Gründen der „öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ die Auflage erhalten, den Zaun um sein Grundstück zu erhöhen. Dieser Aufforderung sei der Hundehalter nachgekommen. Bei dem jetzigen Vorfall sei also nicht gegen bestehende Auflagen verstößen worden, so Lietsch.
Bürgermeisterin fordert Hundeführerschein
In jedem Fall werde der Mann nun nach der Beißattacke seines Tieres von der Gemeinde angehört. Dann werde über Konsequenzen entschieden, sagte die Bürgermeisterin, die sich derzeit im Urlaub befindet. Eine Konsequenz könne zum Beispiel eine Maulkorbpflicht für den Wolfshund sein. Der traurige Vorfall zeige, dass für bestimmte Rassen ein Hundeführerschein eingeführt werden sollte. Doch sei dies Aufgabe des Gesetzgebers, sagte Martina Lietsch weiter.