Kein Platz für parkende Autos: Gemeinde verschärft Regelungen

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Anzing

Kommentare

Es kann schon mal eng werden in Anzings Siedlungsstraßen. Rechtlich ist hier bei diesem Beispiel aus „Süd-West“ wohl alles in Ordnung. Zu wenig Stellmöglichkeiten sind aber gerade auch dort ein Problem. © Jörg Domke

Die Gemeinde Anzing schnauft unter ihren zunehmend zugeparkten Straßen. Weil sich immer mehr Anwohner über die Parksituation beschweren, sucht der Gemeinderat jetzt nach Lösungen. Ein Anfang: die neue Stellplatzverordnung.

Anzing – Teils sehr enge Straßen in Wohngebieten, wenig freie Flächen im Ort überhaupt, dazu eine hohe Pkw-Dichte (mit nach wie vor wohl steigender Tendenz): Nur ein paar Faktoren, die es in der Gemeinde Anzing derzeit nahezu unmöglich machen, das Problem mit dem sogenannten stehenden Verkehr halbwegs in den Griff zu bekommen.

Die Schwaigerstraße ist als so ein „Problembereich“ bekannt, die Schillerstraße, die Lessingstraße, die Lärchenstraße, die Zornedinger Straße. Parkende Autos am Straßenrand behindern den Verkehrsfluss. Das freut die einen (Stichwort Beruhigung), ärgert aber andere. Besonders schwierig wird es, wenn große landwirtschaftliche Fahrzeuge hier passieren wollen. Oder die Feuerwehr bzw. Müllabfuhr.

Gemeinderat stimmt für neue Stellplatzsatzung: Künftig zwei Parkplätze für jede Wohnung nötig

Bürgermeisterin Kathrin Alte kennt das Problem. Immer wieder flattern entsprechende Hinweise (auch Beschwerden) von Anliegern bei ihr auf den Tisch. Zuletzt hatte sich der Gemeinderat gar im Rahmen einer Klausur in Holzkirchen intensiv mit dem Thema befasst. Konkret mit einer neuen Stellplatzsatzung, die das Plenum jetzt, bei vier Gegenstimmen, auf den Weg brachte. Am 1. Juli wird sie in Kraft treten. Dass sie schnell Effekte auslösen wird und das angesprochene, latente Parkproblem im Dorf lösen wird, glaubt indes niemand im Rat; auch nicht die Bürgermeisterin.

Eigentlicher Ausgangspunkt für den jüngsten Beschluss war im Übrigen eine Initiative der Staatsregierung. Ihr erklärtes Ziel: Das Bauen im Freistaat zu vereinfachen, indem man (auch) an der Systematik der bestehenden Stellplatzregelungen schraubt. Was nun konkret in Anzing herausgekommen ist? Egal, welche Größe den Wohnungen künftig zugrunde liegen wird: Die Gemeinde verlangt ab demnächst bei neu entstehendem Wohnraum grundsätzlich zwei Stellplätze. Bislang galt: Große Wohnungen drei Stellplätze, kleine einen.

So alt ist diese alte Regelung aber noch gar nicht. Was habe sich im letzten Jahr geändert, um nun alles ganz anders zu machen?, fragte SPD-Gemeinderat Tobias Bönte. Aus seiner Sicht sei es sinnvoller, bei kleineren Einheiten bei einem Stellplatz zu bleiben. Unterstützt wurde er vom 3. Bürgermeister Tobias Finauer (Grüne), der bemerkte: Die künftige Satzung mache den Bau kleinerer Wohnungen unnötig unattraktiv.

Gemeinde will zudem kommunale Verkehrsüberwachung prüfen

CSU-Kollege Rupert Strasser betonte, man müsse etwas ändern, es gebe einfach zu viele Autos im Ort. Und es würden nach seiner Beobachtung immer mehr. Jeder Versuch, Fahrzeuge vom öffentlichen Straßenbereich wegzubringen, sei gut. Sein Fraktionskollege Martin Kandler assistierte ihm. Der Landwirt ist zugleich Vermieter von 15 kleineren Apartments (zwischen 38 und 42 Quadratmeter). 80 Prozent seiner Mieter hätten zwei Autos. Es sei daher geradezu konsequent, hier auch künftig zwei Stellplätze zu verlangen. Und was noch erschwerend dazukomme: Dachgeschossausbauten würden bald genehmigungsfrei, und das betreffe dann ja wohl auch die damit verbundenen Stellplätze.

Dass die neue Satzung kurzfristig etwas ändern werde in einer Gemeinde wie Anzing mit ihren teuren Grundstücken und fehlenden Freiflächen, daran glaubt auch Kathrin Alte nicht. Zumal die künftigen Bestimmungen den Altbestand nicht betreffen. Es gibt aber schon neue konkrete Neubauprojekte in der Pipeline. Dazu Überlegungen zu Nachverdichtungen, etwas in „Süd-West“ (Kaiserweg etc.).

Was wohl bald kommen wird: Die Teilnahme an einer kommunalen Überwachung des ruhenden Verkehrs. Bis dato existiert da noch kein konkreter Vertrag mit einem Anbieter.

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/anzing-ort377246/kein-platz-fuer-parkende-autos-gemeinde-verschaerft-regelungen-93781585.html