Verfahren wegen übler Nachrede eingestellt: Oliver Pocher muss 15.000 Euro zahlen

In einem Video behauptete Oliver Pocher 2020, dass Influencerin Anne Wünsche sich Likes erkauft habe. Die verklagte den Comedian. Jetzt, gut fünf Jahre später, kam es zum Prozess. Das Gericht hat angeordnet, dass Pocher persönlich erscheint

Noch am selben Tag hat das Amtsgericht Köln das Verfahren gegen eine Auflage von 15.000 Euro eingestellt.

Oliver Pocher und sein Anwalt
Oliver Pocher und sein Anwalt picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Oliver Pocher von Anne Wünsche verklagt

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen zwei Videos aus Pochers Format "Bildschirmkontrolle", welches Pocher 2020 in den sozialen Medien hochlud. Darin behauptete er, Wünsche habe sich 96.500 Likes gekauft. Wenige Tage später soll er die Anschuldigungen erneut verbreitet haben.

Erst Ende November hatte Oliver Pocher im Zivilprozess vor dem Hamburger Landgericht eine deutliche Niederlage kassiert. Die Richter untersagten ihm, seine Behauptungen über angeblich gekaufte Follower und Likes weiterhin öffentlich zu wiederholen. Bei einem Verstoß könnte ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro drohen.

Jetzt musste er sich noch einmal verantworten: Am 4. Dezember erschien Pocher laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung persönlich zum Gerichtstermin. Pocher trug einen grauen Anzug, darunter einen ebenfalls grauen Pullover mit Reißverschluss. Er sprach mit den anwesenden Journalisten, schien guter Laune zu sein. 

Anne Wünsche wurde durch "Berlin Tag und Nacht" berühmt.
Anne Wünsche wurde durch "Berlin Tag und Nacht" berühmt. picture alliance / CHROMORANGE | Axel Kammerer

Oliver Pocher zur Richterin: "Bitte einfach einstellen"

Im Verfahren zogen sich die Parteien zurück, kamen schnell zu einer Einigung. Nach der Besprechung fragte die Richterin den Comedian, ob er mit einer Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage einverstanden sei. "Bitte einfach einstellen", entgegnete Pocher. 

Jetzt muss der 47-Jährige innerhalb von drei Monaten 15.000 Euro zahlen – nicht an Wünsche, sondern an den Kinderschutzbund, ein Kinderhospiz und Ärzte ohne Grenzen. Pocher erklärte nach dem Urteil gegenüber "Bild": "Ich möchte dem Staat nicht weiter auf die Nerven gehen. Ich zahle da lieber Geld für einen guten Zweck."

Dies war nicht der einzige juristische Ärger, den der Comedian in den letzten Wochen hatte. Wegen mutmaßlicher Erpressung streitet sich Oliver Pocher mit Christian Düren, dem neuen Partner seiner Ex-Frau Amira.