Streit mit Influencerin eskaliert: Oliver Pocher muss sich erneut vor Gericht verantworten

Der langjährige Konflikt zwischen Oliver Pocher und Influencerin Anne Wünsche erreicht eine neue juristische Ebene. Ab Donnerstag muss sich der Comedian vor dem Kölner Amtsgericht wegen übler Nachrede verantworten. Das Gericht hat sein persönliches Erscheinen angeordnet. Bei einer Verurteilung drohen bis zu einem Jahr Haft oder eine Geldstrafe.

Im Mittelpunkt stehen zwei Videos aus Pochers Format „Bildschirmkontrolle“. Bereits 2020 soll er darin behauptet haben, Wünsche kaufe sich positive Interaktionen – darunter zehntausende Herz-Emojis. Wenige Tage später soll er die Anschuldigungen erneut verbreitet haben.

Pocher unterliegt im Zivilverfahren

Erst Ende November hatte Oliver Pocher im parallelen Zivilprozess vor dem Hamburger Landgericht eine deutliche Niederlage kassiert. Die Richter untersagten ihm, seine Behauptungen über angeblich gekaufte Follower und Likes weiterhin öffentlich zu wiederholen. Ein Verstoß könnte ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro nach sich ziehen.

Den von Wünsche geforderten Schadenersatz wiesen die Richter allerdings zurück – Pochers Aussagen reichten als Grundlage dafür nicht aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, beiden Seiten steht die Berufung offen.

Schwerer persönlicher Preis für Wünsche

Die 34-jährige Influencerin zeigte sich nach dem Hamburger Urteil erleichtert. Anne Wünsche, die jetzt eine ungewöhnliche WG startet, schilderte, wie sehr die über Jahre öffentlich verbreiteten Anschuldigungen ihr Leben beeinträchtigten. Die permanente mediale Belastung, sagte sie, habe sich in allen Bereichen bemerkbar gemacht: von sozialer Isolation bis hin zu massiven Existenzängsten.

Als Mutter habe sie die Situation besonders getroffen: Phasen des Rückzugs, schlaflose Nächte und ständiger Druck gehörten für sie zum Alltag. Mehrfach habe sie darüber nachgedacht, den Kampf aufzugeben – letztlich aber durchgehalten.

Anne Wünsche gewinnt rechtsstreit gegen Pocher.
Anne Wünsche gewinnt rechtsstreit gegen Pocher. IMAGO / CHROMORANGE

Seit fünf Jahren nimmt Comedian Oliver Pocher, der gerade auch mit Stefan Raab hart ins Gericht ging, in seiner „Bildschirmkontrolle“ das Verhalten von Influencerinnen und Influencern aufs Korn. Was als satirische Kritik gedacht war, überschritt nach Ansicht des Gerichts die Grenze zur Tatsachenbehauptung: Pocher habe nicht nur kommentiert, sondern konkrete Vorwürfe gegen Wünsche erhoben – inklusive vermeintlicher Belege, die sich im Verfahren als nicht belastbar erwiesen.

Auch ein von ihm benannter Zeuge konnte die Vorwürfe nicht stützen.