Kanzler Merz (CDU) und Präsident Macron nehmen am Freitag am Deutsch-Französischen Ministerrat in Toulon teil. Zwei Themen stehen im Vordergrund.
Toulon – Ein wichtiger Termin steht für die deutsch-französischen Beziehungen bevor: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Freitag zum Deutsch-Französischen Ministerrat nach Toulon. Das Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron markiert einen entscheidenden Moment für die Zusammenarbeit beider Länder in Europa.
Bereits am Donnerstagabend wird der Bundeskanzler vom Präsidenten in dessen Sommerresidenz Fort Brégançon zu einem gemeinsamen Abendessen empfangen werden. Dabei handele es sich um eine besondere Geste der Wertschätzung Macrons gegenüber Merz, wie der Élysée-Palast in der Bekanntmachung betonte. Laut der ARD ist diese Ehre zuvor nur Helmut Kohl und Angela Merkel zuteilgeworden.
Deutsch-französischer Ministerrat in Toulon: Wirtschaft und Verteidigung im Fokus
Der Ministerrat in Toulon findet in einem kleineren Format als üblich statt. Lediglich zehn Minister sollen für jedes Land teilnehmen, wie die Bundesregierung unter Merz in einem Statement mitteilte. Neben den wirtschaftspolitischen Themen wird auch der Deutsch-Französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat zusammenkommen. „Dass wir insbesondere mit Frankreich und anderen in Europa eng zusammenarbeiten, ist in unserem tiefsten ökonomischen Interesse“, sagte Merz laut der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag beim Besuch des Marinestützpunktes in Rostock.
Für Merz ist es das erste deutsch-französische Ministertreffen seit seinem Sieg bei der Bundestagswahl im Februar und dem darauffolgenden Amtsantritt im Mai. Die Schwerpunktthemen der Beratungen werden die Bereiche Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit sein, wie die Bundesregierung bestätigte. Beide Politiker eint der Wunsch, ein neues Kapitel der deutsch-französischen Beziehungen aufzuschlagen und gemeinsam in Europa den Ton anzugeben.
Merz und Macron beim Ministerrat in Toulon: Details zum Treffen
| Ereignis | Deutsch-Französischer Ministerrat |
| Datum | Freitag, 29. August 2025 |
| Personen | Friedrich Merz, Emmanuel Macron, etc. |
| Uhrzeit | Pressekonferenz um ca. 17.00 Uhr |
| Ort | Toulon (Frankreich) |
Die Einladung nach Fort Brégançon ist protokollarisch bemerkenswert. Macron hatte dort 2018 die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und 2019 den russischen Präsidenten Wladimir Putin empfangen, berichtet die AFP. Mit dem hanseatischen Olaf Scholz als Bundeskanzler war der französische Präsident, der große Gesten liebt, nie richtig warm geworden. Merz und Macron wiederum waren sich erst am Mittwoch in Moldau bei den Feierlichkeiten zum dortigen Unabhängigkeitstag begegnet.
Kampfjet-Projekt belastet Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich
Zum Abschluss des Ministertreffens sollen eine Reihe von „Fahrplänen“ zu konkreten Projekten stehen, erklärte die französische Regierung. Wie schnell diese umgesetzt werden können, ist jedoch fraglich: In Frankreich hat Ministerpräsident François Bayrou für den 8. September eine Vertrauensabstimmung angekündigt. Ein Regierungswechsel ist nicht ausgeschlossen. Doch auch im bilateralen Verhältnis der beiden Länder gibt es bei aller Nähe von Merz und Macron kritische Inhalte, allen voran die Probleme, die bei dem gemeinsamen Kampfjet-Projekt „FCAS (Future Combat Air System)“ aufgetreten waren.
Der Ministerrat in Toulon wird zeigen, ob die gute persönliche Chemie zwischen Merz und Macron auch in konkrete politische Ergebnisse münden kann. Die Herausforderungen sind groß. Von wirtschaftlichen Fragen bis hin zur gemeinsamen Verteidigungspolitik: Es steht viel auf dem Spiel für die deutsch-französische Partnerschaft in Europa. (dil/dpa)