Der Anfang
Nicolás Maduro ist Donald Trump schon lange ein Dorn im Auge. Sein Wiederwahl wird von den meisten Staaten nicht anerkannt, weil deren Rechtmäßigkeit angezweifelt wird. Laut des Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine, beginnt die Planung der Operation "Absolute Resolve" (Deutsch: "Absolute Entschlossenheit") bereits Monate vorher. Im Oktober erklärt Trump, er habe die CIA ermächtigt, verdeckte Operationen in Venezuela durchzuführen. Seitdem lässt er 22 mutmaßliche Drogenboote an der Küste Venezuelas sprengen und stationierte Kampfflugzeuge nahe der Grenze.
Im Oktober kursieren zudem Berichte, dass venezolanische Beamte dem Weißen Haus einen kontrollierten Maduro-Rücktritt vorgeschlagen hätten, bei dem er in drei Jahren zurücktreten würde. Die Trump-Regierung habe diesen abgelehnt. Kurz darauf bezweifelt US-Außenminister Marco Rubio, dass man Maduro bei Verhandlungen mit den USA vertrauen könne.
In Kolumbien entflammen im November Diskussionen, ob die Regierung von Gustavo Petro eine gewaltfreie Amtsenthebung Maduros unterstütze. Die Regierung dementierte derartige Interpretationen allerdings, wie "Colombia One" berichtete.
Das Kopfgeld
Rubio beschreibt Maduro als "Flüchtigen vor der amerikanischen Justiz". Auf Hinweise zu dessen Ergreifung wird schon im August eine Belohnung von 50 Millionen Dollar ausgesetzt. Berichten zufolge könnte dieses Geld dafür genutzt worden sein, um sich Hilfe aus Venezuela zu holen. Trump kommentiert das am Samstag nicht.
Übereinstimmende Berichte legen allerdings nahe, dass es sich um einen "Inside Job" gehandelt haben könnte. Eine CIA-Quelle habe innerhalb der Regierung dabei geholfen, Maduro zu lokalisieren, wie unter anderem Reuters und die "New York Times" berichten.
Maduro rechnet laut einem aktuellen "ABC"-Bericht da bereits mit einem Überfall. So soll er in den Monaten vor dem Angriff häufig seinen Schlafplatz gewechselt und seine Mobiltelefone rotieren haben lassen.
Die Planung
Wann genau die konkreten Planungen der Festnahme Maduros beginnen und wie lange sie dauerten, ist bislang nicht bekannt. Dan Caine erklärt gegenüber den Medien, wie umfangreich die Vorbereitung ausfiel. "Nach Monaten der Arbeit unserer Geheimdienstkollegen, Maduro ausfindig zu machen und zu verstehen, wie er sich bewegte, wo er lebte, wohin er reiste, was er aß, welche Kleider er trug, was seine Haustiere waren, wurden unsere Streitkräfte vorbehaltlich einer Reihe zusammenhängender Ereignisse in Bereitschaft versetzt", führt der General aus.
Anfang Dezember sagt Trump in einem Interview mit "Politico", dass Maduros Tage "gezählt" seien. "Sie wussten, dass wir kommen, wir hatten viele Schiffe dort", so Trump bei seiner Pressekonferenz. Vor der Durchführung fordert er Maduro zur Kapitulation auf.
Trumps Berater hatten indes bereits vor längerer Zeit Optionen vorbereitet, was zu tun ist, wenn Maduro zurücktritt oder gestürzt wird, wie die "Time" berichtet.
Allerdings verzögert sich die Operation. Laut Caine habe man schließlich auf günstige Wetterbedingungen gewartet. Die Durchführung wird deshalb um vier Tage verschoben. Die USA seien auch darauf vorbereitet, weitere Angriffe durchzuführen, sagt Trump.
Der Befehl
Am Freitagabend um 22.46 Uhr (US-Ostküstenzeit) ordnet Trump den Beginn des Militäreinsatzes an. Der Befehl wird an die gesamten Streitkräfte übermittelt.
Der Angriff
Von 20 Stützpunkten an Land und auf See starten die USA Luftoperationen. Laut Generalstabschef Caine sind insgesamt mehr als 150 Bomber, Kampfjets, Aufklärer, Hubschrauber und Drohnen im Einsatz.
Die Luftangriffe richten sich vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen. Die USA aktivieren nach eigenen Angaben Fähigkeiten aus Weltraum-, Cyber-, Kommunikations- und Geheimdienstbereichen, um einen sicheren Korridor zu schaffen. Trump sagt, dass auch Lichter in Caracas ausgeschaltet worden seien.
Der US-Präsident betont, dass die USA keine Kenntnis über Todesopfer hätten. Venezuela spricht dagegen schnell von toten Zivilisten und Soldaten. Genaue Zahlen gibt es nicht.
Die Festnahme
Eine Spezialeinheit fliegt mit Hubschraubern zu Maduros Wohnsitz und landet dort um 1.01 Uhr (US-Ortsküstenzeit) / 2.01 Uhr (Ortszeit Caracas). Dort nehmen sie den Präsidenten und seine Frau fest. Maduro ist laut Trump gut bewacht gewesen, wie "in einer Festung". Dennoch gelingt es den Amerikanern laut CNN, das Ehepaar im Schlaf zu überraschen.
Kurz vor seiner Festnahme versucht Maduro, in einen mit Stahl gesicherten "Safe Room" zu gelangen. Er sei aber so schnell überwältigt worden, dass ihm das nicht mehr gelang, erzählt Trump, der die Operation per Übertragung beobachtet. Schließlich geben beide laut Caine auf und werden abgeführt.
Während des Zugriffs geraten die US-Hubschrauber unter Beschuss und erwiderten das Feuer zur Selbstverteidigung. Ein Helikopter wird getroffen, bleibt jedoch flugfähig.
Um 3.29 Uhr (US-Ostküstenzeit) verlassen die Spezialeinheiten venezolanisches Hoheitsgebiet. Ein Hubschrauber bringt Maduro und seine Ehefrau an Bord der "USS Iwo Jima". Von dort geht es weiter nach New York
Nach ihrer Ankunft in New York sollen Maduro und seine Ehefrau vor Gericht gebracht werden. Ihnen werden laut US-Justizministerin Pam Bondi unter anderem "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie "Verschwörung zum Kokainimport" vorgeworfen.
mit Agenturmaterial