"Ich glaube, es wird keine riesigen regionalen Auswirkungen haben", so Graw im FOCUS-online-Interview. Viel hänge davon ab, wie es nun "in Caracas selbst" weitergehe. "Wird dort eine neue Regierung ans Ruder kommen?"
Die letzten Wahlen in Venezuela haben zwar Nicolas Maduro im Amt bestätigt. Doch: "Wir wissen ja alle, dass diese letzten Wahlen nicht frei waren. Die Opposition war ausgeschaltet worden."
Trump-Experte sieht Knackpunkt in Venezuelas Hauptstadt
Die Frage sei, ob es jetzt zu Neuwahlen komme? Delcy Rodriguez sei als Vizepräsidentin nach der venezolanischen Verfassung die nächste Person in der Reihenfolge. Doch da die USA "die gesamte Regierung nicht anerkannt haben und eben nicht nur den Präsidenten Maduro, den sie jetzt festgenommen haben", so Graw, sei unklar, ob Trump dem zustimmen würde.
Weltweit, so der Trump-Experte, werde "im Grunde noch die Monroe-Doktrin von 1824 akzeptiert". Dabei handelt es sich um ein grundlegendes Prinzip der US-Außenpolitik, das von US-Präsident James Monroe verkündet wurde. Es sperrte die westliche Hemisphäre für Europäer als Kolonisationsgebiet.
Trump bestätigte Angriff auf Venezuela
Graw weiter: "Die besagt: 'In unserem Hinterhof, in Süd- und Mittelamerika, mischt sich kein anderer ein. Da machen wir, was wir wollen.' Und da wird es dann ein paar Proteste geben, aber mehr auch nicht."
US-Präsident Trump hatte am Samstagmorgen einen Luftwaffenangriff auf den Stützpunkt Fuerte Tiuna nahe der venezolanischen Hauptstadt Caracas bestätigt. Dabei sei auch Staatsoberhaupt Maduro festgenommen und außer Landes verbracht worden.