Die USA haben nach dem Überfall auf Venezuela Staatschef José Maduro mit Spezialeinheiten der Delta-Force festgenommen und außer Landes gebracht. Gegen ihn läuft seit 2020 eine Anklage wegen mutmaßlichen Drogenhandels und Terrorismus.
Maduro und seine Ehefrau seien angeklagt und würden bald mit "dem ganzen Zorn der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden in amerikanischen Gerichten konfrontiert werden", schrieb US-Justizministerin Pam Bondi am Samstag im Onlinedienst X. Das Ehepaar befindet sich laut US-Präsident Donald Trump auf dem Kriegsschiff Iwo Jima und sind offenbar auf dem Weg nach New York.
José Maduro: Anklage gegen ihn umfasst 4 Punkte
Konkret umfasst die Anklage vier Punkte: Nach Angaben des US-Justizministeriums aus dem Jahr 2020 wird Maduro erstens vorgeworfen, an einer kriminellen Vereinigung für Drogen-Terrorismus beteiligt zu sein. Zweitens wird ihm vorgeworfen, mit dieser Vereinigung Kokain in die USA transportiert zu haben.
Auch für den Gebrauch und Besitz von Maschinengewehren und Sprengkörpern, die er für den Erhalt seines Drogennetzwerks und die Einfuhr von Kokain eingesetzt haben soll, wird Maduro in zwei Punkten angeklagt.
Seine Regierung hat die Anklagepunkte stets zurückgewiesen und sie als politisch motiviert bezeichnet.
Das US-Justizministerium schrieb 2020 in einer Pressemitteilung zur Anklage gegen José Maduro. "Über 20 Jahre lang sollen Maduro und einige hochrangige Mitstreiter tonnenweise Kokain in die USA geschmuggelt und dort verheerende Schäden angerichtet haben."
Die weitverbreitete Korruption innerhalb der venezolanischen Regierung müsse ausgemerzt werden. Ein System, das errichtet und kontrolliert werde, um die höchsten Regierungskreise zu bereichern.
Maduro will die USA mit "Kokain überschwemmen"
Staatsanwalt Geoffrey S. Berman wird mit den Worten zitiert: "Das Ausmaß des mutmaßlichen Drogenhandels war nur möglich, weil Maduro und andere die Institutionen Venezuelas korrumpierten und den grassierenden Drogenhandel, der in unserer Anklage beschrieben wird, politisch und militärisch schützten. Maduro beabsichtigte ausdrücklich, die Vereinigten Staaten mit Kokain zu überschwemmen, um die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Nation zu untergraben."
Und weiter: "Maduro setzt Kokain ganz bewusst als Waffe ein. Obwohl Maduro und andere Kartellmitglieder hohe Positionen in der politischen und militärischen Führung Venezuelas innehatten, handelte es sich bei dem in der Anklage beschriebenen Verhalten weder um Staatskunst noch um einen Dienst am venezolanischen Volk."
José Maduro: So hoch wäre das Strafmaß gegen ihn
US-Staatsanwältin Ariana Fajardo Orshan ergänzte: "Viel zu oft haben diese korrupten Beamten und ihre Komplizen Banken und Immobilien in Südflorida genutzt, um ihre illegalen Aktivitäten zu verschleiern und fortzusetzen. Wie die jüngsten Anklagen zeigen, reicht die venezolanische Korruption und Geldwäsche in Südflorida bis in die höchsten Ebenen des venezolanischen Justizsystems",
Sollte Maduro auch nur in einem der vier Punkte verurteilt werden, drohen ihm mindestens zehn Jahre Haft. Die Höchststrafe wäre für ihn eine lebenslange Gefängnisstrafe.
Die Anklage erfolgt deswegen in New York, weil US-Bundesgerichte zuständig sind, wenn schwere Straftaten die USA betreffen. Das ist auch dann der Fall, wenn die Straftaten außerhalb der USA passiert sind. In New York befindet sich das zentrale Gericht für solche internationalen Strafverfahren.