Großer Andrang im Franz-Marc-Museum – Neue Ausstellung öffnet an diesem Wochenende: Es gibt wieder ein Highlight

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„Das lange gelbe Pferd“ malte Franz Marc 1913 in Sindelsdorf. Das Gemälde wurde im Februar für 4,5 Millionen Euro in London von einem US-Amerikaner ersteigert. Bis September wird man es noch in Kochel sehen können. © Franz Marc Museum/Sammlung Ken und Julie Moelis

Die letzte Sonderausstellung im Franz-Marc-Museum in Kochel war ein Publikumsmagnet. An diesem Sonntag (29. Juni) öffnet die neue Schau „Die Moderne im Zoo“. Über 170 Werke sind zu sehen - darunter auch wieder eine Attraktion, diesmal aus Hamburg.

Kochel am See - Wenn sich am Sonntag, 29. Juni, erstmals die Tür zur neuen Ausstellung im Franz-Marc-Museum in Kochel öffnet, erwartet die Besucherinnen und Besucher die größte Schau, die es dort je gegeben hat, nämlich über 170 Werke von etwa 50 Künstlerinnen und Künstlern. Kuratiert wird die Sonderausstellung „Die Moderne im Zoo“ in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Katharina Lee Chichester der Ruhr-Universität Bochum. „Die Schau ist das Ergebnis einer mehrjährigen Forschung“, sagte die Kochler Museumsleiterin Jessica Keilholz-Busch bei der Presse-Präsentation am Donnerstagnachmittag. Es sei ein „Startpunkt, um weitere Forschungen, auch in Bezug auf die Tiermalerei Franz Marcs, anzuregen“. Ohne die Unterstützung der Etta-und-Otto-Stangl-Stiftung, der beiden Förderkreise sowie von Landkreis und Bezirk wäre die Schau nicht zu finanzieren gewesen, dankte sie.

Hamburger Kunsthalle leiht „Affenfries“ von Franz Marc aus

In der neuen Schau geht es um die gesellschaftliche, politische und künstlerische Bedeutung des Zoos. Sie ist bis zum 9. November zu sehen. In der Region wird es viele Kunstliebhaber freuen, dass der „Affenfries“, eines der Hauptwerke von Franz Marc, nun für kurze Zeit im Museum in Kochel zu sehen ist.

Franz Marc, Affenfries, 1911, Öl auf Leinwand,  Hamburger Kunsthalle,
Franz Marc malte den „Affenfries“ im Jahr 1911. Das Gemälde hängt in der Hamburger Kunsthalle. © Foto: bpk, Hamburger Kunsthalle, Elke Walford

„Langes gelbes Pferd“ länger zu sehen als geplant

Neben der neuen Ausstellung, über die am Wochenende im überregionalen Teil unserer Zeitung ausführlich berichtet wird, gibt es noch andere erfreuliche Neuigkeiten aus dem Museum. Die letzte Ausstellung mit Werken von Elfriede Lohse-Wächtler war laut Keilholz-Busch ein Publikumsmagnet. „Sie war extrem erfolgreich.“ Allein deshalb werde man heuer 20 bis 30 Prozent mehr Besucher verzeichnen können.

Erfreulich ist auch, dass die Leihgabe „Das lange gelbe Pferd“ noch bis voraussichtlich September zu sehen ist, also länger als geplant. Wie berichtet, wurde es im Februar für 4,5 Millionen Euro in London von einem US-Amerikaner ersteigert, der es dann dem Kochler Museum zur Verfügung stellte – geplant waren zunächst nur einige Wochen. Das Bild war seit Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland zu sehen, sagte Direktorin Jessica Keilholz-Busch im Februar. „Franz Marc malte das Bild 1913 in Sindelsdorf, kurz nachdem er von seiner Reise nach Tirol zurückgekehrt war.“ Die Reise hatte Marcs künstlerische Auseinandersetzung mit Arbeitstieren neu entfacht – ein Thema, das ihn schon früh beschäftigte. „In dem Gemälde verbindet er strahlende Farbigkeit mit einem tiefen Gefühl der Erschöpfung“, erklärt Keilholz-Busch das Bild. Die weite Landschaft wirke zugleich bewohnt und verlassen, der große Stall im Hintergrund sei menschenleer. „Das Pferd steht still, angespannt zwischen Weg und goldenem Feld. Ein Sinnbild für Umbruch und Veränderung.“

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Abseits des Kunstbetriebs gab es auch Veränderungen: Mittlerweile ist die Photovoltaik㈠anlage in Betrieb, sagte Keilholz-Busch am Donnerstag. „Damit decken wir schon 20 bis 25 Prozent unseres Strombedarfs.“ Und wer das Museum zuerst online kennenlernen möchte, gelangt seit wenigen Tagen auf die neue Webseite. Sie ist unter anderem barrierefrei. „Für staatliche Museen ist das verpflichtend, für private noch nicht. Wir erfüllen das jetzt freiwillig.“

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