Prozess am Landgericht München II: Hausmeister soll Chefin (71) vergewaltigt haben

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Dachau

Kommentare

Eine Gesamtarbeitszeit von sechs Stunden und sieben Minuten in Kombination mit einer 13-minütigen Pause führten zum Abzug von 20 Minuten Arbeitszeit bei einem Beamtenaus Sigmaringen. © AndreyPopov via www.imago-images.de

Ein rätselhafter Fall aus Dachau beschäftigt derzeit das Landgericht München II. Vor sechs Jahren soll eine Dachauerin von ihrem Mitarbeiter vergewaltigt worden sein.

Dachau/München – Ein außergewöhnlicher Fall von Vergewaltigung beschäftigt das Landgericht München II. Angeklagt ist ein 46-jähriger Lette. Dem Mann wird vorgeworfen, vor sechseinhalb Jahren in Dachau seine Chefin sexuell drangsaliert zu haben. Zu Prozessauftakt bestritt der Arbeiter die Vorwürfe. Er hatte als Hausmeister bei der damals 71-Jährigen gearbeitet.

Das Unternehmen der Seniorin beschäftigte sich mit der sogenannten Determination verschiedenster Filteranlagen. Ursprünglich hatte die Frau zusammen mit ihrem Mann die Firma geführt. Der war aber bereits verstorben. Der angeklagte Lette hatte im Haus der Chefin gewohnt. Im Keller war ihm ein Zimmer zugeteilt worden. Am 29. Oktober 2018 soll er sich dann in ihre Wohnung im Obergeschoss geschlichen haben. Dort kauerte er sich neben ihr Bett. Als die 71-Jährige gegen 3 Uhr in der Früh aufstand, weil sie zur Toilette musste, stieß sie mit dem Fuß gegen ihren Hausmeister. Der richtete sich auf und drückte die Frau in ihr Bett zurück.

Dort soll er sich an ihr vergangenen haben. Laut Anklage gelang es ihr danach, ihn von sich abzuhalten. Nach zwei Stunden verschwand der Angeklagte wieder.

Angeklagter will sein Opfer nur beleidigt haben

Aus seiner Sicht, die er vor Gericht wiedergab, hatte er der Frau kein Haar gekrümmt, sondern sie nur beleidigt. „Du alte Schlampe, Du alte Ratte, ich brauche Geld, ich will saufen“, hätte er sie beschimpft und tatsächlich versucht, sie um Geld anzupumpen.

Seiner wirren Schilderung zufolge, hatte er später in der Nacht 100 Euro von ihr bekommen. Und noch später weitere 300 Euro und ganz viel später für den gesamten Monat Oktober noch 1600 Euro. Zwischendurch hatte er angeblich im Krankenhaus gelegen. Auf jeden Fall sei er bis 2019 in Dachau geblieben. Danach ging er nach Berlin.

Warum es so lange dauerte, bis der 46-Jährige gefasst wurde, blieb am ersten Prozesstag ungeklärt. Die Vernehmung der Seniorin gab es auf Video, sie wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgespielt. Bekannt gegeben wurde nur, dass bei der Frau keinerlei Spuren des Angeklagten gefunden wurden. 2022 war der Mann von der Polizei schon einmal vernommen worden. Er wurde erst im November vergangenen Jahres festgenommen.

Auf die Frage des Gerichts, warum die Seniorin ihn so belastet haben soll, gab sich der Angeklagte ratlos: „Vielleicht sexuelle Fantasie, ein Albtraum oder Tabletten?“ Die Vorwürfe hätten ihn auf jeden Fall schwer getroffen. Seine Verlobte habe ihn verlassen, zu „Mama und Papa“ habe er sagen müssen: „Nun ist alles weg.“

Der Prozess dauert an.

Auch interessant

Kommentare