Die Volksbühne Dachau überzeugt mit der neuen Komödie „Funny Money“ im Thomahaus.
Der Abend im Ludwig-Thoma-Haus begann erst einmal traurig: „Wir spielen für dich heute“, sagte Sandra Lackner auf der Bühne und erinnerte das Publikum damit an die kürzlich verstorben Kollegin Conni Renner, die über Jahrzehnte die „gute Seele“ der Volksbühne Dachau war, wie Lackner erklärte.
Das Ensemble der Volksbühne hatte während der Proben zu ihrem aktuellen Stück „Funny Money“ im Februar vom Tod ihrer Souffleuse erfahren. Sandra Lackner stand daher dieses Mal auch nicht auf der Bühne, sondern nahm die Rolle der Verstorbenen als Souffleuse ein. Und das machte sie bestens, wobei sie an dem Abend – zumindest aus Sicht des Publikums – nicht viel zu tun hatte.
Denn das Ensemble legte von der ersten Minute an mit „Funny Money“ im ausverkauften Ludwig-Thoma-Haus voll los, war textsicher und leidenschaftlich dabei und riss das Publikum sofort mit. Obwohl das Stück viel Aufmerksamkeit erfordert, hatte man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, überfordert zu sein und wirklich grübeln zu müssen. Die Handlung ist trotz der vielen Verwirrungen und überraschenden Plots sehr gut zu verfolgen.
Die Schauspieler selbst behielten stets den Überblick, in welcher Rolle sie gerade waren – trotz der Geschwindigkeit und Komplexität des Stückes von Ray Cooney, der seine Protagonisten von einer Katastrophe in die nächste treibt.
Dem neuen Regisseur Thomas Leitner, der den Job von Daniela Renner vorübergehend übernommen hatte, gelang es offensichtlich, sofort einen Draht zu den Schauspielern zu finden, die ja seit vielen Jahren ein eingespieltes Team sind. Leitner fügte sich auch nahtlos mit einem Kurzauftritt ein und bewies, dass er auch als Schauspieler etwas kann.
Bei der Besetzung der Charaktere bewies Leitner ebenfalls ein gutes Händchen. Das Stück hatte noch Daniela Renner ausgesucht und damit genau ins Schwarze getroffen. Eva Grimme als herrlich hysterische und aus Verzweiflung ständig trinkende Ehefrau allein war schon den Besuch der Vorstellung wert.
Aber alle anderen standen ihr in nichts nach, einen Schwachpunkt in der Besetzung gab es nicht. Herrlich auch Alexander Grimme als Henry Perkins, der durch die Verwechslung seines Koffers in der U-Bahn an 2 Millionen Pfund kommt und von einem Leben in Barcelona oder Bali träumt und sich damit sogar mit einem Untergrund-Boss anlegt. Und nebenbei wird er auch noch verdächtigt, Männer in einem Pub belästigt zu haben, obwohl er auf der Toilette nur das Geld aus dem Koffer gezählt hat. Am Ende dreht sich in der Verwechslungskomödie alles um die Frage, ob Perkins es schafft, das Geld außer Landes und in Sicherheit zu bringen.
Die Nachmittagsvorstellung am kommenden Samstag, 5. April, ist bereits ausverkauft. Für die Vorstellung um 20 Uhr gibt es noch Karten. Ebenso für Sonntag, 6. April, um 18 Uhr, Samstag, 12. April, 20 Uhr und Sonntag, 13. April, 18 Uhr. Karten gibt es bei Alexander Grimme, Telefon 01 55/60 46 67 70, oder per E-Mail unter mail@volksbuehne-dachau.de sowie an der Abendkasse.
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Simone Wester