Zum dritten Mal spielte das Jugendsinfonieorchester der Tölzer Musikschule in der Marktstraße, und wieder bei bestem Wetter.
Bad Tölz – So drängten sich rund um das 80-köpfige Ensemble erneut mehrere hundert Zuhörer. Als Gäste begrüßte die Musikschule heuer die Ausbildungsklasse des Tölzer Knabenchors. Zusammen begeisterten sie das Publikum mit der Darbietung der Filmmusik „Die Kinder des Monsieur Mathieu“.
Über 20 junge Sänger stellen ihr Können unter Beweis
Orchester- und Musikschulleiter Harald Roßberger sowie Barbara Schmidt-Gaden, Geschäftsführerin des Chores, verwiesen auf die gemeinsamen Wurzeln: Chorgründer Gerhard Schmidt-Gaden hatte 1959 die Tölzer Sing- und Musikschule gegründet, um dem Knabenchor eine wirtschaftliche Grundlage zu geben. „Heuer kam etwas zusammen, was zusammengehört“, sagte Roßberger.
Die über 20 jungen Sänger stellten unter Leiter Gerhard Jacobs ihr Volksliedrepertoire nur mit Klavierbegleitung vor und beendeten es mit dem Tölzer Schützenmarsch. Ein zweites Mal nahmen sie vor dem Orchester Aufstellung, um mit den Streichern die berühmten Melodien des Films „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ darzubieten. Die natürliche Stimmlichkeit der Knaben wurde von den Tölzer Streichern einfühlsam begleitet. Langer, lauter Applaus belohnte das gelungene Zusammenspiel. Damit bestritten die Aufführenden auch die Zugabe, denn während des Konzerts hatten die Kirchenglocken ungewollt mitgespielt.
Jugendsinfonieorchester mit überzeugender Aufführung
Das Jugendsinfonieorchester zeigte sein breit gefächertes Repertoire und Können mit „Crown Imperial“ von William Walton oder dem berühmten „March of the dwarfs“ von Edvard Grieg. Entschiedenes Tempo zum einen und die Sanftheit der romantischen Weise andererseits brachten die Musiker überzeugend zur Aufführung.
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Mit den drei Worten „Intrige, Maske, Tod“ fasste Moderatorin Eva Emmler die Quintessenz des Musicals „Das Phantom der Oper“ zusammen. Die Gymnasiallehrerin war an diesem Abend ebenso wie Lehrkräfte der Musikschule teil des Ensembles, und zwar unter den Flöten. Der Stimmungswechsel von Romantik zu Drama gelang dem jungen Orchester professionell. Am Stück „Palladio“ von Karl Jenkins waren nur die Streicher beteiligt, ebenso beim Pop-Hit „Viva la vida“ der Gruppe Coldplay, unterstützt von Percussion.
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Beeindruckend einheitliche Klangkörper
Emmler erklärte den Zuhörern, dass viele Musiker sich in verschiedenen Ensembles, Orchestern und Chören engagierten. Dazu trägt die Konzertreihe „Stadt mit der besonderen Note“ bei, die die Musikschule gemeinsam mit der Tourist-Info jährlich mit knapp 100 Auftritten veranstaltet. Der beeindruckende einheitliche Klangkörper konnte im neuen Probenraum der Stadt entstehen, wo sich die Jugendlichen an mehreren Wochenenden das Programm gemeinsam erarbeitet hatten. Emmler betonte, dass es einen Meister benötige, der im Monat Juli ein solches Orchester zusammenbringen könne. Da brandete schon Applaus auf, noch bevor Roßbergers Name genannt worden war. Er teilt sich die Orchesterleitung mit Sepp Kronwitter, dem Dirigenten der Tölzer Stadtkapelle, der heuer ungewöhnlicherweise an der Tuba unter den Schülern saß.
Ein einziger Wunsch für nächstes Jahr bleibt: wieder mehr Stücke für das gesamte Orchester. (Birgit Botzenhart)