China hat mit „Mission Gerechtigkeit 2025“ eine neue Militärübung gestartet. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur „Xinhua“ übt die Volksbefreiungsarmee Patrouillen, Blockaden von Häfen und Gebieten sowie Gefechtsbereitschaft. Ab Dienstag sind zudem Schießübungen in fünf Zonen rund um Taiwan geplant, die auch wichtige Handelsrouten betreffen.
Die Übungen folgen auf ein US-Waffenpaket für Taiwan im Wert von 11,1 Milliarden US-Dollar – das größte in der Geschichte. China reagierte darauf mit scharfen Protesten und Drohungen, „kraftvolle Maßnahmen“ zu ergreifen, so „Reuters“.
Japan reagiert besorgt
Japans Premierminister Sanae Takaichi hatte kürzlich angedeutet, dass sein Land militärisch reagieren könnte, sollte China versuchen, Taiwan gewaltsam einzunehmen. Diese Aussage löste wütende Reaktionen aus Peking aus, darunter verstärkte militärische Aktivitäten rund um Taiwan, so „Reuters“.
Die japanische Regierung investiert zunehmend in Verteidigungsmaßnahmen, doch die Frage bleibt: Wie weit würde Japan gehen, wenn es tatsächlich zu einem Konflikt kommt? Die Entscheidungen der USA könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Warum Japan betroffen ist
Ein chinesischer Angriff auf Taiwan hätte gravierende Folgen für Japan. Taiwan liegt an einem strategischen maritimen Knotenpunkt, durch den ein Großteil des globalen Handels fließt. Blockaden oder Kontrollen durch China könnten Japans Handelsrouten massiv stören und die Versorgung mit wichtigen Gütern gefährden.
Zudem liegt die japanische Inselgruppe Ryukyu, zu der auch Okinawa gehört, in unmittelbarer Nähe zu Taiwan. Die Insel Yonaguni ist weniger als 70 Meilen von Taiwan entfernt und könnte direkt in eine mögliche Konfliktzone geraten. Laut „Wall Street Journal“ hat Japan daher in den letzten Jahren massiv in die Verteidigung dieser Inseln investiert – darunter neue Militärbasen, Radarstationen und Raketenabwehrsysteme.
Ein chinesischer Sieg über Taiwan würde Japans Sicherheitslage drastisch verschlechtern. „Japan wird keinen Puffer mehr haben“, erklärte Yuki Tatsumi vom Institute for Indo-Pacific Security dem „Wall Street Journal“. Die chinesische Marine könnte dann direkt Druck auf japanisches Territorium ausüben.
Japans Rolle im Taiwan-Konflikt
Japan ist ein zentraler Partner der USA im Indo-Pazifik. Sollte es zu einem Konflikt um Taiwan kommen, wären amerikanische Basen in Japan unverzichtbar für eine mögliche Intervention. Laut einem Bericht des Center for Strategic and International Studies sei Japan „der Dreh- und Angelpunkt“ für eine US-Militäraktion, so „Wall Street Journal“.
Diese Nähe birgt jedoch Risiken: China könnte versuchen, amerikanische Basen in Japan mit Raketen anzugreifen, um eine Intervention zu verhindern. Besonders Okinawa, das bereits stark militarisiert ist, wäre durch seine Nähe zu China verwundbar.