Das Jugendparlament in Lindenberg bringt neue Impulse ins Stadtleben

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Kinderrechte stärken wollen die Mitglieder des Jugendparlaments in Lindenberg: Auf ihren Aufruf sind mehr als hundert Zeichnungen eingegangen. Auf dem Bild: Alina Straß (von links), Peter Krop, Soraya Rößel und Hanna Müller. © Lajos Fischer

Das Jugendparlament bereichert das Stadtleben in Lindenberg. Im Stadtrat gab es viele anerkennende Worte für die ehrenamtliche Arbeit der Jugendlichen.

Lindenberg – Das Jugendparlament in Lindenberg wurde 2021 ins Leben gerufen. Auch in der zweiten Wahlperiode war das Gremium unter dem Vorsitz von Peter Krop und Hanna Müller„sehr rührig“, betonte Erster Bürgermeister Eric Ballerstedt in der Stadtratssitzung, in der die Jugendvertreter über ihre Arbeit im vergangenen Jahr berichteten.

Die Stadträte beschrieben das Jugendparlament (Jupa) als „sichtbar und engagiert“. Ihre Aktivitäten seien ein fester Bestandteil des Jahresablaufs in der Stadt. Sie setzten Sachen unkomplizierter und schneller um als Erwachsene.

Jugendparlament Lindenberg: Viel ehrenamtliches Engagement

Die jungen Menschen stellten ihre wichtigsten Aktivitäten gemeinsam vor: Bei der Einweihung der Kinderrechtstafeln im Stadtpark konnten sie ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen und organisierten ein Kinderrechtequiz. Um die Mitbestimmungsrechte von Kindern in der Praxis zu stärken, wollte das Jupa-Team die Kleinsten befragen, was für einen Abenteuerspielplatz sie sich wünschen. Die Jugendlichen riefen deshalb zu einer Malaktion auf: Mehr als hundert Zeichnungen sind eingegangen (s. Bild).

Der geplante Abenteuerspielplatz gehörte auch zu den zentralen Themen bei den vier Workshops, die sie den Schüler- und Klassensprechern der weiterführenden Schulen zwischen Dezember und Juni angeboten haben. Ebenso der politischen Mitbestimmung diente eine Umfrage über die Errichtung eines öffentlichen Grillplatzes. Von den 986 Befragten stimmten 868 mit Ja.

Sichtbare Zeichen im Stadtbild

Das große soziale Engagement der jungen Menschen ist auch in der Stadt sichtbar. Vor Kurzem haben sie in der Turnhalle der Realschule eine Spendengala durchgeführt. Auf die Idee kam Jupa-Mitglied Ibrahim Yasar. Die Vorbereitung dauerte eineinhalb Jahre, der Erfolg war riesig. 4.000 Euro kamen für das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach zusammen. Eine weitere Besonderheit dieser Aktion war, dass erstmalig alle weiterführenden Schulen der Stadt gemeinsam agierten. Das Jugendparlament initierte das Installieren von Pfandringen in der Stadt. Inzwischen zieren die ersten sechs die Lindenberger Mülleimer. Das Design stammt auch von den jungen Menschen.

Um sich politisch weiterzubilden, besuchten sie den Bayerischen Landtag in München. Am Winterfest waren sie mit einem eigenen Stand vertreten und betreuten die Station Eisskulpturen. Die Jupa-Mitglieder treffen sich regelmäßig mit den Schülersprechern, den Schulleitungen und Lehrern der örtlichen Schulen.

Hohe Wertschätzung

Dass das Jugendparlament von der Kommunalpolitik hochgeschätzt wird, merkt man auch daran, dass die Mitglieder bei der konstituierenden Sitzung auch formell vom Ersten Bürgermeister per Handschlag ins Amt eingeführt werden und ähnlich wie die Stadträte ein Sitzungsgeld bekommen. Das Jugendparlament hat im Stadtrat Antrags- und Anhörungsrecht. Eric Ballerstedt hob hervor, dass die Jugendlichen für ihr Engagement sehr viel Freizeit einbringen. Die Arbeit des Jugendparlaments wird durch Ramona Krause vom „jim e.V. – Jugend im Mittelpunkt“ päda­gogisch begleitet.

Die Stadträtinnen und Stadträte, die die öffentlichen Sitzungen des Jugendparlaments regelmäßig besuchen, sparten nicht mit anerkennenden Worten: Die Kommunikation untereinander sei unter den jungen Menschen so klar, dass die Erwachsenen davon lernen könnten. Das Jugendparlament zeige auf, dass Entscheidungen in der Politik oft lange dauern. Im Stadtbild sehe man die Resultate des jugendlichen Engagements. Die jungen Menschen zeigten auf, dass Politik Spaß machen könne.

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