Trinkwasser-Knappheit: Hotelprojekt in Oberbayern wackelt

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Auf dem Gelände des ehemaligen Hotels in Einsiedl soll ein wesentlich größerer Neubau errichtet werden. © arp

Vor den Toren Münchens, in einer beliebten Ferienregion, ist eigentlich ein großes Hotelprojekt in Planung. Doch nun gibt es Probleme mit der Trinkwasser-Versorgung.

Kochel am See - Anfang 2023 kaufte der Dachauer Investor Herbert Ullmann das Gelände des ehemaligen Hotels Einsiedl am Walchensee. Es lag seit Jahren brach. Ullmann hat für das Areal große Pläne: Er möchte dort ein Vier-Sterne-Superior-Hotel errichten mit 128 Gästezimmern, vier Suiten, mehreren Tiny-Häusern und Gastronomie, die auch allgemein der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll. Es handelt sich um das größte touristische Projekt in der Gemeinde Kochel.

Neues Hotel wesentlich größer als das alte

Im Landratsamt liegt dazu ein vorhabenbezogener Bebauungsplan. In den vergangenen Monaten gab es, auch im Kochler Gemeinderat, immer wieder die Befürchtung, dass es bei der Erschließung Probleme mit der Trinkwasser-Versorgung geben könnte. Diese haben sich nun bestätigt. Für das bislang bestehende Hotel war die einzige Quelle in Einsiedl groß genug, für das neue Projekt nun aber offensichtlich nicht.

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Wie das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, ist die Wasserversorgung für das geplante Hotel mit den bisherigen Entnahmerechten nicht gesichert. „Der Betreiber ist in Abstimmung mit den Rechtsbehörden und uns zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung“, teilt Leonore Meder mit, die Leiterin des Fachbereichs Wasserversorgung und Grundwasserschutz. Der Investor sei aufgefordert worden, „prüffähige Planunterlagen zu erstellen“. Diese würden dann vom Wasserwirtschaftsamt und vom Landratsamt beurteilt.

Sorge um das Wasserschutzgebiet

Wie Kochels Bürgermeister Jens Müller berichtet, müsste für die geplante neue Entnahmemenge das Wasserschutzgebiet in Einsiedl erweitert werden. „Das Problem ist aber, dass das nicht beliebig geht“, sagt der Rathauschef. Die letztendliche Entscheidung darüber liege beim Wasserwirtschaftsamt.

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Investor Ullmann, der sich bislang stets optimistisch geäußert hatte, gibt sich derzeit zurückhaltend. „Jede Projektentwicklung hat viele Facetten“, schreibt er in einer Mail auf Nachfrage unserer Zeitung. Man arbeite an einer langfristigen Lösung für die Trinkwasser-Erschließung. „Ein Ergebnis ist noch nicht erreicht. Wir arbeiten daran und hoffen auf allseitige Unterstützung.“

WBV Walchensee lehnte Antrag ab

Ullmann hat auch beim Wasserbeschaffungsverband Walchensee angefragt. Dessen Vorsitzender Roland Hoffmann bestätigt, dass ein Antrag zur Trinkwasserversorgung gestellt wurde. Der Verband habe diesen mehrheitlich abgelehnt. „Unser Wasserschutzgebiet in Walchensee kann auch nicht größer gemacht werden“, sagt Hoffmann, und fügt persönlich hinzu: „Ich finde das Projekt gut und hoffe, dass eine Lösung gefunden wird.“

Die Behörden warten nun, bis der Investor Unterlagen einreicht. Wenn diese Unterlagen „vollständig und brauchbar seien, werde ein öffentliches Verfahren durch die Wasserrechtsbehörde am Landratsamt eingeleitet“, so Leonore Meder vom WWA.

Es wird also noch dauern, bis das Neubau-Projekt verwirklicht werden kann – oder auch nicht.

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