Tausende Besucher bei Textilmarkt: Der Trend geht zum Upcycling

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Handwerk für die Füße: Dem Freiburger Schuhmacher Feri Braun schaut eine Besucherin bei der Arbeit zu. © Birgit Botzenhart

Der Textilmarkt im Maierhof des Benediktbeurer Klosters lockte am Wochenende wieder tausende Besucher.

Benediktbeuern – Die Schönheit von Handwerk zeigt seit Jahrzehnten der Benediktbeurer Textilmarkt. Am vergangenen Wochenende (27./28. September) kamen 150 Aussteller in den Maierhof und in einen Flügel des Klostergebäudes.  Gefragt nach Neuheiten, antwortete Organisatorin Barbara Bode: „Es gibt Entwicklungen. Eindeutig ist Upcycling als neue Tendenz zu erkennen.“ Dies bedeutet, aus gebrauchtem Material Neues herzustellen.

Upcycling: Aus Basketbällen fertigt Rita Balta trendige Umhängetaschen.
Upcycling: Aus Basketbällen fertigt Rita Balta trendige Umhängetaschen. © Birgit Botzenhart

Umhängetaschen aus Sportbällen

Insgesamt 16 Azubis des Münchner Ateliers „La Silhouette“ machten aus zwei alten Jacken eine ausgefallene neue. Rita Balta von „Bal Designs“ verwandelt Sportbälle in trendige kleine Umhängetaschen. „Es läuft wirklich sehr gut“, lobte sie die Messe. Thomas Heer aus Erfurt arbeitet unter seinem Label „Fawwi“ alte, stabile Luftmatratzen – nicht die leichten aus dünnem Plastik – zu Taschen und Börsen aller Größen um.

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Balta und Heer waren zum ersten Mal in Benediktbeuern. Seit 20 Jahren kommt Schuhmacher Feri Braun aus Freiburg in den Maierhof. Während er die Sohle eines Schuhs auf seiner blauen Schürze annähte, erzählte er: „Zuletzt war eine junge Frau meine Kundin – Schuhgröße 50.“

Bis zu 10 000 Besucher pro Tag

Aus der ehemaligen Handschuhstadt Osterwieck im Harz war Katrin Seeger angereist und beriet ihre Kunden zu Größe, Farbe und Herstellung. „Ich habe es von meinen Eltern gelernt und kann diese Handarbeit nur weitergeben, denn die Innungen nehmen dieses Handwerk nicht mehr ab.“

Organisatorin Bode erklärte zu den Ausstellern: „20 kommen aus Österreich, weitere aus Ungarn, Belgien, Holland und der Tschechischen Republik. Diese zwei Tage hier bedeuten ihnen etwas, sonst würden sie nicht die weite Anreise machen.“ Mit dem Besucherstrom war Bode zufrieden. „Die Stimmung ist sehr gut. Wir verlangen keinen Eintritt, deshalb können wir nur schätzen, dass es pro Tag zwischen 7000 und 10 000 Besucher sind.“

Mäntel und Mützen erfreuen sich großer Beliebtheit

Das kühle Wetter war nicht gerade ideal für Essen im Freien, aber die Anbieter warmer Kleidung wie Mäntel und Mützen freuten sich, dass viel anprobiert wurde. Einige Besucher waren selbst modebewusst und trugen stilvolle Hüte, edle Dirndl oder auffällige Mäntel. „Mut zum Hut“, meinte Albert Schuy aus Aying mit seinem.

Für Aufsehen sorgte die Münchner Künstlerin Katrin Schafitel. Sie raschelte mit einem Kostüm aus Kunststoffbahnen durch die Menge. Das von ihrem Kollegen Robert Kis gestaltete Outfit verhalf ihr zu vielen Gesprächen. „Ich begegne hier so tollen Menschen“, sagte sie. (Birgit Botzenhart)

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