Lärm und Müll im Uni-Viertel: Anwohnern stinkt die Partymeile

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Nachts mutiert das Univiertel zur lauten Partymeile –Polizeieinsätze inbegriffen. © SIGI JANTZ

Partylärm, Abfall auf den Straßen – der Ärger über die Auswüchse der feiernden Menschen in der Maxvorstadt ist groß.

München – Anwohner des Univiertels haben im Kampf gegen die „Ballermannisierung“ ihrer Nachbarschaft einen Erfolg errungen: Der Bezirksausschuss (BA) der Maxvorstadt hat einstimmig seine Unterstützung zugesagt und will die Stadt München zu einem entschiedenen Vorgehen auffordern.

Initiative fordert Gegenmaßnahmen

Seit vergangenem Wochenende hatten sich knapp 80 Anwohner zur Nachbarschaftsinitiative für eine l(i)ebenswerte Maxvorstadt zusammengeschlossen und in einem Antrag an den BA Antrag Maßnahmen formuliert, die das Zusammenleben von Anwohnern und feiernden Personen verbessern sollen. Nicole Thiel, Initiatorin der Initiative, erläuterte das Ausmaß der Belastungen: „Der Lärm und der Dreck sind inzwischen unerträglich. Wir wissen, dass junge Menschen einen Raum zum Feiern brauchen und haben nichts gegen Gastronomie oder Schanigärten, aber diese Zustände sind in einem Wohngebiet nicht mehr zumutbar. Wir wollen das Gleichgewicht im Viertel wieder herstellen.“

Volle Rückendeckung vom Bezirksausschuss

BA-Vorsitzende Svenja Jarchow-Pongratz (Grüne) sichert den zahlreich erschienenen Anwohnern volle Rückendeckung zu: „Wir haben als BA bereits viele Anträge zu dem Thema an die Stadt gestellt, leider bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Deshalb ist es toll, dass wir nun dieses konstruktiv formulierte Anliegen aus der Bürgerschaft an die Stadt weiterreichen können um zu zeigen, welche Wucht hinter dem Thema steht. Wir hoffen, dass sich nun endlich etwas tut.“

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Berge von Müll beklagen die Anwohner im Univiertel. © privat

Um die Situation zu entschärfen, schlägt die Nachbarschaftsinitiative verschiedene Maßnahmen vor: Polizei und Kommunaler Außendienst (KAD) sollen kritische Straßenzüge nachts häufiger bestreifen. Wo besonders viel Dreck liegt, soll die Stadt die Reinigungsfrequenz – ohne finanzielle Nachteile für Anwohner - erhöhen. Temporäre Glasverbotszonen sollen eingerichtet werden, zudem wünschen sich die Anwohner ein Verbot der Ausgabe von Plastikbechern durch Kioske und Gaststätten, stattdessen sollen sich die Betriebe zur Ausgabe von Pfand- und Mehrwegggeschirr verpflichten.

Partyzonen außerhalb von Wohngebieten?

Für Feierwillige sollen Partyzonen außerhalb von Wohngebieten eingerichtet werden. Besonders wichtig ist den Bürgern die Überprüfung der rechtlichen Voraussetzungen für Betrieb und Öffnungszeiten der zahlreichen Kioske und To-Go Ausschänke, die Alkohol auch spät nachts verkaufen. Da Ladengeschäfte mit einer Verkaufsfläche von maximal 80 Quadratmetern und bis zu fünf Mitarbeitern durch das bundesweit geltende Verpackungsgesetz vom Mehrweggebot befreit sind, soll die Stadt auch prüfen, ob sie Ausnahmen dazu schaffen kann.

Politik fordert schnelle Reaktion der Stadt

Um den dringenden Handlungsbedarf zu unterstreichen, will der BA nicht nur das Anliegen der Bürger an die zuständigen Referate weiterleiten, sondern hat parallel einen fraktionsübergreifenden Antrag formuliert, in dem er mit Nachdruck die Überprüfung der Einhaltung bestehender Regeln zusätzliche Maßnahmen – beispielsweise die Pflicht des abendlichen Absperrens von Schanigarten-Mobiliars, vermehrte Kontrollen durch das Kreisverwaltungsreferat (KVR) und die mittelfristige Etablierung eines Gastronomiebeaufragten – analog des Nachbürgermeisters –, und insbesondere eine schnelle Reaktion von der Stadt fordert.

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