Der Wahlomat zur Europawahl soll bei der Entscheidung am 9. Juni helfen. Doch wann kann man das Online-Tool nutzen und was steckt hinter dem Konzept?
Berlin/Brüssel – Am 9. Juni sind alle Wählerinnen und Wähler in Deutschland aufgerufen, an der Wahlurne ihre Stimme abzugeben. Bei der Europawahl 2024 wird die Zusammensetzung des Europaparlaments neu bestimmt. Wer unschlüssig ist, welche Partei er wählen soll, dem kann ein bewährtes Online-Tool helfen: der Wahlomat. Voraussichtlich ab Anfang Mai 2024 soll dieser aufrufbar sein.
Wie funktioniert der Wahlomat für die Europawahl 2024?
Der Wahlomat zur Europawahl 2024 bietet dem Nutzer die gewohnten Auswahlmöglichkeiten, die von vergangenen Wahlen bekannt sind. Die Anwendung präsentiert nacheinander 38 klar formulierte Thesen, zu denen es jeweils drei mögliche Antworten gibt: „stimme zu“, „stimme nicht zu“ und „neutral“ stehen zur Auswahl. Es ist auch möglich, eine These zu überspringen. Die Bundeszentrale für politische Bildung empfiehlt, mit „neutral“ zu antworten, falls Sie einer Aussage nur unter bestimmten Bedingungen zustimmen würden.
Nachdem alle Fragen beantwortet sind, erhält der Nutzer noch eine Möglichkeit, seine persönlichen Wünsche in die Auswertung einzubringen. Er kann auswählen, ob ihm einzelne Thesen besonders wichtig sind. Die entsprechenden Antworten werden in der Auswertung mit doppeltem Gewicht gewertet.
Im Anschluss bleibt noch die Auswahl der Parteien, zu denen der Wahlomat die Ergebnisse anzeigen soll. Die Parteienauswahl kann beliebig oft geändert werden, ohne dass die 38 Thesen erneut beantwortet werden müssen.
Was bedeutet das Ergebnis des Wahlomats?
Nach der Beantwortung der Thesen und der Auswahl der Parteien errechnet der Wahlomat das Ergebnis. Angezeigt werden alle Parteien, geordnet nach der Nähe zur eigenen Position. Ein Balkendiagramm zeigt das Ausmaß der Übereinstimmung. Über Symbole können weitere Details eingesehen werden. Wie die Begründungen das Ergebnis der Parteien.
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Wer hat die Fragen für den Europawahl-Wahlomat ausgewählt?
Durch Zustimmung oder Ablehnung der einzelnen Thesen errechnet sich, wie sehr der Wähler mit den Positionen der verschiedenen Parteien übereinstimmt. Das Spannende an dem Konzept hinter dem Wahlomat ist die Entstehung. Denn die Thesen des Tools werden von einer Redaktion aus Jungwählern, Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung sowie den Verantwortlichen der bpb entwickelt. Für den Redaktionsworkshop im März wurden bis Mitte Januar junge Engagierte gesucht. In Bonn sollen dann die Thesen für die Wahlentscheidungshilfe gefunden werden.
Nachdem die Wahlprogramme ausgewertet sind und die Thesen feststehen, wird bei allen Parteien die Position zu den Thesen abgefragt. Die Parteien entscheiden also nicht mit über die Themenauswahl. Neben der Zustimmung, Ablehnung oder Neutralität zu einem Thema können die Parteien auch kurze Erläuterungen abgeben. Diese Erläuterungen kann der User lesen, wenn er die Auswertung seiner Antworten betrachtet.
Allgemeine Fakten zum Wahlomat
Der Wahlomat feierte im Jahr 2002 seine Premiere. Es handelt sich um eine Anwendung, die online abrufbar ist und dem Nutzer eine Hilfestellung bei seiner Wahlentscheidung bieten soll. Der Wahlomat wird unter Leitung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) für Bundestags-, Landtags- und Europawahlen entwickelt. Dafür werden aus den Wahlprogrammen der antretenden Parteien die wichtigsten Thesen ausgewählt, sodass der Nutzer seine Ansichten mit den Forderungen der Parteien vergleichen kann.
Wie oft wurde ein Wahlomat bereits aufgerufen?
Mittlerweile hat sich der Wahlomat zu einer festen Informationsgröße im Vorfeld von Wahlen etabliert: Insgesamt wurde er im Vorfeld von Wahlen über 115 Millionen Mal genutzt. Laut der bpb wurde das Online-Angebot zur letzten Europawahl 2019 rund 9,8 Millionen Mal aufgerufen. Zudem können Wähler im Archiv jederzeit den Wahlomat der vergangenen Jahre noch einmal nachspielen.
Mehr Informationen zur Europawahl 2024
Wie sich die Stimmungslage für die Parteien entwickelt, können Sie in den aktuellen Umfragen zur Europawahl 2024 erfahren. In Deutschland sind am 9. Juni rund 66 Millionen Menschen wahlberechtigt. Die Wahllokale haben zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet.