Die Geowärme boomt

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Heizungssysteme auf dem Prüfstand: Weil das Erdinger Wasser für die Wärmeversorgung mit 63 Grad etwas zu kalt ist, muss auch mit Gas geheizt werden (Symbolfoto). © Benjamin Seebach/dpa

Dennoch kann eine reduzierte Gewinnprognose für 2025 verzeichnet werden.

Erding – Das Geschäft mit heißem Wasser bleibt auf der Erfolgsspur. In der Verbandsversammlung vom Zweckverband Geowärme berichtete Geschäftsführer Michael Perzl allerdings über eine reduzierte Gewinnprognose im Wirtschaftsplan 2025. Ein neuer Pachtvertrag sei der Hauptgrund.

Der Geschäftsführer geht für das Jahr 2025 von einem Gewinn von 990 000 Euro aus, 2024 stand der Plan noch bei 1,47 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse mussten aufgrund des ab 1. Januar 2025 gültigen neuen Pachtvertrags mit der Iqony Energies GmbH neu berechnet werden. Die Grundpacht sinkt von rund 3,3 Millionen Euro auf 2,71 Millionen Euro jährlich.

Insgesamt könne man laut Perzl für das kommende Jahr Umsatzerlöse in Höhe von 3,931 Millionen Euro erwarten. Dank der Inbetriebnahme des Heizwerks 2 und der Erweiterung am Heizwerk 1 konnten auch im Jahr 2024 weitere Fernwärmeleitungen verlegt werden – allerdings gehe der Ausbau nicht mehr so rasch wie in früheren Jahren vonstatten, betonte der Geschäftsführer.

Nach den im Investitionsplan eingestellten Haushaltsmitteln sind für das Jahr 2025 Neuanschlüsse mit Anschlusswerten von rund 3,1 Megawatt vorgesehen. Insgesamt sind für das Wirtschaftsjahr 2025 Investitionen von 4,15 Millionen Euro angesetzt.

Zuwachspotential sieht Michael Perzl bei der Entwicklung des Gewerbegebiets West und vor allem bei der Erschließung des Bebauungsplans 225 im Gebiet westlich Sigwolfstraße bis südlich Dachauer Straße. Für Neuanschlüsse in diesen Gebieten wurden rund 1,8 Millionen Euro eingeplant.

Als künftigen Kostenfaktor nannte der Geschäftsführer den bald notwendigen Austausch der Förderpumpe an der „Ardeoquelle“ Erding 1. Diese laufe bereits seit 2017 und man rechnet mit einer Lebensdauer von sechs bis acht Jahren. Ein großer Einnahmefaktor des Zweckverbands ist der Verkauf von Wasser an die Therme Erding und diesbezüglich konnte der Geschäftsführer Positives berichten.

Nach 1,8 Millionen Besuchern im Jahr 2023 würden diese in den laufenden zwölf Monaten weiter steigen: „Das hat positive Auswirkungen bei den Thermalwassererlösen.“ Im Erfolgsplan 2025 sind Einnahmen von 520 000 Euro eingesetzt.

Erdinger Wasser zu kalt

Gesprochen wurde auf der Verbandsversammlung auch über den sogenannten Primärenergiefaktor. Weil das Erdinger Wasser für die Wärmeversorgung mit 63 Grad etwas zu kalt ist, muss auch mit Gas geheizt werden.

Man konnte den Faktor zwar von 0,74 auf 0,69 senken, die Verbesserung sei vor allem auf die neue Wärmepumpe im Heizwerk 2 zurückzuführen. Allerdings sei eine noch effizientere Ausnutzung der Wärme aus dem Thermalwasser wünschenswert, erreichbar sei dies durch Neuanschlüsse mit niedrigeren Rücklauftemperaturen sowie weiteren Optimierungen.

Verbandsrat Dominik Rutz von den Grünen wollte wissen, wie der Status diesbezüglich aussehe. Laut Michael Perzl wurden Eigentümer mit schlechten Rücklaufwerten angeschrieben, einige Heizungssysteme bereits angeschaut. Bei öffentlichen Liegenschaften hätte es bereits Maßnahmen gegeben, bei privaten seien geplante Rücklauftemperatur-Begrenzungen noch nicht umgesetzt.

Bis zum 31. Dezember 2025 soll die Iqony Energies GmbH Zahlen vorlegen, die neben der Rücklaufthematik auch einen Transformationsplan beinhalten. Nichts Neues gab es zum Thema Erdbebengefahr. Seit 2017 muss der Zweckverband nachweisen, dass durch die Förderung des Wassers aus über 2000 Metern Tiefe eine solche nicht besteht. Man sei laut Michael Perzl weiter auf der Suche nach einer geeigneten Messstelle. Zuletzt sei ein Versuch bei der Stockschützenanlage in Aufkirchen gescheitert.

Es folgte die einstimmige Zustimmung für die Haushaltssatzung mit Wirtschaftsplan für das Jahr 2025. Das Gesamtvolumen im Erfolgsplan beträgt dabei 3,962 Millionen Euro, im Vermögensplan 4775 Millionen Euro.

Es wurde eine Kreditaufnahme von 2,245 Millionen Euro genehmigt. Diesen werde man aber nach Aussage des Geschäftsführers wohl nicht ausschöpfen, schließlich könne der Zweckverband Teile der Investitionen aus liquiden Mitteln tätigen und zudem sei fraglich, ob auch alle geplanten Maßnahmen 2025 umgesetzt würden.

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