Neumeier-Korn und Utz sind aber sauer wegen der Wortwahl im Strategie-Papier
„D-Day“, „Offene Feldschlacht“ – die FDP-Basis im Landkreis ärgert sich über die Wortwahl bei dem jüngst veröffentlichten Strategiepapier der FDP. Aber sowohl Kreisrätin Rosmarie Neumeier-Korn als auch das Steinkirchener FDP-Urgestein Peter Utz halten zu ihrem Parteivorsitzenden Christian Lindner.
„Dass man ein Szenario durchspielt, wie man eine Koalition beendet, ist normal“, sagt Utz. „Die Wortwahl war aber absolut unpassend, das klingt nach Kriegsspiel“, sagt der Steinkirchener. Das dürfe aber nicht die eigentliche Sache beeinflussen, denn der Bruch der Ampelregierung sei alternativlos gewesen. Die Rücktritte von Generalsekretär Djir-Sarai und Bundesgeschäftsführer Reymann seien „absolut ehrenhaft“ gewesen. „Wir haben halt noch Prinzipien und ziehen Konsequenzen“, so Utz weiter, der begrüßt, dass Lindner im Amt bleibt.
Auch Neumeier-Korn räumte ein, dass sie die Wortwahl „überrascht und enttäuscht“ hat. „Persönlich empfinde ich sie als unangemessen und nicht repräsentativ für die sonst professionell geführte, traditionelle Linie der Partei, die ich kenne und für die ich mich einsetze“, sagte die Kreisrätin. Für die Wartenbergerin ist dies aber kein Grund, mit der Partieführung zu brechen. „Wie es auch in großen Unternehmen vorkommt, ist es manchmal schwierig, jeden Prozess im Detail zu kontrollieren – und nicht jeder Vorgang wird immer bis in die Führungsspitze kommuniziert. Dennoch halte ich weiterhin an unserer Spitze fest, mit Persönlichkeiten wie Christian Lindner, Wolfgang Kubicki, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Daniel Föst und unseren engagierten Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl.“
Der Wahlkampf sei im vollen Gange, „und ich bin mir in der heutigen Zeit nicht immer sicher, was wirklich ehrlich ist und was durch die Medien bewusst negativ dargestellt oder sogar gesteuert wird. Ehrliche Politik erlebt man womöglich eher an der Basis, wenn man das direkte Gespräch mit Parteimitgliedern sucht“. Der laufende Wahlkampf gestalte sich zunehmend herausfordernd, „und ich erlebe ihn als unprofessioneller als es unserem politischen Anspruch gerecht wird“. Die 42-Jährige kritisiert: „Es wird nach wie vor viel über die Ampel-Koalition gesprochen, anstatt den Fokus nach vorne zu richten: darauf, wie wir gemeinsam daran arbeiten können, Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich wieder auf Kurs zu bringen“ Ob Lindner von dem Strategiepapier und der Wortwahl gewusst hat, darüber wolle sie nicht spekulieren: „Ich kenne die Hintergründe nicht und will da auch nicht mutmaßen.“