Ein etwas anderer Technologie- und Naturwisschenschaftsunterricht: Dr. Alexander Eichenberger, Maschineningenieur und Klimaschützer erklärte die Klimawende und den Verkehr der Zukunft.
Erding – Nach dem Verkauf seiner Firma möchte der promovierte Maschinenbauingenieur Dr. Alexander Eichenberger die Themen „Klimawende“ und „Zukunft des motorisierten Verkehrs“ in die Köpfe der jungen Generation bringen – dafür besucht der Klimaschützer ehrenamtlich Schulen in Bayern und gibt sein Fachwissen weiter. Nun auch an der FOS/BOS Erding, wo Schülerinnen und Schüler der Ausbildungsrichtungen Wirtschaft und Internationale Wirtschaft einen Vortrag über die Folgen des Klimawandels für Mensch, Natur und Wirtschaft hörten.
Klima-Experte Eichberger: Volkswirtschaft kann sich Kosten der Klimaschäden nicht leisten
Anschaulich und mit viel Expertise erklärte Eichberger, wie der Treibhauseffekt entsteht und wie kritisch die Lage angesichts des eingeschlagenen Weges der Erdbevölkerung ist. Mit Blick auf die im Jahr 2024 aufgetretenen Extremwetterereignisse in Deutschland und Europa, etwa die Flutkatastrophe in Valencia, stellte er die Frage: „Kann sich eine Volkswirtschaft die massiven Kosten der Klimaschäden überhaupt leisten und wer bezahlt dafür?“
Das CO2 aus fossiler Verbrennung von heute bleibt in der Atmosphäre und kann nicht wieder entfernt werden. Die neuen Technologien zur Speicherung auf dem Meeresboden binden nur einen Bruchteil und haben kaum einen Effekt angesichts immer weiter zunehmender Emissionen von Treibhausgasen. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland nimmt von 6 Grad Celsius bis 2100 zu, mit fatalen Folgen für alle, vor allem für die derzeit jungen Menschen. Deshalb sein Appell: „Handeln Sie jetzt. Die Entscheidung darüber, wie es in Deutschland weitergeht, hat der Wähler, der Konsument; die haben wir alle.“
Verbrennungsmotoren, Wasserstoffantrieb und Elektroautos: „Radfahren ist am allerbesten“
In seinem zweiten Vortrag für die Schüler der 12. Jahrgangsstufe der Ausbildungsrichtung Technik blickte Eichberger auf den Pkw-Verkehr in naher Zukunft. Welches Antriebskonzept wird sich durchsetzen? Dabei ist ihm wichtig, den Blick auf den Weltmarkt zu richten. „Der größte Automarkt und der größte Exporteuer ist China, dort entscheidet sich die Verkehrswende.“
Fachlich fundiert wurden die verschiedenen Antriebe – Verbrennungsmotor mit E-Fuels, Wasserstoffantrieb mit Brennstoffzelle und das reine Elektroauto – miteinander verglichen. Dabei arbeitete er heraus, dass die Zukunft im PKW-Verkehr nur beim Elektroauto liegen kann. Bei einer unschlagbaren Energieausbeute gebe es hier noch hohes Entwicklungspotential, vor allem in der Batterieforschung, der stetig dichter werdenden Ladeinfrastruktur sowie dem sich entwickelnden Gebrauchtwagenmarkt. Kritisch merkte er an, dass die Innovationen, die beim Verbrennungsmotor oft aus Deutschland kamen, beim Elektroauto meist in anderen Ländern entstanden. Er klärte zudem, welche Ladetechnologien es gibt und für wen sich der Kauf eines Elektroautos lohnt. Dabei unterstreicht er abschließend: „Radfahren ist am allerbesten.“
Die vielen Nachfragen der Zuhörerinnen und Zuhörer haben gezeigt, dass die Themen die jungen Menschen bewegen. Schulleiter Jens Baumgärtel und der Organisator des Vortrags, Technologie-Lehrer Michael Weber, bedankten sich bei Eichberger für den etwas anderen Technologie- und Naturwissenschaftsunterricht.
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