Kochel: Gemeinderat verkürzt Jens Müllers Amtsperiode - 2026 gibt es eine Bürgermeisterwahl

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Kochels Bürgermeister Jens Müller in der Sitzung am vergangnen Montag. Für seinen beantragten Tagesordnungspunkt verließ er den Sitzungssaal. © Anne Rossa

Auf Kochel kommt im Zuge der Kommunalwahl am 8. März 2026 nun doch auch die Wahl eines Bürgermeisters – oder einer Bürgermeisterin – zu. Der Gemeinderat kam dem Wunsch von Rathauschef Jens Müller (UWK) nach und verkürzte seinen Amtszeit auf zwei Jahre. Müller macht klar: Er will 2026 wieder gewählt werden.

Kochel – Beträgt die Probezeit für eine neue Stelle üblicherweise sechs Monate, hat sich Kochels Bürgermeister Jens Müller (UWK) eigens eine Frist von zwei Jahren verpasst. Denn so lange sitzt der Kochler auf dem Chefsessel im Rathaus der Zwei-Seen-Gemeinde, wenn es im März 2026 an die Kommunalwahl geht. Seine reguläre Amtszeit von sechs Jahren hat der Gemeinderat in der Sitzung am vergangenen Montag auf zwei Jahre verkürzt – wie von Müller beantragt wurde. Das Gremium kam seinem Wunsch mit einer Gegenstimme von Klaus Barthel (SPD) nach.

Auf Antrag des Bürgermeisters: Kochels Gemeinderat kürzt Jens Müllers Amtsperiode

Am 28. Februar 2024 gewann Müller in einer Stichwahl gegen Rosemarie Marksteiner (Mitte) mit 60,2 Prozent – und war somit Kochels neuer Bürgermeister, nachdem sein Vorgänger Thomas Holz (CSU) bei der Landtagswahl 2023 einen Sitz im Maximilianeum in München ergattert hatte und deshalb sein Bürgermeister-Stuhl frei wurde. „Es ist ein großartiges Gefühl, auf diesen Moment hingearbeitet und wohl vieles bis dahin richtig gemacht zu haben“, erklärte Müller damals nach seinem Sieg gegenüber der Rundschau.

Für den in der jüngsten Sitzung anstehenden Tagesordnungspunkt 6.2, „Antrag des ersten Bürgermeisters auf vorzeitigen Ablauf der Wahlzeit“, verließ Müller den Saal. „Ich bin befangen“, begründete er dies und überließ seinem Stellvertreter Thomas Eberl (UWK) die Leitung für den Punkt. Eberl erklärte: Die Amtszeit von Müller würde eigentlich bis 2030 laufen. Der Wunsch des Gemeindeoberhaupts sei es allerdings, sich „in dieses normale Verfahren der Kommunalwahl 2026 einzureihen“. Und das, um „Kosten für eine weitere Wahl im Jahr 2030 zu sparen“.

Verkürzte Amtsperiode von Kochels Bürgermeister Jens Müller: Grund sind unter anderem Kosten für eine Wahl

Rund 25.000 Euro würde so eine Wahl die Gemeinde kosten, so Eberl. Vor allem Porto, Wahlhelfer und Personal würden ordentlich zu Buche schlagen, ergänzte Rathaus-Geschäftsführerin Nicole Lutterer. Die klare Mehrheit der Räte stimmte für den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Somit wird am 8. März nächsten Jahres nicht nur ein neuer Gemeinderat, sondern auch ein neuer Bürgermeister in Kochel gewählt.

Für den Rathauschef kein Anlass zur Sorge. Auf Rundschau-Nachfrage zeigt sich dieser zufrieden mit seiner Entscheidung. Und betont: „Ja natürlich“ will er auch im März 2026 wieder zum Bürgermeister gewählt werden. Er stehe für das Amt bereit. „Die Devise ist dann zwei plus sechs Jahre“, formuliert der Jurist sein Ziel. Die zwei Jahre als Bürgermeister sieht er „als eine Art Probezeit“. Nun wünscht sich Müller eine Bestätigung der Bürger, ob ihnen seine „Arbeit gefällt“.

Im Wahlkampf unterstützen

Einen weiteren Vorteil erhofft sich der Rechtsanwalt: Mit der zusätzlichen Wahl des Bürgermeisters würde „der Wahlkampf aufgepeppt“ – und die Wahlbeteiligung nochmal steigen. Die UWK könne er nun „auch voll unterstützen“ in eben jenem Wahlkampf. Seine Arbeit als Bürgermeister stehe aber weiterhin an erster Stelle. Müller ist sich sicher, er hat in seiner Amtszeit schon „viel angepackt“. Nun hofft er auf eine positive Rückmeldung der Bürger bei der Kommunalwahl.

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