In Erfurt sind Verkehrsschilder aufgetaucht, die einige Autofahrer irritieren könnten. Dabei gibt es sie bereits seit einigen Jahren.
Erfurt – Als die Straßenverkehrsordnung 2020 angepasst wurde, war eine große Neuerung die Einführung eines offiziellen Zusatzzeichens für Carsharing-Parkplätze. Trotzdem ist vielen Menschen das Verkehrsschild auch heute, fünf Jahre später, noch unbekannt. Das liegt daran, dass das Carsharing-Modell in vielen kleineren Städten nach wie vor nicht verfügbar ist oder gerade erst etabliert wird.
Allerdings wird es immer verbreiteter: So tauchte das Verkehrsschild vor Kurzem auch in Erfurt auf. Es handelt sich um ein rechteckiges weißes Schild mit schwarzem Rand. Darauf befindet sich ein schwarzes Auto, das in der Hälfte geteilt ist. Rund um das Fahrzeug befinden sich zwei weibliche und zwei männliche Personen.
Seltenes Verkehrsschild: Carsharing-Parkplätze haben in Städten einen bestimmte Funktion
Carsharing ist ein Mobilitätskonzept, das den Verkehr in Städten effizienter gestalten soll. Es handelt sich um ein Konzept, bei dem sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen. Das heißt, anstatt ein eigenes Auto zu besitzen, können Nutzer Autos für kurze Zeiträume mieten. Es gibt mittlerweile verschiedenen Firmen, die Carsharing anbieten.
Normalerweise wird zwischen zwei Hauptmodellen unterschieden: Stationsbasiertem Carsharing, bei dem Fahrzeuge an einem bestimmten Parkplatz abgeholt und zurückgebracht werden müssen und das Free-floating Carsharing. Bei letzteren können Autos flexibel im Geschäftsgebiet geparkt werden. Gerade bei diesem Modell sind spezielle gekennzeichnete Carsharing-Parkplätze hilfreich.
Die Carsharing-Parkplätze sollen das Modell attraktiver machen, indem sie Nutzern einen Parkplatz garantieren und die Abholung und Rückgabe des Autos erleichtern. Sie sind oft strategisch in Wohngebieten, an Bahnhöfen oder in Innenstädten platziert. Manche Kommunen fördern das Konzept aktiv, indem sie Flächen bereitstellen oder günstige Parkgenehmigungen erteilen.
Carsharing lohnt sich besonders für Menschen, die in Städten wohnen und nur gelegentlich ein Auto brauchen. Andere Städte versuchen, neben Carsharing auch mit anderen Methoden den Verkehr zu reduzieren: So erhalten Menschen, die in Frankfurt am Main ihr Auto verkaufen, ein Jahresabo für Bus und Bahn.
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Achtung Autofahrer: Bei Nichtbeachtung von Verkehrsschild droht hohes Bußgeld
Autofahrer, die kein Carsharing nutzen, sollten allerdings aufpassen. Denn Privatfahrzeuge dürfen auf gekennzeichneten Parkflächen weder abgestellt noch kurzzeitig geparkt werden. Wer gegen die Vorgabe verstößt, muss mit einer Strafe rechnen: Autofahrern könnte in dem Fall ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro drohen, wie der ADAC erklärt.
Die Stadtverwaltung in Erfurt verteidigt die Entscheidung für die besonderen Parkplätze, die laut ADAC nur gewerbliche Carsharing-Autos nutzen dürfen, gegen Kritik. „Durch die Einrichtung reservierter Stellplätze trägt die Stadt Erfurt zur Förderung des Carsharings und unterstützt so eine nachhaltige, preiswerte und flexible Mobilität für ihre Bürgerinnen und Bürger,“ zitiert die Thüringer Allgemeine einen Sprecher der Stadtverwaltung. Auch in Vellmar könnte es bald soweit sein: Ein Anbieter aus Kassel möchte dort demnächst ein Carsharing-Projekt starten. (jus)