In der Gaißacher Bürgerversammlung stellte Bürgermeister Stefan Fadinger ausführlich die Entwicklungen in der Gemeinde dar. Dazu zählt eine erfreulich hohe Geburtenrate.
Gaißach – Erstmalig fand die Gaißacher Bürgerversammlung am Sonntag im Landgasthof „Zachschuster“ statt. Als Gast kam für den erkrankten Landrat Josef Niedermaier sein Stellvertreter Thomas Holz. Seinen ersten Auftritt hatte der von Bürgermeister Stefan Fadinger vorgestellte neue Bauamtsleiter Christian Rinner, der die Nachfolge von Franz Danner angetreten hat.
Erstmals Bürgerversammlung im „Zachschuster“
Früher fanden die Bürgerversammlungen immer im „Jägerwirt“ statt, doch der ist Geschichte. Und bei dem von einer Bürgerinitiative geplanten „Reservewirt“ muss man sich noch gedulden. Fadinger sprach das Thema in seinem Bericht zwar nicht an, doch bei der Aussprache am Schluss wollte Klaus Simon wissen, weshalb man davon nichts mehr hört. Fadinger konnte ihn beruhigen: „Es geht weiter, die Arbeitsgruppe ist sehr aktiv, es gibt Fortschritte, und die Gemeinde steht zu ihrem Wort.“
Eröffnet hatte der Bürgermeister seinen Jahresbericht mit einem Blick auf die ungünstigen politischen Rahmenbedingungen. Die Wirtschaft schwächelt, die Staatsverschuldung steigt, was auch auf die Gemeinden durchschlägt. Er sprach von einer „negativen Entwicklung“, denn „unsere Einnahmen sind rückläufig, und die Kreisumlage steigt“. Berlin fördere das Anspruchsdenken, und die Steuerzahler müssten das bezahlen. „Noch kann die Gemeinde Gaißach aufgrund ihrer gesunden Struktur ihre Pflichtaufgaben leisten und notwendige Zukunftsinvestitionen tätigen“, so der Bürgermeister, aber an der Begrenzung der Sozialausgaben führe kein Weg vorbei. Überhaupt brauche das Land den „Mut zum Wandel“.
In Schule und Kindergarten ist noch genug Platz
Bei seinem knapp zweistündigen Streifzug durch das Gemeinwesen sprach Fadinger die Entwicklung der Einwohnerzahlen und die erfreulich hohe Geburtenrate an. Im neu ausgebauten Kindergarten („den lassen wir uns jedes Jahr gut 500.000 Euro kosten“) und in der Schule gebe es aber noch genügend Platz. „Unsere jungen Familien können also noch Gas geben“, sagte Fadinger und sorgte so für Heiterkeit im Saal. Auch interessant: „Wir haben einen Männerüberschuss im Dorf.“
Kindergarten und Schule nahmen überhaupt viel Platz im Rechenschaftsbericht ein – unterlegt mit zahlreichen Bildern davon, was sich dort abspielt. Weitere Themen waren der am Dorfrand entstehende Bergwacht-Campus, der MVV-Beitritt, die Folgen der Hagelschäden an Gebäuden und im Bergwald, die Bauhof-Erweiterung, neuer Baugrund für Einheimische, die Feuerwehr, der Breitensport und die örtlichen Vereine, wo Ehrenamtliche sehr viel für das Gemeinwesen leisten.
Gaißach als Paradebeispiel für intakte Gemeinde
Vize-Landrat Holz bezeichnete Gaißach als ein „Paradebeispiel“ für eine intakte Gemeinde: „Sie macht gute Arbeit und ist gut aufgestellt für die Zukunft, die Finanzlage ist günstig und die Investitionsquote hoch.“ Von der Rechtsaufsicht im Landratsamt gebe es im Fall von Gaißach jedenfalls überhaupt nichts zu beanstanden.
In der Aussprache meldeten sich nach Klaus Simon auch noch Jakob Gilgenreiner, Gebhard Blank und Vitus Heimgreiter zu Wort. Ihnen ging es um immer massivere Biberschäden an Gewässern (Fadinger: „Da bin ich ratlos“), um die Freilegung des Brunnbachs und um die Verkehrserschließung des Moraltgeländes: „Die muss unbedingt gut funktionieren“, forderte Heimgreiter.