„Ein Meilenstein“ für die Bergwacht: Spatenstich für Bayerisches Zentrum für Alpine Sicherheit

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Griffen zum Spaten: (v.li.) Landtagsabgeordneter Wolfgang Hauber, Thomas Huber (Landesvorsitzender Wasserwacht), Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Bürgermeister Ingo Mehner (Bad Tölz), Landtagsabgeordneter Thomas Holz, Umweltminister Thorsten Glauber, Landtagsabgeordneter Holger Dremel, Thomas Lobensteiner (Vorsitzender Bergwacht), Manfred Welzel (Vorsitzender Stiftung Bergwacht), Innenminister Joachim Herrmann, Angelika Schorer (Präsidentin BRK), Landrat Josef Niedermaier, Bürgermeister Stefan Fadinger (Gaißach) und Regierungspräsident Konrad Schober. © Arndt Pröhl

Der Bergwacht Bayern expandiert am Standort Bad Tölz. Im Zuge der Erweiterung entsteht das Bayerische Zentrum für Alpine Sicherheit. Am Freitag (28. März) war offizieller Spatenstich.

Bad Tölz/Gaißach – Der Neubau der Bergwacht Bayern auf der Flinthöhe wird viel mehr als nur ein Gebäude. „Die Bergwacht bekommt endgültig ein Zuhause“, sagte Vorsitzender Thomas Lobensteiner am Freitag beim offiziellen Spatenstich. Damit ende nach über zehn Jahren die Unterbringung in Containern. Direkt neben der 2008 in Betrieb genommenen Halle, in der unter anderem Rettungseinsätze mit Hubschraubern simuliert werden können, entsteht die Erweiterung, die das Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung zum Bayerischen Zentrum für Alpine Sicherheit machen wird (wir berichteten). Es sei „ein Meilenstein, der uns gemeinsam in die Zukunft trägt“, sagte Lobensteiner. Das Projekt sei „ein Leuchtturm, der weit über die Region hinausstrahlen wird“. Es werde dafür sorgen, alle Retter bestmöglich in ihren Aufgaben zu unterstützen. „Die Bergwacht ist eine starke Marke, die dadurch noch stärker wird.“

Neubau kostet 18 Millionen Euro: Spatenstich für Zentrum für Alpine Sicherheit in Bad Tölz

18,1 Millionen Euro kostet der Neubau, der an die Rettungswache der Tölzer Bergwacht anschließt. 15 Millionen davon kommen vom Freistaat, „nicht aus einem Sondervermögen, sondern aus einem soliden Haushalt“, lobte Manfred Welzel, Vorsitzender des Stiftungsrats der Bergwacht-Stiftung, in seinem launigen Grußwort. Er nutzte die Gelegenheit, um für Spenden zu werben. Denn 1,5 Millionen Euro fehlen derzeit noch für die Finanzierung. Es entstehe „ein Ort für alpine Sicherheit“. Natürlich sei der gleich folgende Spatenstich nur symbolisch, „weil Bagger nunmal besser schaufeln, als zwei Staatsminister und wir“. Damit wolle er aber keinesfalls die Schaufelfähigkeiten von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber infrage stellen, sagte Welzel unter dem Lachen der Zuhörer.

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Herrmann überbrachte zunächst Grüße von Ministerpräsident Markus Söder. Der wollte ebenfalls zum Spatenstich kommen, musste dann aber zu den Koalitionsverhandlungen. „Er wäre lieber hier als in Berlin“, versicherte Herrmann. Es sei „ein bedeutender Tag für die Bergwacht und die gesamte bayerische Sicherheitsarchitektur“, sagte der Innenminister. Daher seien auch so viele Vertreter der Blaulichtfamilie nach Gaißach gekommen. Die Bergwacht sei ein unverzichtbarer Partner und wichtiger Baustein im Hilfeleistungssystem. Die Retter würden sich allen Herausforderungen stellen und sich stets neue Möglichkeiten erschließen, um Menschen in Not zu helfen. „Die Bergwacht ist ein Vorbild für Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungswillen.“ Dabei stehe das Ehrenamt im Vordergrund. „Von der Qualität des Einsatzes aber ist es hochprofessionell.“

Innenminister Herrmann: „Wichtig, dass wir in die Ausbildung investieren“

Die Bergwacht müsse sich auf immer komplexere Einsatzlagen einstellen. „Es ist wichtig, dass wir in die Ausbildung investieren, in die richtige Einsatzorganisation“, sagte Herrmann. Und genau das mache der Freistaat. „Wir schaffen ein Multifunktionsgebäude, das Raum für die professionelle Organisation aller Anforderungen bietet. Es wird den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein.“

Die neue Einrichtung

Auf Ebene 1 wird die Beschaffung und Logistik von Einsatzausrüstung und Fahrzeugen für die Bergwacht in ganz Bayern erledigt. Auf Ebene 2 befinden sich ein „Foyer mit Treffpunktcharakter“, Ausstellungsflächen und Shop sowie Büros, Schulungs- und Veranstaltungsräumen. Auf Ebene 3 zieht der Lawinenwarndienst ein. Zudem geht es dort um Ausbildung und die Koordination der Bergwacht bei Sonderlagen und Katastrophen. Außerdem befinden sich auf dieser Ebene Büros, Sozialräume und Übernachtungseinheit.

Glauber betonte, wie wichtig die Arbeit der Bergwacht ist. 4000 Ehrenamtliche würden pro Jahr über 8000 Einsätze absolvieren – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Genau mit Blick auf die hohe Belastung sei eine gute Ausbildung unerlässlich. „Wenn der Körper voll von Adrenalin ist und man 24 Stunden oder länger im Einsatz war, dann ist Adrenalin manchmal stärker als Verstand, stärker als die Gefahr zu erkennen.“ Deshalb sei es wichtig, ein Zentrum zu haben, „in dem die Klugheit dem Adrenalin entgegengesetzt wird und das Leben geschützt wird“. Es sei „richtig und wichtig“, hier zu investieren. Dass der Lawinenwarndienst ebenfalls mit einzieht, sei genau der richtige Schritt. Das ermögliche Synergien und schnelle Kommunikation. Als Umweltminister dankte er aber nicht nur der Bergwacht als Rettungsorganisation. Neben dem roten Kreuz befinde sich schließlich auch das Edelweiß im Logo. „Sie schützen Natur und Umwelt. Auch für diese Arbeit sage ich Vergelt‘s Gott.“ (va)

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