Corona-Variante „breitet sich rasant aus“ – WHO erwartet „Stratus“-Sommerwelle

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Corona-Variante XFG „Stratus“ breitet sich schnell aus. Gesundheitsrisiko laut WHO unbedenklich. Ein charakteristisches Hauptsymptom wurde identifiziert.

Genf – Über fünf Jahre nach Beginn der Pandemie sind Corona und seine Varianten immer noch ein alltägliches Thema. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun eine neue Corona-Variante unter Beobachtung gestellt, die sich derzeit rasant ausbreitet. Die Variante XFG, umgangssprachlich auch „Stratus“ genannt, wurde laut WHO-Bericht vom 25. Juni 2025 als „Variante unter Beobachtung“ (VUM) eingestuft. Trotz der schnellen Ausbreitung bewertet die WHO das zusätzliche Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut WHO-Daten vom 22. Juni 2025 wurden bereits 1648 XFG-Sequenzen aus 38 Ländern an die internationale Datenbank GISAID übermittelt. Diese repräsentieren 22,7 Prozent aller weltweit verfügbaren Sequenzen in der epidemiologischen Woche 22 von 2025 (26. Mai bis 1. Juni 2025). Noch beeindruckender ist der Anstieg: Nur vier Wochen zuvor lag der Anteil bei lediglich 7,4 Prozent.

Fachleute und WHO gehen davon aus, dass „Stratus“ neben der aktuell dominanten Nimbus-Variante den ganzen Sommer über auf der Nordhalbkugel zirkulieren wird.

Neue Corona-Virus-Variante breitet sich schnell aus: Die Symptome und klinische Auswirkungen

Besonders stark ist die Ausbreitung in Südostasien, wo der Anteil von XFG von 17,3 Prozent auf 68,7 Prozent anstieg. Auch in anderen Regionen zeigt sich ein deutlicher Trend: In Amerika stieg der Anteil von 7,8 auf 26,5 Prozent, in der Europäischen Region von 10,6 auf 16,7 Prozent und in der Westpazifik-Region von 1,6 auf 6,0 Prozent.

Die Variante XFG ist laut WHO-Analyse ein Rekombinant der Viruslinien LF.7 und LP.8.1.2. Im Vergleich zur zuvor dominanten JN1-Variante weist XFG „deutliche Mutationsprofile im Spike-Protein“ auf, wie die WHO in ihrem Bericht feststellt.

Besonders relevant sind die Spike-Mutationen an den Aminosäuren 478 und 487, die laut WHO-Experten und -Expertinnen „die Umgehung von Antikörpern der Klasse 1/2 verstärken“. Dies bedeutet, dass die Variante möglicherweise geschickter darin ist, unseren Immunabwehrmechanismen zu entgehen. Laborstudien mit Pseudoviren zeigten eine 1,9-fache Reduktion der Neutralisation im Vergleich zu LP.8.1.1.

Charakteristisches Symptom: „Stratus“ äußert sich mit Heiserkeit

Ein charakteristisches Merkmal der XFG-Variante ist laut verfügbaren Berichten die Heiserkeit als Hauptsymptom. Weitere spezifische Symptome werden in dem WHO-Dokument nicht detailliert aufgeführt. Wichtig ist jedoch, dass die WHO betont: „Die routinemäßige klinische Überwachung zeigt keine Anzeichen einer erhöhten Schwere im Zusammenhang mit XFG im Vergleich zu zuvor zirkulierenden Varianten.“ Die verfügbaren Informationen aus betroffenen Ländern deuten nicht auf eine Zunahme von Indikatoren wie COVID-19-bedingten Intensivstationsaufnahmen und Todesfällen pro Krankenhausaufenthalt oder der Gesamtsterblichkeit hin.

Obwohl sich die XFG-Variante rasant ausbreitet und in einigen Ländern der Südostasien-Region gleichzeitig ein Anstieg neuer Fälle und Krankenhauseinweisungen gemeldet wird, stuft die WHO das Gesamtrisiko als gering ein. © IMAGO / Depositphotos

WHO gibt Entwarnung: Impfstoffwirksamkeit bleibt auch bei Corona-Variante XFG bestehen

Trotz der genetischen Veränderungen gibt die WHO Entwarnung bezüglich der Impfstoffwirksamkeit. „Derzeit zugelassene COVID-19-Impfstoffe werden voraussichtlich gegen diese Variante wirksam bleiben, um symptomatische und schwere Erkrankungen zu verhindern“, heißt es in dem Bericht. Die WHO-Expertengruppe für die COVID-19-Impfstoffzusammensetzung (TAG-CO-VAC) empfahl in ihrer jüngsten Stellungnahme vom 15. Mai 2025, dass monovalente JN.1- oder KP.2-Impfstoffe weiterhin geeignete COVID-19-Impfstoffantigene darstellen. Als geeignete Alternative wird ein monovalenter LP.8.1-Impfstoff genannt.

Für Patientinnen und Patienten ist beruhigend, dass die Corona-Variante XFG laut WHO-Analyse „keine zusätzlichen Mutationen enthält, die zuvor mit einer Resistenz gegen Remdesivir und Nirmatrelvir in Verbindung gebracht wurden“. Die etablierten antiviralen Behandlungsmöglichkeiten bleiben somit wirksam. Die WHO und ihre Technische Beratungsgruppe für Virusevolution (TAG-VE) empfehlen den Mitgliedstaaten, spezifische Maßnahmen zu priorisieren, um Unsicherheiten bezüglich der Antikörperumgehung und Schwere von XFG besser zu bewältigen. Dazu gehören Neutralisationstests mit menschlichen Seren und vergleichende Bewertungen zur Erkennung von Veränderungen bei Schweregrads-Indikatoren.

Obwohl sich die XFG-Variante rasant ausbreitet und in einigen Ländern der Südostasien-Region gleichzeitig ein Anstieg neuer Fälle und Krankenhauseinweisungen gemeldet wird, stuft die WHO das Gesamtrisiko als gering ein. „Die verfügbaren Belege zu XFG deuten nicht auf zusätzliche Risiken für die öffentliche Gesundheit im Vergleich zu den anderen derzeit zirkulierenden Omikron-Abstammungslinien hin“, so das Fazit der WHO-Experten und -Expertinnen. (ls)

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