Auf jedem der vier Grundstücke in der Tölzer Innenstadt sollen dreigeschossige Gebäude mit asymetrischem Satteldach, Lichthof, Garage mit Dachterrasse und Gartenfläche entstehen. Aber eine wichtige Frage ist noch offen.
Bad Tölz - Es ist ein städtebaulich sensibles und historisch spannendes Grundstück an der Fröhlichgasse, das Bauherr und Miteigentümer Roman Gabriel seit zwei Jahren bebauen möchte. 2023 stellte er Pläne für neun Stadthäuser, jeweils mit Garten, im Tölzer Bauausschuss zur Diskussion und erntete viel Zustimmung. Inzwischen hat Gabriel die Architekten gewechselt und mit dem Büro „Beham Architekten“ einen neuen Entwurf für nur mehr vier Einfamilienhäuser erarbeitet. Auf jedem der vier Grundstücke sollen dreigeschossige Gebäude mit asymetrischem Satteldach, Lichthof, Garage mit Dachterrasse und Gartenfläche entstehen.
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Mit einem Vorbescheidsantrag und einem Fragenkatalog ging der Bauherr in die jüngste Sitzung des Bauausschusses und erntete erst einmal Lob vom Stadtbaumeister Florian Ernst für seine intensive Nutzung der Bauberatung im Rathaus.
Aber wie gesagt: Einige Fragen waren offen geblieben und wurden in der Sitzung beantwortet. Art und Maß der baulichen Nutzung zum Beispiel fügen sich in die nähere Umgebung ein, sagte Ernst. Er bewertete auch die Situierung der jeweils sechs Meter breiten und 15 Meter tiefen Gebäude entlang der Fröhlichgasse positiv. Es finde ein städtebaulicher Übergang „von der innerörtlich geschlossenen Baureihung und der westlichen, villenartigen Gebäudestruktur mit lockerer Körnung“ statt. Die Dachterrassen auf den Garagen hielt Ernst für zulässig. Die Frage, ob die Abstandsflächen ausreichend seien, reichte der Stadtbaumeister an das dafür zuständige Landratsamt weiter.
Erschließung ist der Knackpunkt
Zum Knackpunkt wurde die Erschließung. Verkehrstechnisch ist sie über die Fröhlichgasse geregelt. Jedoch ist die Abwasserbeseitigung nicht gesichert. Der bestehende Mischwasserkanal reicht schon jetzt hinten und vorne nicht aus, wie Bauamtsleiter Christian Fürstberger sagte. Anfallendes Niederschlags- und Hangwasser kann nicht in den Bestandskanal eingeleitet werden. Die Stadt plane schon länger einen neuen Regenwasserkanal, der nichts mit dem aktuellen Baugesuch zu tun habe. Das war auch die Antwort auf Doris Bigos’ (Grüne) Frage, wer die Kosten für den Kanalbau tragen werde. Der Bauwerber muss jetzt jedenfalls warten. Es gibt zwei Konzepte, die geprüft werden. Im Herbst, sagte Fürstberger, könne er mehr dazu sagen.
Das sagen die Stadträte
Doris Bigos wollte auch wissen, was es mit dem Grundstücksanteil auf sich habe, den die Stadt erwarb. Es handelt sich um eine kleine Fläche entlang der Straße zur Verbreiterung der Fröhlichgasse, erwiderte Ernst. Ulrich Fottner (FWG) fragte sich mit Blick auf Plan und Visualisierung, ob da nicht in den Hang eingegriffen werde. Bei den bestehenden Nachbargebäuden sei das auch so, sagte Ernst. Beim Vorgänger-Plan (neun Stadthäuser) wäre der Eingriff deutlich massiver ausgefallen.
Michael Lindmair (FWG) vermutete, dass die geringe Dachneigung wohl zu sehr hoch wirkenden Mauern entlang der Fröhlichgasse führen werde. Die Dächer seien zwar nicht stark, aber doch geneigt, merkte Ernst an. Lindmair ersuchte dennoch darum, auf diesen Punkt beim Bauantrag zu achten. Zudem bat er im Vorfeld der Kanalbauarbeiten schon einmal um Rücksicht auf „die geschundenen Nockhergassen-Anlieger“. Die sollten davon nichts bekommen, sagte Fürstberger.