Der Dachauer Kinderfestzug findet heuer am Sonntag, 10. August, statt. Auch Helfer und Betreuer werden dafür gesucht.
Der Dachauer Kinderfestzug ist weit um bekannt. Laut dem Volksfestreferenten im Stadtrat, Robert Gasteiger, ist der Umzug in Bayern, wenn nicht in ganz Süddeutschland einzigartig. Die Großveranstaltung findet alle zwei Jahre nach dem Volksfestanstich statt, in diesem Jahr ist es damit am 10. August so weit.
Klar, sagt Referent Gasteiger, ist es „bis August schon noch eine Zeitlang hin“. Allerdings buchen viele Dachauer gerade ihre Sommerferien. Und in diesem Zusammenhang, so Gasteiger, sei es schon mal wichtig, den Familien diesen im Kalender der Stadt wichtigen Termin ans Herz zu legen.
Denn auch für den diesjährigen Kinderumzug werden wieder 600 bis 700 Kinder im Alter von drei bis 15 Jahre gesucht. Die Kinder ziehen, angeführt von den Musikkapellen der Stadt, in wahrhaft märchenhaften Kostümen von der Altstadt zum Volksfest bis zur Münchner Straße. Angelehnt an die Geschichten von Schneewittchen, Dornröschen oder Rapunzel gehen die Kleinen zu Fuß oder winken von Wagen herunter auf die vielen Zuschauer.
Die Anmeldungen für den Umzug sind laut Gertrud Stock, die sich seit vielen Jahren um den Kinderfestzug verdient macht, nach den Osterferien möglich. Der Kinderfestzugverein verteilt dann an Schulen und Kindergärten entsprechende Einladungen, über die Internetseite www.kinderfestzug-dachau.de können Eltern ihre kleinen Ritter und Prinzessinnen dann anmelden, und je nach Datum dieser Anmeldung werden die Kinder dann zur ersten Anprobe eingeladen. „Wer sich als erster anmeldet, bekommt den ersten Anruf“, sagt Stock. Die Anproben beginnen nach Pfingsten.
Doch nicht nur Kinder sollen sich melden. Wie Stock betont, werden auch Helfer und Betreuer der Kinder benötigt. Da die berühmte deutsche Bürokratie auch vor dem Kinderfestzug nicht Halt macht, braucht es pro Wagen acht Begleitpersonen – zwei je Rad – sowie Betreuer der Fußgruppen. Außerdem freut sich Stock auch immer über Helfer, die kassieren und den Kleinen an den üblicherweise heißen Augusttagen mal ein kühles Getränk oder hinterher eine kleine Brotzeit geben. Auch für den Aufbau der Wagen, der heuer zwischen 4. und 8. August stattfinden wird, sind helfende Hände immer willkommen.
Für das Kostüm-Team dagegen werden keine Unterstützer benötigt, wie Stock betont. „Wir sind gut eingespielt! Wir haben ein Auge für die Kinder, die Größen und welches Kostüm zu welchem Kind passt.“ In den Wochen nach Pfingsten müssen die Damen – neben Gertrud Stock sind dies seit Jahren Heidi Fitzthum, Michaela Finkenzeller und Monika Krückl – die Kostüme aus dem Vereinsfundus waschen, bügeln und für die Anproben bereitmachen.
Potenzielle Taferlbuam und -mädchen dürfen sich übrigens ebenfalls melden. Sie sollten allerdings schon ein bisschen älter und damit zwischen zwölf und 15 Jahre alt sein. Besonderer Anreiz: Für ihren Dienst beim Umzug bekommen sie 5 Euro!
Meine news
Apropos Geld: Auch in diesem Jahr wird das Zuschauen am Umzug 2 Euro kosten. Das Geld, so kündigt Referent Gasteiger an, wird wieder von Helfern eingesammelt. Ein Eintritts-Bändchen, wie man es beispielsweise bei „Jazz in allen Gassen“ macht, sei einfach zu aufwändig. Nichtsdestotrotz koste der Umzug, selbst wenn er von den vielen Ehrenamtlichen wie Gertrud Stock oder Heidi Fitzthum organisiert werde, viel Geld. Die 2 Euro Gebühr seien daher wichtig. Das Problem, so Gasteiger: „Immer weniger wollen das Geld zahlen. Die sagen: ,Ich wohne hier und bin nur zufällig vorbeigekommen.‘ Und nach einer Stunde stehen die dann immer noch am Straßenrand und schauen zu!“
Zum Glück, betont Gasteiger, habe die Stadt den Verein bei seinem Umzug in den vergangenen Jahren immer sehr großzügig unterstützt, auch viele Sponsoren würden bereitwillig zahlen. Doch auch die 2 Euro Zuschau-Gebühr seien nach seiner Meinung essenziell für die Veranstaltung. Angesichts der vielen wichtigen und unwichtigen Dinge, die die Menschen sich heutzutage leisteten, solle sich daher jeder Kinderfestzug-Freund fragen: „Wo kriegt man noch so was Schönes für 2 Euro?“