Hochwasser im Ostallgäu: Die Bilanz zum Wochenende

  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Augsburg & Schwaben
  4. Kreisbote Kaufbeuren
In Aitrang trat die Kirnach über die Ufer und überspülte zahlreiche Zufahrtstraßen. © Gattinger

Auch im Landkreis Ostallgäu und in der Stadt Kaufbeuren waren die Einsatzkräfte in den letzten Tagen rund um die Uhr gefordert. Teile des Landkreises standen unter Wasser.

Landkreis/Kaufbeuren – Extremer Dauerregen hat am vergangenen Wochenende auch im Ostallgäu und im Stadtgebiet Kaufbeuren zu Überschwemmungen und Hochwasser geführt. Im Gegensatz zum Landkreis Unterallgäu musste hierzulande allerdings nicht der Katastrophenfall ausgerufen und evakuiert werden. Jedoch liefen auch im Landkreis zahlreiche Keller und Tiefgaragen voll, Straßen wurden überschwemmt und mancher Hofstelle kam das Wasser gefährlich nahe.

Von Freitag bis Samstagnacht vergangener Woche verzeichnete die Feuerwehr Kaufbeuren allein 32 unwetterbedingte Einsätze. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren der fünf Ortsteile waren allein in den ersten 24 Stunden des Hochwasserwochenendes im Einsatz. Die Stadt Kaufbeuren sei „mit einem blauen Auge davon gekommen“, berichtet Stadtbrandinspektor Stefan Ostenrieder im Gespräch mit dem Kreisboten. „Die Wertach ist brav geblieben.“

Einsatz der Feuerwehr in Marktoberdorf-Leuterschach: Überspülte Straßen und eine Lieferung Sandsäcke.
Einsatz der Feuerwehr in Marktoberdorf-Leuterschach: Überspülte Straßen und eine Lieferung Sandsäcke. © FFW MOD

Vergangenen Sonntag schien sich auch im Landkreis die Lage zu entspannen. Doch die Ruhe war nur von kurzer Dauer. Doch heute ereignen sich erneut starke Starkregenfälle und heftige Schauer. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten bekräftigte seine Hochwasserwarnung für Kaufbeuren und das Ostallgäu. Die Pegelstände an Iller und Wertach steigen derzeit wieder, erwartet werden Werte bis in den Bereich der Meldestufe 1 bis 2.

Auch der Forggensee lag zeitweilig rund einen Dreiviertelmeter über seinem normalen Pegelstand für Anfang Juni. Laut offiziellen Angaben werde so wenig Wasser wie möglich vom See in den Lech abgegeben, um eine Hochwasserwelle an der Donau zu verhindern.

250 Einsätze im Landkreis Ostallgäu

Im Ostallgäu waren bislang vor allem der mittlere und nördliche Landkreis zwischen Buchloe und Biessenhofen von Hochwasser betroffen. Unter anderem kam es zu Überschwemmungen von Straßen und zu Wasser in Gebäuden. Personenschäden wurden keine gemeldet. Zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend haben die Feuerwehren im Ostallgäu insgesamt rund 250 Einsätze übernommen. In Summe waren 35 Feuerwehren und rund 800 Feuerwehrdienstleistende beteiligt, berichtet ein Pressesprecher des Landratsamts.

Hochwasser in den Städten und Märkten

In Obergünzburg versetzten die anhaltenden Überschwemmungen die Feuerwehr in Alarmbereitschaft und führten zu mehr als 100 Einsätzen in den ersten gut 24 Stunden. Laut einer Feuerwehrmeldung vom gestrigen Sonntag sorgten weit mehr als 200 Helfer rund um die Uhr dafür, dass über 1.000 Sandsäcke gefüllt und verteilt wurden, die technischen Geräte zur Verfügung standen und die Einsatzstellen mit Verpflegung versorgt wurden.

Der Fokus der Feuerwehr Obergünzburg richtete sich auf die Liebenthannmühle, die von den Wassermassen der ansteigenden Günz bedroht wurde. Bei Tag bot sich dort das Bild einer großen Seenlandschaft. Die Feuerwehr setzte Pumpen ein und konnte das Gebäude vor Überflutung bewahren.

Einsatzkräfte und Helfer beim Befüllen von hunderten Sandsäcken in Obergünzburg.
Einsatzkräfte und Helfer beim Befüllen von hunderten Sandsäcken in Obergünzburg. © FW Obergünzburg

In Ebersbach war von einem Rückhaltebecken im Neubaugebiet der Stützwall gebrochen. Auch dort taten die Einsatzkräfte ihr Möglichstes, um einen kontrollierten Ablauf des Wassers herzustellen. Mit Sandsäcken boten sie der Günz auch im Gemeindegebiet Barrieren.

Hilfe bekamen die Obergünzburger auch von der Feuerwehr Marktoberdorf, die ihrerseits lediglich von sieben Einsätzen über Hochwasser-Wochenende berichtete. Sie lieferte rund 900 Sandsäcke nach Obergünzburg und weitere nach Marktoberdorf-Leuterschach. Auch mussten regelmäßig mehrere Schächte abgepumpt werden, sowie ein Rechen befreit werden.

Wie die Feuerwehr Marktoberdorf berichtet, war ein Kontingent aus dem Landkreis Ostallgäu, bestehend aus Gerät und Mannschaft der Kreisbrandinspektion Ostallgäu und den Feuerwehren Buchloe, Marktoberdorf, Füssen, Germaringen, Unterthingau sowie 14 Helfern mit dem Gerätesatz Hochwasser und zwei Fahrzeugen am Sonntag auch in Babenhausen zur schnellen Hilfe angerückt. Gemeinsam wurde dort gegen die Wassermassen gekämpft.

Auch interessant

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/bayern/schwaben/kaufbeuren-kreisbote/hochwasser-im-ostallgaeu-aktuelle-zahlen-nach-dem-wochenende-93106888.html