Die Bauarbeiten im Bereich der neuen Anschlussstelle der B16 an die B12 nördlich von Bertoldshofen nähern sich ihrem Ende. Damit findet auch ein 74 Millionen Euro-Gesamtprojekt in Kürze seinen Abschluss, das seit vielen Jahren das Staatliche Bauamt Kempten, Anwohner und Verkehrsteilnehmer in Atem hielt. Bis Ende Juli soll dann das Vorhaben „Ortsumfahrung Bertoldshofen“ baulich und verkehrlich komplett sein. Noch aber wird kräftig gebaggert.
Landkreis – Es ist der letzte Bauabschnitt der seit 2016 laufenden Baumaßnahme rund um den Marktoberdorfer Ortsteil Bertoldshofen, der den Anschluss der B16 und B472 an die B12 vollenden will. Die Arbeiten hierzu wurden im Mai 2023 gestartet, Ende Juli soll dann auch dieser Teil der im Bundesverkehrswegeplan verankerten Maßnahme fertiggestellt sein. So informierte das Staatliche Bauamt Kempten bei einer kürzlich stattgefundenen Begehung der groß angelegten Baustelle.
Bauamt kündigt Sperrungen an
Jeder, der die B12 auf Höhe Altdorf regelmäßig befuhr, konnte die Bagger und Radlader sehen, die im großen Stil Gelände bewegten und Fahrbahnen vorbereiteten. Über die vergangenen Monate konnte neben der bestehenden Fahrbahn gebaut werden, ohne dass die Strecke gesperrt werden musste.
Das wird sich nun, gegen Ende der Baumaßnahme, ändern. Wie das Staatliche Bauamt Kempten mitteilt, werden in den kommenden Wochen für die Herstellung der Anschlüsse des Neubaus an die bestehenden Straßen Sperrungen von Teilbereichen nötig. Durch die Nähe der bestehenden Anschlussstelle Marktoberdorf-Ost seien aber immer kleinräumige Umleitungen möglich. Derzeit werde die Auf- und Abfahrt zur und von der B12 hergestellt, die es ermöglichen, den Gewerbepark Altdorf zu erschließen. Im Anschluss werde dann die Verbindung zum Kreisverkehr Altdorf umgebaut. Der Ausbau der B12, so die Behörde, bleibe übrigens unbeeinflusst.
Seit Jahren hat das Staatliche Bauamt Kempten, das für den Bundesstraßenbau in allen Allgäuer Landkreisen und Lindau zuständig ist, den Schwerpunkt seiner Bautätigkeit im Ostallgäu, und zwar im Bereich der B16 und B472 östlich von Marktoberdorf. Der Bund investierte mit dem Neubau der B16, der Ortsumgehung Marktoberdorf einschließlich dem Tunnel bei Bertoldshofen rund 74 Millionen Euro. Hinzu kamen mit dem Ausbau der B472 in Richtung Ob und Schongau weitere rund 26 Millionen Euro Baukosten.
Der aktuelle Bauabschnitt der Anschlussstelle kostet rund fünf Millionen Euro. Rund 52,5 Millionen Euro entfielen auf den Tunnelbau, rund 19,4 Millionen Euro auf Straßen und Brücken (neun Bauwerke) in diesem Bereich. 2,1 Millionen Euro wurden in den Grunderwerb investiert. Auch die zum Projekt gehörenden ökologischen Ausgleichsmaßnahmen entlang der Geltnach entwickelten sich „erfreulich“, so Michael Neupert, Bereichsleiter Straßenbau in Kempten.
Was bisher geschah
Nachdem im Herbst 2016 das Bundesverkehrsministerium seine Zusage und damit den Startschuss für das Projekt im Ostallgäu gegeben hatte, war unmittelbar mit der Planung begonnen worden. Seit 2017 ist die Ortsumfahrung Marktoberdorf im Bau, Brückenbau, Tunnelbau, Erdbau und Entwässerung inklusive. Insbesondere der Tunnel, der im Dezember 2022 in Betrieb genommen werden konnte, hatte stets großes Interesse bei der Bevölkerung hervorgerufen. Das zeigte sich am Tag des offenen Tunnels und bei der nächtlichen Tunnelparty zur Eröffnung.
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Der Tunnelbau prägte auch noch den letzten Bauabschnitt. Denn während des bergmännischen Vortriebs waren rund 90.000 Kubikmeter Gestein aus dem Berg gebrochen worden. Dieser Tunnelausbruch wurde in der Näher gelagert, aufbereitet und nun als Baumaterial für die Anschlussstelle wiederverwendet. „Auf diese Weise“, so Neupert, „konnte das beim Tunnelbau angefallene Gesteinsmaterial sinnvoll recycelt anstatt entsorgt werden“.