Ein Geschwisterpaar verschwindet vor zwei Wochen spurlos beim Spielen. Die beiden Kinder verirrten sich offenbar in der Wildnis – und die Zeit drängt.
Bacabal – Zwei Wochen sind vergangen, seit Ágatha Isabelly (6) und Allan Michael (4) spurlos verschwanden. Die Zeit drängt, die Hoffnung schwindet – doch die Menschen im Bundesstaat Maranhão im Nordosten Brasiliens geben nicht auf. Eine ganze Region hält den Atem an.
Die Geschwister verschwanden mit ihrem achtjährigen Cousin beim Spielen aus einer Gemeinde bei Bacabal. Gegen 13.30 Uhr wurden sie noch von ihrem Onkel gesehen, berichtete die brasilianische Nachrichtenseite G1. Der Onkel habe die Kinder gebeten, nach Hause zu kommen. Doch darauf hörten sie offenbar nicht.
Kinder in der Wildnis vermisst: Cousin völlig entkräftet gefunden
Am Nachmittag bemerkte die Großmutter das Verschwinden ihrer Enkel. Zunächst machte sich ein kleiner Trupp auf die Suche nach den Kindern. Doch schnell entwickelte sich dies zu einer beispiellosen Rettungsaktion. Einsatzkräfte mit Spürhunden, Freiwillige und sogar Soldaten durchkämmten das dichte Terrain. Maranhão ist bekannt für seinen dichten Amazonas-Regenwald.
Nach drei Tagen kam der erste Hoffnungsschimmer: Cousin Anderson Kauã Barbosa Reis wurde völlig entkräftet von Landwirten gefunden. Der Fundort: Ein Waldstück nahe dem Dorf Santa Rosa, etwa vier Kilometer Luftlinie vom Haus der Großmutter entfernt. Das Kind wurde im Krankenhaus behandelt. Es stehe unter Schock, berichtete CNN Brasil. Für Aufsehen sorgte kürzlich auch der Vermisstenfall des achtjährigen Noah aus Frankfurt.
Kinder in der Wildnis verlaufen: Geschwister werden nach zwei Wochen noch vermisst
Vier Fachleute des IPCA (Institut für den Schutz von Kindern und Jugendlichen) reisten am Sonntag (11. Januar) in die Region, um den Vermisstenfall zu betreuen. Psychologinnen und Psychologen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützen die Familie und befragten den Cousin.
Laut G1 hätten sich die Kinder beim Versteckspielen im dichten Dschungel verlaufen. Auf der Suche nach Hilfe hätten sich die Kinder getrennt. Ágatha und Michael seien in einem Unterschlupft zurückgeblieben. Obwohl dieser Ausfindig gemacht wurde, fehlt von den Geschwistern weiter jede Spur. „Am 15. Tag der Suche nach den Geschwistern Ágatha und Michael erhalten wir Unterstützung von der Marine“, schrieb Gouverneur von Maranhão, Carlos Brandão, am Montag (19. Januar) bei Instagram. Im Fluss Meari werde gesucht und auch zu Land gehe die Suche weiter. Derzeit würde keine Theorie ausgeschlossen.
Mehr als 500 Einsatzkräfte suchen nach den Kindern. Die Suchtrupps würden nicht ruhen, ehe die beiden gefunden wurden, so Brandão. Auch Drohnen mit Wärmebildsensoren, Flugzeuge und Spürhunde seien im Einsatz. Doch die Hoffnung, die beiden lebend zu finden, schwindet von Tag zu Tag. In Italien nahm ein Vermisstenfall eine traurige Wendung. (Quellen: G1, CNN Brasil, Instagram) (kas)