Friedrich Merz will von einem Streit zwischen ihm und seinem Bündnispartner Markus Söder nichts wissen. Doch die Frage des Koalitionspartners stellt sich schon vor der Bundestagswahl.
Berlin – CDU-Chef Friedrich Merz will Bundeskanzler werden. Und bei der Bundestagswahl am 23. Februar hat er auch gute Chancen abzuräumen. Die Union führt die aktuellen Umfragen nach wie vor an. Doch ist man sich in dem Bündnis aus CDU und CSU nicht immer einig. Vor allem zwischen CSU-Chef Markus Söder und Friedrich Merz gibt es immer mal wieder Streitereien. Für Merz jedoch ist das nicht der Rede wert. In einem Interview mit t-online wurde der Kanzlerkandidat aufbrausend.
Söder und Merz vor der Bundestagswahl 2025: Einig in allen Fragen?
Bei einem Vergleich zum Bundestagswahlkampf 2021 zwischen Söder und Armin Laschet winkte Merz ab: „Ich bitte Sie, die Lage ist doch überhaupt nicht zu vergleichen!“ Anders als zur Bundestagswahl 2025 sei damals sei ein offener Streit zwischen den beiden ausgetragen worden, erklärte Merz. „Markus Söder und ich haben versprochen, im Spätsommer einen gemeinsamen Vorschlag für den Kanzlerkandidaten zu machen. Und so kam es.“ Was Merz dabei allerdings auslässt: Söder hatte vor der Entscheidung seinen Namen bei der K-Frage der Union immer wieder ins Spiel gebracht – und gegen Friedrich Merz gestichelt.
Nun sei er sich Söders Loyalität jedenfalls sicher, sagte der CDU-Chef im Interview mit t-online weiter. Für Merz hatte sich das Thema damit auch erledigt. Über möglichen Streit in der Union sagte Merz: „Sind das wirklich die wichtigen Themen?“ Für den Kanzlerkandidaten sind das nämlich „Nebensächlichkeiten“. In den Wahlkampf passen Merz solche Fragen nicht. Man konstruiere einen Dissens, „den es nicht gibt“.
Koalitionspartner nach der Bundestagswahl: Söder lehnt Habeck ab – und Merz?
Doch nach der Bundestagswahl wird sich die Union, um einen Koalitionspartner bemühen müssen. Denn von einer Mehrheit im Bundestag ist die Union weit entfernt. Einen Koalitionswahlkampf möchte man zwar nicht führen, doch hatte Markus Söder bereits eisern angekündigt, mit den Grünen werde man unter keinen Umständen regieren. Merz zeigte sich da in der Vergangenheit noch offener und wollte die Grünen und Robert Habeck als möglichen Partner nicht kategorisch ausschließen. Eine Koalition nur mit der SPD könnte nach der Wahl jedoch knapp werden. In einer aktuellen Umfrage hätte eine Schwarz-Rote Koalition keine Mehrheit nach der Bundestagswahl.
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Eine klare Absage an Habeck wollte Merz auch diesmal nicht geben. Als der CDU-Chef auf seine bisherigen ambivalenten Äußerungen angesprochen wurde, hieß es: „Ich habe darüber gesprochen, dass sich die Wirtschaftspolitik ändern muss und mit uns auch ändern wird.“ Weiter sagte er: „Wer diesen Weg mitgeht, kann das gerne tun, die anderen bleiben eben am Wegesrand zurück. Daraus ist interpretiert worden, ich könne mir Herrn Habeck als Bundeswirtschaftsminister vorstellen – was ich nie gesagt habe.“
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