Grundner tritt zurück – aber nur fürs Prinzenpaar

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Wer reitet so spät ..: Der Elferrat studierte erstmals einen eigenen Showtanz ein, die Jungs galoppierte auf ihren Steckenpferden über die Bühne. © Michaele Heske

Nicole I. und Bernhard I. übernehmen das Zepter in der Isenstadt während der narrischen Zeit.

Wieder einmal war die Inthronisierung eine glanzvolle Inszenierung: Ab sofort regiert Prinzessin Nicole I., schneidige Monarchin vom Lockenthron, in Dorfen, an ihrer Seite Prinz Bernhard I., rasanter Monarch vom heißen Reifen. Entsprechend „rasant und schneidig“ wird es bis Aschermittwoch in der Isenstadt zugehen, versprachen die Monarchen bei der Maschkera am Samstagabend. „Das weiße Heisl“ am Rathausplatz soll unter ihrer Ägide endlich „barock und prinzlich“ werden, definierten sie dabei gleich das oberste Regierungsziel.

Bürgermeister Heinz Grundner, das Prinzenpaar Nicole Fraundorfer (25) und Bernhard Mayer (23), Präsidentin Sabine Kuliga-Lenffer  —— und je nach Foto rechts: Vize Anja Greimel
Regenten unter sich (v.l.): Bürgermeister Grundner, das Prinzenpaar Nicole Fraundorfer (25) und Bernhard Mayer (23), Präsidentin Sabine Kuliga-Lenffer und Vize Anja Greimel. © Michaele Heske

Gut 180 Gäste begrüßten die Präsidentin der Karnevalsgesellschaft (KG), Sabine Kuliga-Lenffer, und ihre Vertreterin Anja Greimel in der Aula der Grundschule am Mühlanger. Ausgelassene Stimmung und Einlagen der Showtanzgruppen folgten: Erbprinzessin Anna-Maria (Giehrl), Ballkünstlerin vom Land der Tore, und Erbprinz Samir (Leitner), Flankenkönig vom Reich der Kicker, rockten die Bühne.

Luise Kuliga feiert 60. Bühnenjubiläum

Die Funkenmariechen schwangen die Beine hoch in die Luft, die „Jumping Jacks“ und die „Dance Teens“, jeweils 25 an der Zahl, fegten durch den Saal. Einer der Höhepunkte war zweifellos der Auftritt von Luise Kuliga, die anlässlich ihres 60. Bühnenjubiläums, mit großer Verve die Wiesn-Hymne „Die Schönheitskönigin“ schmetterte.

„Ich übergebe den Orden nicht, schließlich hat den schon mein Opa getragen“, klammerte sich der letztjährige Prinz Dominik I., ein Spross aus dem Hause Thalmeier, an diese Insignie der Macht. Da war seine Gemahlin Sonja II. schlauer: Sie habe sich im letzten Jahr weiterentwickelt, erklärte sie dem Publikum. Mittlerweile singe die Dorfenerin im Kirchenchor. Andererseits wolle auch sie weiterhin die Geschicke der Stadt bestimmen und kandidiere deshalb als Grünen-Stadträtin.

„Was der Stadtrat denkt, ist für uns zwar recht amüsant“, meinte Prinz Bernhard, „aber politisch dann auch ned wirklich interessant“, insistierte Nicole sodann. Dass sich da jetzt zwei streiten, wer in Dorfen unter ihnen regieren soll, quittierte die Monarchin sodann mit einem nonchalanten: „Wie süß, ach mei!“ Gut, dass die Prinzessin in ihrem Coiffeursalon am Unteren Markt direkt an der Quelle sitzt, der Meisterin wird jedes Gerücht zugetragen, oft sogar in den unterschiedlichen Versionen. „Wissen ist Macht“, betonte sie süffisant. Der Verkehrsinfarkt in Dorfen sei schon ein Problem für die Untertanen, räumte sie ein. „Die B15 weisen wir als Rennstrecke aus“, so der Plan des royalen Gespanns. „Uns is recht egal, dass andre uns gern bremsn dan: Weil als Monarchen wir jetzt Vorfahrt ham.“

Heinz Grundner überreichte am Samstagabend dem Prinzenpaar das Zepter – allerdings nur temporär, wie er nachdrücklich betonte.

Rathausschlüssel nur auf Zeit überreicht

Den Rathausschlüssel will der Stadtchef auch in den kommenden sechs Jahren behalten, verwies er bei der Inthronisierung auf die anstehende Bürgermeisterwahl. Alle sechs Jahre buhle man um des Wählers Gunst: „Der Fasching ist kurz in diesem Jahr“, knüpfte er an. „Doch eines ist uns dabei klar, durch den Wahlkampf voller Schwung, kriegt für zwei Wochen er Verlängerung.“

Auch heuer sind es wieder zwei Maschkeras, für die Veranstaltung am 5. Januar gibt es noch Restkarten, sagte Kuliga-Lenffer. Ihr Vorgänger, Ex-Präsident Martin Pommer, hatte sie in die Alte Schlosserei ins Dorfener Tonwerk ausgelagert, die an einem Abend stattfand. Im Vorjahr in der Aula im Schulzentrum Nord war das Platzangebot stark begrenzt, die Bühne viel zu klein. In der Schule am Mühlanger saß man mit seinen Nachbarn zwar nicht mehr auf Tuchfühlung, dafür passte die Akustik nicht.

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