Die erste Versammlung war chaotisch verlaufen. Nun steht die Liste der Aktiven mit sechs Kandidaten. Attenberger kritisiert das Verhalten scharf.
Nachdem die erste Aufstellungsversammlung der Liste der Aktiven in Steinkirchen formal nicht den Vorgaben der Bayerischen Gemeindeordnung entsprochen hatte, organisierte Initiator Alois Attenberger am Sonntagabend einen zweiten Termin. Nun sind die Gemeinderatskandidaten und Attenberger als Bürgermeisterkandidat offiziell gesetzt.
UWG stellt sich neu auf
Mit der Aufstellung einer zweiten Liste steht die Unabhängige Wählergemeinschaft Steinkirchen (UWG) vor dem Problem, dass sie statt 24 nur noch 12 Kandidaten ins Rennen schicken kann. Aktuell würden automatisch die Bewerber ab Position 13 aus der Wahlliste fallen, darunter auch die amtierenden Gemeinderäte Claudia Vielberger und Johann Deutinger. Deshalb hat die UWG für Sonntag, 4. Januar, eine neue Aufstellungsversammlung anberaumt. Sie findet um 19.30 Uhr im Gasthaus Bruckmaier in Steinkirchen statt. Im Gespräch mit unserer Zeitung stellte Bürgermeister Johann Schweiger klar, dass die UWG auf Nummer sicher gehen wolle. Denn die Liste der Aktiven muss erst noch 50 Unterschriften sammeln, um zugelassen zu werden. Deadline ist hier am 8. Januar. Bis dahin muss aber auch die UWG ihre Liste abgeben. Schweiger sagte, er habe noch nicht recht verstanden, was Attenberger bezwecke.
Zwei spontane Neuzugänge
20 Stimmberechtigte waren zur zweiten Versammlung der Aktiven gekommen. Dieses Mal lief es ordnungsgemäß ab: Mit Walter Deindörfer hatte sich schnell ein erfahrener Wahlleiter gefunden, auch Vertrauensperson und Schriftführer wurden gewählt. Im Block wurde über die Kandidaten abgestimmt.
Jetzt stehen sechs Personen auf der Aktiven-Liste, zwei mehr als beim ersten Termin. Der 63-jährige Lagermeister Klaus Dannapfel (6.) hatte sich in der Versammlung spontan entschieden, sich der Liste anzuschließen. Sein Sohn Michael belegt den fünften Platz der zweiten Liste in Steinkirchen.
Für den Fall, dass Attenberger zudem genügend Stimmen im Rathaus sammeln kann, halbiert sich die 24-köpfige ÜWG-Liste automatisch (wir berichteten). 50 wahlberechtigte Steinkirchener müssen unterschreiben, dann ist die Liste zugelassen. Die ÜWG rüstet sich für diesen Fall und beraumt eine neue Aufstellungsversammlung an (siehe Kasten).
Die zweite Versammlung nutzte Attenberger auch, sich offiziell als Bürgermeisterkandidat seiner Liste aufstellen zu lassen. 17 der 20 Wahlberechtigten stimmten für den Handelsvertreter in Rente. „Von oben muss dirigiert werden, dass sich etwas ändert“, sagte dieser.
Die Einstellung der Gemeinderäte sei es anscheinend, lediglich für die Ideen des Bürgermeisters abzustimmen. Deswegen brauche es jemanden Neues, der den Takt vorgebe. „Das kann nur ein Bürgermeister, der die Problematik sichtet und bearbeiten will“, erklärte der Kandidat.
Jetzt sei der Zeitpunkt, in dem er maßgeblich etwas in der Gemeinde verändern könne. Eben dafür seien demokratische Wahlen da, so Attenberger. Diesmal sei es „Gott sei Dank keine Diskussionsrunde“ geworden. Der 65-Jährige kritisierte das Verhalten der Gemeinderäte, die ihn in der ersten Versammlung unterbrochen hatten, stark. Ihr Verhalten war seiner Meinung nach „komplett entgegen von Recht und Ordnung“.
Die Stimme der Unzufriedenen
Zudem sei es rechtswidrig, die Anwesenden einer Aufstellungsversammlung in jeglicher Art zu beeinflussen, meinte er. „Das ist eine Sauerei, was da passiert ist“, ärgerte sich Attenberger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Mir geht es um die Sache an sich“, stellte er klar. Er wünsche sich Bewegung in der Gemeinde, seien es auch nur Kleinigkeiten, gegen die sich die Amtsinhaber querstellen.
Der Initiator hat nach eigenem Bekunden im Vorfeld mit sehr vielen Leuten im Ort gesprochen. „Es gibt wirklich viele, viele Menschen, die sagen, die haben nie zugehört und entscheiden alles alleine“, sagte Attenberger. Er wolle die Stimmen der Unzufriedenen sichtbar machen.