Um Wladimir Putins Drohnen abzuwehren: Die Ukraine will Kampfhubschrauber aus den USA. Donald Trump muss dem Rüstungsdeal aber noch zustimmen.
Washington, DC – Kreml-Autokrat Wladimir Putin lässt die Ukraine ungebremst mit Drohnen aus Russland angreifen. Ziel ist im Ukraine-Krieg weiterhin nicht zuletzt die kritische Infrastruktur, die durch Kamikaze-Drohnen vielerorts lahmgelegt werden soll. Kiew arbeitet unentwegt an der Verteidigung dagegen und hat dafür offenbar einen Kampfhubschrauber aus den USA ausgemacht. Berichten nach braucht es noch die Zustimmung des US-Präsidenten Donald Trump.
Die Bitte kommt in einer Gemengelage, in der international die Warnungen vor dem Moskau-Regime weiter zunehmen. So warnte etwa ein hochrangiger Bundeswehr-General in einem US-Interview vor Putins Machtstreben, ferner raten Fachleute von einer „eingefrorenen“ Front in der Ukraine ab, und Deutschland hat mit Island eine militärische Kooperation vereinbart – unter Verweis auf imperialistische Ambitionen Russlands.
Mit Drohnen aus Russland: Wladimir Putin lässt kritische Infrastruktur der Ukraine angreifen
Insbesondere mit Blick auf den nahenden Winter ist die Sorge groß, dass Luftangriffe gegen Elektrizitäts- und Heizkraftwerke den Ukrainern schwer zusetzen könnten. Wie in den vergangenen Jahren mehrmals rücksichtslos geschehen. Bezeichnend: Am Dienstag (21. Oktober) waren den Nachrichtenagenturen Reuters und dpa zufolge nach einem russischen Luftangriff auf die nordukrainische Region Tschernihiw Hunderttausende Menschen zeitweise ohne Elektrizität.
Komplette Stromausfälle wurden ukrainischen Behörden zufolge im nördlichen Teil der Region Tschernihiw sowie in der gleichnamigen Regionalhauptstadt gemeldet. In der Großstadt hatten vor Kriegsbeginn Anfang 2022 rund 280.000 Menschen gelebt. Bereits in den Tagen zuvor hatten die Russen den Angaben zufolge wiederholt wichtige Versorgungsinfrastruktur in Tschernihiw angegriffen.
Damit nicht genug: Die russischen Streitkräfte ließen absichtlich Drohnen über der beschädigten Infrastrukturanlagen kreisen, um Reparaturen unmöglich zu machen und „die humanitäre Krise bewusst zu verlängern“, teilte das ukrainische Energieministerium bei Telegram mit. Genau hier kommen laut der ukrainischen Online-Portale Defense Express (DE) und Unian wohl die gegenwärtig in den Vereinigten Staaten angefragten Helikopter ins Spiel.
Russland-Angriffe auf kritische Infrastruktur: Ukraine will von Donald Trump Helikopter
Laut DE und Unian will die ukrainische Regierung in der amerikanischen Rüstungsindustrie Kampfhubschrauber vom Typ Bell AH-1Z Viper bestellen. Die 2010 in Dienst gestellten Helikopter können zwei Luft-Luft-Raketen AIM-9 Sidewinder mit sich führen. Die Lenkwaffen können aufgrund ihrer Wärmesensoren große Drohnen wie die Shaded vom Himmel holen. US-Angaben zufolge kostet eine AIM-9 Sidewinder jedoch bis zu 400.000 US-Dollar (rund 344.000 Euro).
Ihr Einsatz ist also sehr kostspielig. Wahrscheinlicher ist der Einsatz der dreiläufigen Maschinenkanonen M197 im Kaliber 20 Millimeter gegen die russischen Kamikaze-Drohnen. Die angegebene Mündungsgeschwindigkeit von 1030 Meter pro Sekunden ist sehr hoch. Entsprechend schnell können entsprechend viele große Patronen auf ein Ziel abgefeuert werden, womit sich große Kamikaze-Drohnen in der Theorie abschießen lassen.
Gerade solche, die über einem bereits angegriffenen Ziel vergleichsweise langsam kreisen, wie es russische Drohnen über kritischer Infrastruktur wie Umspannwerken der Ukraine tun sollen. Trump muss als Präsident derlei Rüstungsdeals in der Regel zustimmen. Noch ein Vorteil: Das Zielvisiersystem (TSS) in den Helmen der Piloten enthält einen FLIR-Sensor der dritten Generation, der die Zielerfassung und -identifizierung bei Tag, Nacht oder widrigen Wetterbedingungen ermöglicht. (Quellen: Reuters, dpa, Defense Express, Unian) (pm)